{"id":9675,"date":"2021-05-21T16:57:06","date_gmt":"2021-05-21T14:57:06","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=9675"},"modified":"2021-05-21T17:00:54","modified_gmt":"2021-05-21T15:00:54","slug":"verfaulender-kapitalismus-und-globale-krise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=9675","title":{"rendered":"Verfaulender Kapitalismus und globale Krise"},"content":{"rendered":"<p><em>Murray Smith, Jonah Butovsky und Josh Watterton. <\/em><strong>Anmerkung der Autoren: Der folgende Text ist eine Adaption des ersten Kapitels aus unserem Buch Twilight Capitalism: Karl Marx and the Decay of the Profit System (Fernwood Publishing, 2021)<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Der gesellschaftliche Umbruch von 2020-21 k\u00f6nnte durchaus einen wichtigen Wendepunkt in der Weltgeschichte markieren. Der globale Covid-19-Gesundheitsnotstand und der damit verbundene wirtschaftliche Einbruch haben weitreichende soziale und politische Auswirkungen. Schon vor dem Ausbruch der Pandemie befand sich die Weltwirtschaft am Rande einer schweren Rezession nach einer langen, aber bemerkenswert lauen Erholung von der Grossen Rezession von 2008\/09 \u2013 sowie nach mehreren Jahrzehnten des langsamen Wachstums, von Sparmassnahmen und anhaltenden Rentabilit\u00e4tsproblemen des produktiven Kapitals. Das heisst, die einsetzende Rezession wurde durch (vollst\u00e4ndige oder teilweise) staatlich verordnete Schliessungen vieler Industrien, von staatlichen Dienstleistungen und kleiner Unternehmen befeuert. Das Ergebnis war ein Niveau der globalen Arbeitslosigkeit und eine wirtschaftliche Kontraktion, die mit der Grossen Depression der 1930er Jahre vergleichbar ist.<\/p>\n<p>Wie sollen wir diese \u00abkombinierte\u00bb globale Krise von 2020-21 interpretieren? Von wenigen Ausnahmen abgesehen, ist die die Antwort der grossen Massenmedien, der Fach- und F\u00fchrungskr\u00e4fte, der politischen Eliten und der meisten \u00d6konomen bemerkenswert einheitlich. In \u00dcbereinstimmung mit den meisten hergebrachten Darstellungen der Probleme der Menschheit, wird die Betonung auf nat\u00fcrliche Ph\u00e4nomene gelegt (das pl\u00f6tzliche und \u00abmysteri\u00f6se\u00bb Auftauchen eines ungew\u00f6hnlich infekti\u00f6sen und heimt\u00fcckischen Virus) zusammen mit den bewussten (Fehl-)Entscheidungen und Handlungen von Individuen (Medizinern, Politikern, Wirtschaftsf\u00fchrern, Politikern und Journalisten in den Massenmedien) als Reaktion auf dieses Virus, w\u00e4hrend die entscheidende Rolle m\u00e4chtiger gesellschaftlicher Kr\u00e4fte, die sowohl die Form als auch das Ausmass der Krise ausgel\u00f6st, ausgenutzt und bestimmt haben, heruntergespielt oder noch h\u00e4ufiger verschwiegen wird.<\/p>\n<p>Gegen diesen oberfl\u00e4chlichen und absichtlich vereinfachenden Ansatz muss eine ernsthafte Erkl\u00e4rung der Krise eine wissenschaftliche Kritik der sozialen Bedingungen beinhalten, die das Auftauchen des Virus und die Pandemie hervorgerufen und beg\u00fcnstigt haben. Denn so wie der Gesundheitsnotstand von Covid-19 dem wirtschaftlichen Abschwung, auf den die Weltwirtschaft bereits im Jahr 2019 zusteuerte, eine definitive Form und Tiefe gab, trugen die grundlegend antagonistischen und ungerechten sozialen Beziehungen, die den Kapitalismus in seinem Kern ausmachen, entscheidend zu Entstehung, Verlauf und Folgen der Pandemie bei.<\/p>\n<p>Nach Ansicht f\u00fchrender medizinischer Autorit\u00e4ten und Epidemiologen ist die signifikante Todesrate von Covid-19 \u2013 gemessen als \u00ab\u00dcbersterblichkeit\u00bb relativ zur durchschnittlichen Sterblichkeitsrate der letzten Jahre \u2013 bei durch das Vorhandensein von \u00abKomorbidit\u00e4ten\u00bb oder \u00abzugrundeliegenden Vorerkrankungen\u00bb wie Lungenerkrankungen, Immunschw\u00e4chen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Bluthochdruck und Krebs \u2013 eine durchaus sinnvolle Beobachtung. Aber solche medizinisch diagnostizierbaren Morbidit\u00e4ten sind aber keineswegs die einzigen \u00abVorerkrankungen\u00bb, die bei dem Versuch, die Ursachen der Pandemie zu verstehen, ber\u00fccksichtigt werden m\u00fcssen, um die Wurzeln der Pandemie, ihre ungleichm\u00e4ssige Ausbreitung und die von ihr ausgel\u00f6ste globale Wirtschaftskrise zu verstehen. Ernsthafte Aufmerksamkeit muss vor allem den sozialen und sozio\u00f6konomischen Bedingungen und Zusammenh\u00e4ngen geschenkt werden, in denen sich ungesunde individuelle Verhaltensweisen entwickeln und damit Bedrohungen f\u00fcr die Gesundheit und das Wohlbefinden ganzer Bev\u00f6lkerungen entstehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Unter Ber\u00fccksichtigung der vielen Determinanten der Bev\u00f6lkerungsgesundheit, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und einer Legion anderer Experten seit langem hervorgehoben werden, k\u00f6nnen die folgenden Faktoren zum \u00dcberhandnehmen menschlicher Sterblichkeit im Allgemeinen beitragen (definiert als Krankheiten oder Behinderungen, die eine Abweichung von einem \u00abNormalzustand\u00bb darstellen). Dies gilt insbesondere auch f\u00fcr die Bedingungen, die die Ausbreitung des SARS-CoV-2-Virus beg\u00fcnstigten:<\/p>\n<ul>\n<li>Steigende Einkommens- und Verm\u00f6gensungleichheit,<\/li>\n<li>unzureichende Investitionen in die allgemeine \u00f6ffentliche Gesundheitsversorgung,<\/li>\n<li>die Knappheit und Kostspieligkeit von gehaltvollen Lebensmitteln und das damit verbundene \u00dcberhandnehmen von sowohl Hunger als auch von Fettleibigkeit,<\/li>\n<li>verfallende oder unzureichende soziale Infrastruktur (einschliesslich Krankenh\u00e4user, kommunale Kliniken, Langzeitpflegeeinrichtungen und Intensivstationen),<\/li>\n<li>ungesunde st\u00e4dtische Umgebungen (einschliesslich bauf\u00e4lliger und von Ungeziefer befallener Wohnungen, einem Ungezieferbefall, ein Mangel an frischen Lebensmitteln, Gr\u00fcnfl\u00e4chen und \u00f6ffentlichen Erholungsgebieten),<\/li>\n<li>Arbeitspl\u00e4tze, die k\u00f6rperliche und psychische Belastungen f\u00fcr die Lohnabh\u00e4ngigen darstellen (u. a. die Wahl zwischen dem Erscheinen zur Arbeit bei Krankheit und dem Verlust des notwendigen Einkommens),<\/li>\n<li>politische F\u00fchrung, die auf die Maximierung von Unternehmensgewinnen ausgerichtet ist, anstatt die Gesundheit und das Wohlbefinden der arbeitenden Menschen zu f\u00f6rdern (z. B. die verh\u00e4ngnisvollen Entscheidungen der Regierungen der USA und Grossbritanniens im Februar\/M\u00e4rz 2020, der weiteren Aufw\u00e4rtsbewegung der Aktienm\u00e4rkte Priorit\u00e4t einzur\u00e4umen) anstatt schnell zu handeln, um die Ausbreitung des Coronavirus einzud\u00e4mmen, z.B. durch umfangreiche Tests, R\u00fcckverfolgungen, Quarant\u00e4ne und Abriegelung),<\/li>\n<li>systemische rassistische Unterdr\u00fcckung und diskriminierende Behandlung von Migranten,<\/li>\n<li>nationalstaatliche Konflikte, die eine echte internationale Zusammenarbeit bei der Bew\u00e4ltigung globaler Probleme behindern,<\/li>\n<li>Kriege \u2013 der unmittelbar zerst\u00f6rerischste aller Verursacher von sozialer Morbidit\u00e4t,<\/li>\n<li>die ruin\u00f6se Beziehung, die zwischen dem unerbittlichen Prozess der Kapitalakkumulation und den nat\u00fcrlichen \u00d6kosystemen, von denen die Menschheit abh\u00e4ngt herrscht,<\/li>\n<li>und schliesslich die profitorientierten und oft grotesk verzerrten Priorit\u00e4ten der industriellen pharmazeutischen Forschung und des \u00f6ffentlichen Gesundheitswesens.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Es sollte offensichtlich sein, dass diese zugrundeliegenden \u00absozialen Morbidit\u00e4ten\u00bb die Aufgabe, die Covid-19-Geissel zu besiegen (bis hin zur effektiven Eliminierung des Virus) viel schwieriger macht, als sie sein m\u00fcsste. Was vielleicht nicht so offensichtlich ist, ist, dass w\u00e4hrend der gesamten kapitalistischen \u00c4ra reiche herrschende Eliten sich fast immer gegen die Bereitstellung ausreichender Ressourcen f\u00fcr \u00ab\u00f6ffentliche G\u00fcter\u00bb und soziale Dienstleistungen gestellt haben, die zur Verbesserung der Gesundheit der Bev\u00f6lkerung ben\u00f6tigt w\u00fcrden. Hinzu kommt, dass Forschungsinvestitionen von profitorientierten Pharmakonzernen regelm\u00e4ssig daran scheitern, einige der schlimmsten Risiken f\u00fcr die menschliche Gesundheit und das Wohlbefinden anzugehen. In den ersten Tagen der Pandemie schrieb der amerikanische Sozialist Mike Davis \u00fcber das Problem der fehlenden Ausrichtung der Pharmaindustrie auf die Erforschung und Entwicklung neuer Antibiotika und antiviraler Mittel: \u00abVon den 18 gr\u00f6ssten Pharmaunternehmen haben 15 das Feld v\u00f6llig aufgegeben. Herzmedikamente, s\u00fcchtig machende Beruhigungsmittel und Behandlungen f\u00fcr m\u00e4nnliche Impotenz sind Profitbringer, nicht die Abwehr von Krankenhausinfektionen, aufkommenden Krankheiten und traditionellen Tropenkillern. Ein universeller Impfstoff gegen Grippe \u2013 das heisst, ein Impfstoff, der auf die unver\u00e4nderlichen Teile der Oberfl\u00e4chenproteine des Virus abzielt \u2013 ist seit Jahrzehnten zwar eine M\u00f6glichkeit hatte aber nie eine profitable Priorit\u00e4t.\u00bb<\/p>\n<p>Erst nach dem Ausbruch der SARS-CoV-2-Pandemie begannen die grossen Pharmakonzerne ihren Wettlauf um die Entwicklung eines Impfstoffs gegen die SARS-Virenfamilie zu entwickeln. Bezeichnend ist, dass die Forschung der Unternehmen an SARS-CoV-1 \u2013 die f\u00fcr eine kurze Zeit nach der erfolgreichen Eind\u00e4mmung des Ausbruchs im Jahr 2003 \u2013 eingestellt wurde, nachdem sie als unrentabel eingesch\u00e4tzt wurde.<\/p>\n<p>In Anbetracht des SARS-Ausbruchs von 2003 sowie der Ausbr\u00fcche anderer \u00abneuartiger\u00bb Viren in den letzten Jahrzehnten (wie MERS und Ebola) hatten Wissenschafter und Gesundheitsbeh\u00f6rden schon lange davor gewarnt, dass eine Pandemie von m\u00f6glicherweise katastrophalem Ausmass nahezu unvermeidlich sei, und dass es daher dringend notwendig sei, eine Reihe neuer Pr\u00e4ventions- und Behandlungskapazit\u00e4ten zu entwickeln \u2013 von antiviralen Medikamenten und Impfstoffen \u00fcber umfangreiche Best\u00e4nde an pers\u00f6nlicher Schutzausr\u00fcstung f\u00fcr das Gesundheitspersonal bis hin zu viel mehr Krankenhausbetten und gut ausgestatteten Intensivstationen. Unter dem Druck der \u00abPrivatwirtschaft\u00bb (sprich: der Kapitalistenklasse) haben die meisten westlichen Regierungen diese Warnungen in den Wind geschlagen und beharrten auf einer Politik, die die meisten der oben genannten sozialen Morbidit\u00e4ten noch verschlimmerte, selbst als sich die Pandemie abzeichnete.<\/p>\n<p>Die Existenz morbider sozialer Zust\u00e4nde muss erkl\u00e4rt werden; doch leider wird dies von akademischen Forschern (wie auch von Beh\u00f6rden wie der WHO) nur unzureichend getan. Sie scheuen sich davor, das umfassende sozio\u00f6konomische System zu kritisieren, das f\u00fcr diese Missst\u00e4nde verantwortlich ist. Wir m\u00fcssen fragen: Warum gibt es einen ausgepr\u00e4gten Trend zu mehr sozialer Ungleichheit? Warum wird der private Profit systematisch \u00fcber die Befriedigung menschlicher Bed\u00fcrfnisse gestellt? Warum wird so viel f\u00fcr Milit\u00e4rbudgets ausgegeben, wenn die Regierungen so viel mehr f\u00fcr die Gesundheitsversorgung und die gemeinn\u00fctzige medizinische Forschung ausgeben m\u00fcssten? Warum entwickelt sich eine wachsende Kluft, ja eine katastrophale Disharmonie, zwischen der menschlichen Gesellschaft und der nat\u00fcrlichen Welt? Und warum herrscht trotz der vielen grossen Fortschritte der Naturwissenschaften im letzten Jahrhundert ein so auff\u00e4lliger Mangel an Fortschritt bei der Schaffung einer harmonischeren, kooperativen, wohlhabenden und \u00f6kologisch nachhaltigen Gesellschaftsordnung f\u00fcr die gesamte Menschheit?<\/p>\n<p>Diese Fragen werden in \u00abMainstream\u00bb-Diskursen selten gestellt, geschweige denn beantwortet, und das ist nicht \u00fcberraschend, wenn man bedenkt, dass ad\u00e4quate Antworten auf sie eine gr\u00fcndliche Kritik des zeitgen\u00f6ssischen Kapitalismus beinhalten m\u00fcssten \u2013 einer Produktionsweise und eines sozialen Systems, dessen Widerspr\u00fcche, Krisentendenzen und dessen fundamentale Irrationalit\u00e4t durch die Ereignisse des letzten Jahres besonders deutlich geworden sind.<\/p>\n<p><strong>Kapitalistischer Profit versus menschliche Bed\u00fcrfnisse<\/strong><\/p>\n<p>Der potenzielle Verlust von mehreren zehn Millionen Menschenleben durch die Covid-19-Pest (und durch zuk\u00fcnftige Pandemien) ist eine grosse Gefahr, aber eine solche Katastrophe ist keineswegs unvermeidlich. Die Menschheit hat das wissenschaftliche Wissen und die Ressourcen, um sie zu verhindern. Und das Gleiche gilt f\u00fcr viele andere, leicht zu verhindernde Todesf\u00e4lle, die aus den Pathologien des Kapitalismus resultieren.<\/p>\n<p>Die Vereinten Nationen haben gesch\u00e4tzt, dass jedes Jahr etwa 40 Millionen Menschen an den Folgen des Hungers sterben, als Folge von gewaltsamen Konflikten und unzureichender Gesundheitsversorgung. Daraus folgt, dass in den letzten dreissig Jahren \u2013 seit dem \u00abTriumph des Kapitalismus \u00fcber den Sowjetkommunismus\u00bb &#8211; mehr als eine Milliarde Menschenleben durch die Machenschaften des global dominierenden sozio\u00f6konomischen Systems verschlungen worden sind, Leben, die ohne R\u00fccksicht auf Verluste auf dem Altar des kapitalistischen Profits geopfert wurden.<\/p>\n<p>Das ist die wahre Barbarei! Weshalb also rufen die Regierungen, die Massenmedien und die \u00c4rzteschaft nicht zu sofortigem Handeln auf, um die kapitalistische Geissel in ihrem Voranschreiten zu stoppen? Weshalb haben gerade deren Mitglieder nicht die Zahl der Todesopfer im Auge und kl\u00e4ren die \u00d6ffentlichkeit t\u00e4glich dar\u00fcber auf? Der einfache Grund ist nat\u00fcrlich, dass die meisten von ihnen in seine Fortsetzung investiert haben \u2013 in der Tat, in seine Ausweitung. Die Kapitalistenklasse, die etablierten Politiker, die Journalisten-Propagandisten, die Mainstream Akademiker \u2013 und, ja, auch die f\u00fchrenden K\u00f6pfe der \u00c4rzteschaft \u2013 haben seit langem ihre Bereitschaft gezeigt, zig Millionen Menschen dem Hungertod, Krankheiten und Krieg zu opfern, damit der Kapitalismus im globalen Massstab florieren kann.<\/p>\n<p>All dies wirft eine interessante und wichtige Frage auf: Warum haben diese m\u00e4chtigen gesellschaftlichen Kr\u00e4fte und Akteure auf die SARS-CoV-2-Pandemie in einer Weise reagiert, die der Profitmaschinerie der imperialistischen Zentren selbst so viel Schaden zuzuf\u00fcgen schien. Eine vollst\u00e4ndige Antwort kann hier nicht gegeben werden, aber einige ihrer Elemente k\u00f6nnen kurz umrissen werden.<\/p>\n<p>Erstens beschr\u00e4nkte sich die Coronavirus-Pandemie nicht auf die \u00e4rmsten L\u00e4nder des Globalen S\u00fcdens \u2013 das heisst, auf Menschen mit schwarzer oder brauner Haut, die in so grosser Zahl an Malaria und anderen tropischen Krankheiten sterben. Im Gegenteil, es schien von Anfang an klar, dass die gr\u00f6ssten Auswirkungen der Pandemie, zumindest anf\u00e4nglich, die vergleichsweise reichen L\u00e4nder mit einer grossen \u00e4lteren und weissen Bev\u00f6lkerung zu sp\u00fcren bek\u00e4men. Die Nationalit\u00e4t und Rasse (wenn auch nicht das Alter) so vieler Hauptopfer waren wichtige Faktoren, die die Machthaber dazu zwangen, zu akzeptieren, dass sie einen ernsten gesundheitlichen Notfall zu bew\u00e4ltigen hatten, und sich zu verpflichten, ihn (zumindest f\u00fcr eine gewisse Zeit) auf aussergew\u00f6hnliche und \u00f6konomisch st\u00f6rende Weise zu bek\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Zweitens erkannten selbst die reaktion\u00e4rsten kapitalistischen Politiker wie Trump und Johnson, dass sie es mit einer konzertierten Opposition zu tun haben w\u00fcrden, wenn sie ihrem anf\u00e4nglichen sozialdarwinistischen-malthusianischen Impuls, \u00abdem Virus seinen freien Lauf zu lassen\u00bb. Am wichtigsten ist, dass starker Widerstand von den am meisten angesehenen Berufen innerhalb der westlichen Gesellschaften ausgegangen w\u00e4re: den Gesundheitsberufen. Man braucht sich nur daran zu erinnern, wie schockiert das medizinische Personal in der Pandemie \u00fcber die Zahl der \u00c4rzte, des Krankenhauspersonals \u00a0und der Sanit\u00e4ter war, die an Covid-19 erkrankten \u2013 und manchmal auch starben \u2013, wie auch \u00fcber die scheinbar \u00fcberw\u00e4ltigende Zahl von Patienten, die die schlecht ausger\u00fcsteten Krankenh\u00e4user in Mailand, Madrid und New York City \u00fcberschwemmten. Der Imperativ, die Kurve mit allen Mitteln abzuflachen war vor allem ein Gebot, um das Personal von Krankenh\u00e4usern, Intensivstationen und das Ambulanzpersonal davor zu bewahren, selbst Opfer der Pandemie zu werden. (Da wir eine sehr ernste \u00abdritte Welle\u00bb von Infektionen erleben, die durch neue Varianten des Virus ausgel\u00f6st werden, zwingt diese \u00dcberlegung die ansonsten widerspenstigen Regierungen erneut dazu, in vielen L\u00e4ndern Sperrungen zu verh\u00e4ngen).<\/p>\n<p>Drittens konnten grosse Teile der Erwerbsbev\u00f6lkerung trotz der Sperren, die in den imperialistischen Zentren im Allgemeinen nur teilweise verh\u00e4ngt wurden, online arbeiten. Gleichzeitig waren viele \u00ab\u00fcberlebenswichtige\u00bb Firmen (vor allem Lebensmittel-, Medikamenten- und Brauereibetriebe) von vorneherein von den Sperrungen ausgenommen. Der volkswirtschaftliche Schaden war betr\u00e4chtlich, aber der Schaden f\u00fcr die Profitabilit\u00e4t blieb weitgehend auf kleinere Unternehmen sowie auf den Tourismus- und Gastgewerbesektor beschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p>Viertens: W\u00e4hrend die Masse der Gewinne, die durch spezifisch produktive Aktivit\u00e4ten in der Weltwirtschaft insgesamt generiert wurden, in der ersten H\u00e4lfte des Jahres 2020 deutlich zur\u00fcckging, blieben die Gewinne erheblich, die aus den Rettungsaktionen der Zentralbanken und Regierungen f\u00fcr die Finanzm\u00e4rkte und Unternehmen resultierten; diese erlaubten es den oberen Schichten der kapitalistischen Klasse grosse Gewinne in ihren Portfolios und pers\u00f6nlichen Verm\u00f6gen einzustreichen. Am 18. Juni 2020 berichtete das Institute for Policy Studies, dass die f\u00fcnf reichsten US-Milliard\u00e4re (Bezos, Gates, Zuckerberg, Buffett und Ellison) in den letzten drei Monaten einen Anstieg ihres Verm\u00f6gens von \u00fcber 101,7 Milliarden Dollar oder 26 Prozent erzielten. Dieser Zuwachs entsprach 17,4 Prozent des gesamten Verm\u00f6genszuwachses der 643 Milliard\u00e4re in den USA, die zu diesem Zeitpunkt 3,5 Billionen Dollar an Verm\u00f6gen kontrollierten. Am 20. August 2020 berichteten Collins und Ocampo auf Counterpunch, dass die zw\u00f6lf reichsten US-Milliard\u00e4re ein kombiniertes Verm\u00f6gen von \u00fcber 1 Billion Dollar erreicht hatten.<\/p>\n<p>Die Pleitewelle weniger profitabler Firmen er\u00f6ffnete den gr\u00f6sseren Unternehmen die M\u00f6glichkeit, ihre Marktanteile zu vergr\u00f6ssern und wertvolle Verm\u00f6genswerte zu Schn\u00e4ppchenpreisen zu erwerben, w\u00e4hrend die Schaffung einer stark vergr\u00f6sserten \u00abReservearmee von Arbeitskr\u00e4ften\u00bb (Pool von Arbeitslosen) den Arbeitsmarkt noch mehr zu einem K\u00e4ufermarkt machte. All dies versprach Gutes f\u00fcr die l\u00e4ngerfristige Wiederherstellung der Profitabilit\u00e4t der westlichen kapitalistischen Volkswirtschaften, trotz der d\u00fcsteren Aussichten zu Beginn des Jahres 2020.<\/p>\n<p>Zusammengenommen lassen diese \u00dcberlegungen den Schluss zu, dass die kapitalistischen Eliten in der Lage waren den durch die Pandemie ausgel\u00f6sten Einbruch relativ schnell zu ihrem Vorteil zu nutzen. Mehr noch: Durch die Opferung von bestimmten Wirtschaftssektoren und kleineren Unternehmen durch ruin\u00f6se Schliessungen, w\u00e4hrend sie einen Chor von \u00abWir sitzen alle im selben Boot\u00bb anstimmten, konnten sie in den Augen vieler einen Anschein von unverdienter Legitimit\u00e4t bewahren, w\u00e4hrend sie ihren eigenen Reichtum und ihre Macht massiv vergr\u00f6sserten.<\/p>\n<p>In Anbetracht all dessen lohnt es sich, \u00fcber eine weitere Frage nachzudenken. Angesichts der Tatsache, dass eine schwere Finanzkrise und wirtschaftliche Kontraktion bereits Ende 2019 im Entstehen begriffen war, w\u00e4re es m\u00f6glich gewesen, der \u00d6ffentlichkeit die Notwendigkeit einer enormen Finanzspritze von Zentralbanken und Regierungen in Banken, Unternehmen und Aktienm\u00e4rkten zu verkaufen, wenn es keinen Covid-19-Gesundheitsnotstand gegeben h\u00e4tte? Wir denken, die Antwort ist ganz klar nein. Eine einfache Wiederholung der \u00e4usserst unpopul\u00e4ren Rettungsaktionen von 2008-09 h\u00e4tte eine Flut von \u00f6ffentlicher Emp\u00f6rung ausgel\u00f6st.<\/p>\n<p>Aus der Sicht einiger extrem m\u00e4chtiger Eliten k\u00f6nnte die Pandemie also durchaus als eine seltsam willkommene Entwicklung gesehen werden \u2013 sogar als ein \u00abverborgener Segen\u00bb. Das Leitprinzip der kapitalistischen \u00abM\u00e4chte\u00bb bei ihrer Reaktion auf die Krise war unmissverst\u00e4ndlich klar: Profite (das Lebenselixier des Kapitalismus) m\u00fcssen Vorrang vor allem anderen haben.<\/p>\n<p><strong>Ausbeutung, Verwertungskrise und die Verfaulung des Kapitalismus <\/strong><\/p>\n<p>Wie Karl Marx feststellte, \u00abweiss jedes Kind\u00bb, dass menschliche Gemeinschaften auf Arbeit angewiesen sind, um ihre Bed\u00fcrfnisse zu befriedigen, und sie m\u00fcssen Mechanismen f\u00fcr die Verteilung der gesellschaftlichen Arbeit auf eine F\u00fclle von \u00f6konomisch lebenswichtigen Aufgaben entwickeln. Zudem, wenn sich Gesellschaften in verschiedene soziale Klassen aufteilen, die Verf\u00fcgungsgewalt \u00fcber die gesellschaftlichen Produktionsmittel bei einer Klasse konzentrieren, nimmt die Verteilung der gesellschaftlichen Arbeit notwendigerweise eine antagonistische Form an, da die direkten Produzenten und die Aneigner des gesellschaftlichen \u00dcberschusses entgegengesetzte Interessen verfolgen. Doch nicht jede von Menschen geschaffene Gesellschaftsordnung ist so dezidiert wie der Kapitalismus darauf ausgerichtet Produktion zum Zweck des Markttausches und der Erzielung von Profit betreiben.<\/p>\n<p>Der Kapitalismus zeichnet sich dadurch aus, dass die Produktion von Waren (definiert als Produkte der Arbeit, die f\u00fcr den Verkauf auf einem Markt bestimmt sind) zu einem verallgemeinerten Ph\u00e4nomen wird. Das bedeutet nicht, dass jedes Produkt, jede Wirkung oder jedes Ergebnis menschlicher Arbeit vermarktet wird; es bedeutet jedoch, dass die grosse Mehrheit vermarktet wird, dass Waren die bei weitem \u00f6konomisch bedeutendsten Produkte menschlicher Arbeit werden und, was am wichtigsten ist, dass die Arbeitskraft selbst (die F\u00e4higkeit zu arbeiten) zu einer Ware wird, die in der Sph\u00e4re des Markttausches gekauft wird, um den Mehrwert aus den produktiven Lohnarbeitern herauszuholen. Genau unter diesen Bedingungen ger\u00e4t der sozio\u00f6konomische Lebensprozess unter die Herrschaft eines spezifisch kapitalistischen \u00abWertgesetzes\u00bb &#8211; \u00a0eines Gesetzes das verlangt, den Wert aller vermarkteten Waren und Dienstleistungen in Begriffen der \u00ababstrakten gesellschaftlichen Arbeit\u00bb zu messen, deren \u00abErscheinungsform\u00bb das Geld ist (siehe Counterpunch-Artikel vom 31. Januar, 2020).<\/p>\n<p>Unter den Bedingungen der kapitalistischen Warenproduktion und des Warenaustauschs sind die direkten Produzenten vom Eigentum und der Kontrolle \u00fcber die wichtigsten Produktionsmittel getrennt, die sich im Privateigentum der Kapitalisten befinden. Das Klassenmonopol der Kapitalisten \u00fcber das Eigentum an Fabriken, Bergwerken, M\u00fchlen und Land \u2013 in der Tat, von allen wichtigen \u00f6konomischen Verm\u00f6genswerten der Gesellschaft \u2013 erm\u00e4chtigt sie dazu, die Arbeiterklasse systematisch auszubeuten: die \u00fcbersch\u00fcssige Arbeit zu extrahieren, die den Mehrwert darstellt, der die \u00absoziale Substanz\u00bb des kapitalistischen Profits und Einkommens ist.<\/p>\n<p>So sind die Ph\u00e4nomene der Kooperation und Arbeitsteilung, die in allen menschlichen Gesellschaften zu finden sind \u2013 und die einem Naturgesetz entspringen, das \u00abdie Verteilung der gesellschaftlichen Arbeit in Proportionen\u00bb (Marx 1868) \u2013 eine besonders antagonistische und anti-egalit\u00e4re Form in einer Gesellschaft an, die auf Konkurrenz und systematische Ausbeutung einer Klasse der direkten Produzenten durch eine Klasse von Eigent\u00fcmern beruht. In einem solchen Kontext sollte es offensichtlich sein, dass der Slogan \u00abWir sitzen alle im selben Boot\u00bb eine besonders absurde und emp\u00f6rende Unwahrheit darstellt. Denn die Realit\u00e4t ist, dass verschiedene soziale Klassen (und sogar Klassenfraktionen) Ereignisse wie den durch die Pandemie ausgel\u00f6sten Einbruch zwangsl\u00e4ufig sehr unterschiedlich erleben.<\/p>\n<p>Um das volle Ausmass der Krise 2020-21 zu erfassen, m\u00fcssen wir jedoch auch untersuchen, was den Kapitalismus des 21. Jahrhunderts auszeichnet: die spezifischen Manifestationen einer systemischen Krise die als Reaktion auf die gravierenden Rentabilit\u00e4tsprobleme der 1970er Jahre Gestalt annahm und wie sich diese sich in den letzten vierzig Jahren \u2013 unter der sich durchsetzenden neoliberalen Offensive \u2013 entfaltet und versch\u00e4rft hat. Diese Fragen beziehen sich haupts\u00e4chlich auf die Krise der Mehrwertproduktion (oder \u00abVerwertungskrise\u00bb), die in unserem Buch Twilight Capitalism ausf\u00fchrlich diskutiert wird \u2013 eine Krise, die grunds\u00e4tzlich in der Verdr\u00e4ngung der existenzsichernden Lohnarbeit (der einzigen Quelle des Mehrwerts) durch arbeitssparende Technologie und die daraus resultierende unzureichende Produktion des Mehrwerts im Verh\u00e4ltnis zu den Gesamtkosten der kapitalistischen Produktion und Reproduktion besteht.<\/p>\n<p>Der Vorlauf zur Katastrophe von 2020-21 war bereits gepr\u00e4gt von den Ergebnissen einer eigent\u00fcmlichen zweigleisigen Strategie der Kapitalistenklasse, um die schw\u00e4chelnde Rentabilit\u00e4t zu st\u00fctzen: einerseits, um so viel Mehrwert wie m\u00f6glich aus der lebendigen, produktiven Lohnarbeit zu extrahieren durch eine Reihe neoliberaler Mechanismen und Massnahmen, einschliesslich der r\u00fccksichtslosen Pl\u00fcnderung der \u00abGaben der Natur\u00bb; und auf der anderen Seite, die Aktienm\u00e4rkte zu f\u00f6rdern, um unrealistisch hohe Aktienwerte (und \u00abfiktive Gewinne\u00bb) aufrechtzuerhalten, w\u00e4hrend willf\u00e4hrige Regierungen und Zentralbanken gezwungen werden, sich einzuschr\u00e4nken, die Unternehmenssteuern zu senken und bei Bedarf Geld zu drucken, um die \u00abfinanzielle Stabilit\u00e4t\u00bb zu gew\u00e4hrleisten. Das Ergebnis sind riesige Mengen an leicht verdientem Geld f\u00fcr die oberen Segmente der Kapitalistenklasse, aber auch ein tr\u00e4ges BIP-Wachstum, eine schwache Kapitalbildung in der produktiven Wirtschaft und die Anh\u00e4ufung von Bergen von Unternehmens-, Verbraucher-, Staats- und Studentenschulden \u2013 mit anderen Worten, riesige Anspr\u00fcche auf Werte, die noch gar nicht geschaffen wurden.<\/p>\n<p>Der Kapitalismus kann fortan kaum noch funktionieren, nicht einmal unter seinen eigenen Bedingungen. Anf\u00e4llig f\u00fcr periodische Wirtschaftskrisen, die immer tiefer und bedrohlicher erscheinen und bedrohlicher als je zuvor, offenbart dieses marode profitgetriebene System auch eine konstitutive Unf\u00e4higkeit, der Menschheit eine Welt ohne Krieg und \u00f6kologische Verw\u00fcstung zu sichern.<\/p>\n<p>Denjenigen, die sich weigern, die gesellschaftliche Realit\u00e4t durch die verzerrenden Prismen von kapitalistischem Eigennutz und Ideologie, grossb\u00fcrgerlicher Selbstgef\u00e4lligkeit, vors\u00e4tzlicher Ignoranz oder b\u00f6sartiger Vorurteile zu betrachten, wird es in der kommenden Zeit \u00fcberdeutlich werden, dass die bestehende Weltordnung \u2013 die vor allem auf die Aufrechterhaltung von Reichtum, Macht und Privilegien der Kapitalistenklasse ausgerichtet ist, zugleich irrational, unhaltbar und moralisch verwerflich ist. Die Menschheit kann es sich nicht l\u00e4nger leisten, ein sozio\u00f6konomisches System zu tolerieren, das unsere fundamentalsten Interessen als Spezies den fl\u00fcchtigen Interessen einer winzigen kapitalistischen herrschenden Klasse unterordnet, die sich das Recht anmasst, die wichtigsten Produktionsmittel der Welt zu besitzen und zu kontrollieren und alle wichtigen Entscheidungen zu treffen, die das Leben von Leben von acht Milliarden Menschen beeinflusst \u2013 fast immer zum Schlechteren.<\/p>\n<p>Das Buch Twilight Capitalism macht auf die dringende Notwendigkeit aufmerksam, dieses veraltete System zu \u00fcberwinden \u2013 und nicht nur dieses \u00fcberholte System zu reformieren. Damit die Menschheit \u00fcberleben und sich weiterentwickeln kann, muss das Privateigentum der Kapitalistenklasse an den Produktions-, Distributions- und Tauschmitteln enteignet und unter das kollektive Eigentum und die Kontrolle der arbeitenden Menschen in einer rational geplanten und demokratisch verwalteten sozialistischen Gesellschaft gestellt werden \u2013 einem globalen Gemeinwesen, das sich grundlegend auf die Gesundheit, das Wohlergehen und die freie Entfaltung eines jeden menschlichen Individuums ausrichtet.<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><em><a href=\"https:\/\/murraysmithorg.files.wordpress.com\/2021\/04\/capitalist-morbidity-and-the-global-crisis-of-2020-21.pdf\">murraysmithorg.com&#8230;<\/a><\/em><em> vom 21. Mai 2021\u00a0; \u00dcbersetzung durch Redaktion maulwuerfe.ch <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Murray Smith, Jonah Butovsky und Josh Watterton. Anmerkung der Autoren: Der folgende Text ist eine Adaption des ersten Kapitels aus unserem Buch Twilight Capitalism: Karl Marx and the Decay of the Profit System (Fernwood Publishing, &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":9676,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,6,7],"tags":[25,23,121,18,13,45,22],"class_list":["post-9675","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-debatte","category-geschichte-und-theorie","category-international","tag-arbeiterbewegung","tag-buecher","tag-covid-19","tag-imperialismus","tag-marx","tag-neoliberalismus","tag-politische-oekonomie"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9675","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9675"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9675\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9678,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9675\/revisions\/9678"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/9676"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9675"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9675"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9675"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}