{"id":9694,"date":"2021-05-25T11:22:59","date_gmt":"2021-05-25T09:22:59","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=9694"},"modified":"2021-05-25T11:23:01","modified_gmt":"2021-05-25T09:23:01","slug":"indien-und-pakistan-ein-globaler-plan-gegen-covid-19-ist-notwendig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=9694","title":{"rendered":"Indien und Pakistan : ein globaler Plan gegen CoVid-19 ist notwendig!"},"content":{"rendered":"<p><em>Minerwa Tahir. <\/em>W\u00e4hrend sich die zweite Welle der Virusausbreitung von CoVid-19 f\u00fcr Indien in gro\u00dfem Ausma\u00df als t\u00f6dlich erweist, scheint sich die Situation in Pakistan, wenn auch in kleinerem Ausma\u00df, zu verschlimmern. Beide Staaten haben ihr Bestes getan, um einen<!--more--> landesweiten Lockdown gegen den Rat von GesundheitsexpertInnen zu verhindern. Infolgedessen werden t\u00e4glich Tausende weitere Menschen infiziert, und was hier geschieht, wiederholt sich in halbkolonialen L\u00e4ndern auf der ganzen Welt.<\/p>\n<p><strong>Indien<\/strong><\/p>\n<p>Gemeldete Zahlen zeigen \u00fcber 25 Millionen F\u00e4lle in Indien, mit mehr als 280.000 Toten. ExpertInnen sagen, dass die tats\u00e4chliche Zahl um ein Vielfaches h\u00f6her liegt. Selbst mit den ver\u00f6ffentlichten Werten steht Indien nach den USA mit der zweith\u00f6chsten Zahl an F\u00e4llen in der Welt da. Berichten zufolge sind einige Krematorien im Bundesstaat Gujarat so \u00fcberlastet, dass die Metallstrukturen der \u00d6fen schmelzen oder brechen. Der Grund? Sie sind rund um die Uhr in Betrieb, weil die Leichen inmitten der Pandemie bergeweise anfallen.<\/p>\n<p>Viele Menschen k\u00e4mpfen sogar darum, die Mittel zu finden, um ihre Angeh\u00f6rigen einzu\u00e4schern. Hunderte von Leichen wurden im Ganges treibend oder im Sand seines Ufers begraben gefunden. Dies ist besonders besorgniserregend. Obwohl einige Hindu-Gemeinschaften die Leichen von Kindern, unverheirateten M\u00e4dchen oder solchen, die an ansteckenden Krankheiten gestorben sind, im Fluss treiben lassen, gibt es eine steigende Zahl von armen Hindus, die sich angesichts der rasant steigenden Zahl von Todesf\u00e4llen einfach keine Ein\u00e4scherung leisten k\u00f6nnen. Deshalb wickeln sie den Leichnam in wei\u00dfen Musselin und schicken ihn in die Gew\u00e4sser des Ganges. Dadurch kann der Fluss potenziell vergiftet werden.<\/p>\n<p>Engp\u00e4sse bei Sauerstoff und Krankenhausbetten sind an der Tagesordnung. Diejenigen aus den besitzenden Klassen k\u00f6nnen es sich leisten, extra zu zahlen, um an die knappen Sauerstoffflaschen und Medikamente zu kommen. Ein stets unzureichendes Gesundheitssystem bedeutet jedoch, dass es nur eine begrenzte Anzahl an Krankenh\u00e4usern gibt. Man kann so viel Geld haben, wie man will, aber was n\u00fctzt das, wenn keine Gesundheitseinrichtungen vorhanden sind? In der Zwischenzeit wird die gro\u00dfe Mehrheit der ArbeiterInnenklasse und der unteren Schichten einfach im Stich gelassen und muss zusehen, wie ihre Angeh\u00f6rigen sterben. Nat\u00fcrlich wurde und wird der Ernst der Lage von der Regierung heruntergespielt.<\/p>\n<p>Bisher sind nur etwa 26 Millionen Menschen in Indien vollst\u00e4ndig geimpft worden, bei einer Bev\u00f6lkerung von 1,4 Milliarden, w\u00e4hrend etwa 124 Millionen eine erste Dosis erhalten haben. Indien hat zwar Millionen weiterer Dosen bestellt, aber das Land ist noch weit von dem entfernt, was es braucht. Es hat den weltweit gr\u00f6\u00dften Impfstoffhersteller, das Serum Institute of India (Seruminstitut Indiens), doch nur 10 Prozent der erwachsenen Bev\u00f6lkerung haben die erste Dosis erhalten und nur 2 Prozent sind vollst\u00e4ndig geimpft. Nachdem mehr als 66 Millionen Dosen gespendet oder als Export verkauft wurden, wurde erst im M\u00e4rz dieses Jahres die Gier der Unternehmen mit einem Exportstopp f\u00fcr Impfstoffe vor\u00fcbergehend einged\u00e4mmt. Dennoch geh\u00f6rte das Serum-Institut zu den 418 indischen Unternehmen, die 2019\u20132020 einen Umsatz von umgerechnet mehr als 55 Milliarden Euro meldeten. Es war auch das Unternehmen, das den h\u00f6chsten Nettogewinn f\u00fcr jede Rupie Umsatz erwirtschaftete.<\/p>\n<p><strong>Pakistan<\/strong><\/p>\n<p>Auch die Situation in Pakistan ist besorgniserregend. Die offizielle Zahl der Todesf\u00e4lle liegt bei 19.617, w\u00e4hrend die Gesamtzahl der F\u00e4lle 880.362 betr\u00e4gt. Die ver\u00f6ffentlichte Statistik wies in der ersten M\u00e4rzwoche 16.000 Schwererkrankungen aus und stieg allein im April auf mehr als 140.000 an, dazu kommen \u00fcber 3.000 Todesf\u00e4lle. Laut BBC zeigen offizielle Daten, dass die Bettenbelegung in den Intensivstationen der gro\u00dfen \u00f6ffentlichen und privaten Krankenh\u00e4user in Lahore am 28. April bereits bei \u00fcber 93 Prozent lag, w\u00e4hrend in einigen Gro\u00dfst\u00e4dten der gr\u00f6\u00dften und am schlimmsten betroffenen Provinz Punjab die Auslastung von Beatmungsger\u00e4ten und Betten mit Sauerstoff \u00fcber 80 Prozent betrug. Sollte die Zahl der Infektionen steigen, wird nicht nur die Bettenknappheit ein Problem sein. Das Land verbraucht bereits 90 Prozent seines Sauerstoffvorrats, wobei mehr als 80 Prozent auf die Gesundheitsversorgung entfallen.<\/p>\n<p>Die Ober- und Mittelschicht hat inzwischen begonnen, ihre Kontakte zu nutzen, um nicht nur private Krankenh\u00e4user, sondern auch staatliche Gesundheitseinrichtungen aufzusuchen, wenn erstere ausgelastet sind. Auf diese Weise werden die ArbeiterInnenklasse und die Armen weiter von der Behandlung ausgeschlossen. Dar\u00fcber hinaus gibt es Berichte, dass die Regierung absichtlich weniger Tests durchf\u00fchrt und Menschen trotz eindeutiger Symptome nicht untersucht, um den Ernst der Lage herunterzuspielen. Dies bedeutet, dass die verarmten Massen weiterhin an dem Virus sterben werden, die Ursache ihres Todes aber nicht offiziell anerkannt wird.<\/p>\n<p>Nach Angaben des Sonderassistenten des Premierministers f\u00fcr Gesundheit hat Pakistan seit dem 2. Februar etwas mehr als zwei Millionen Impfdosen ausgegeben. Das sind gerade einmal 0,95 Dosen pro hundert Menschen. Dies ist offensichtlich unzureichend. Indien, das sein Impfprogramm im Januar begonnen hat, hat mehr als 144 Millionen Dosen appliziert, was ungef\u00e4hr 10,5 Dosen pro hundert Menschen entspricht.<\/p>\n<p>Pakistan, mit einer Bev\u00f6lkerung von \u00fcber 220 Millionen Menschen, hat bisher nur 18 Millionen Dosen gesichert, von denen es nur etwas mehr als f\u00fcnf Millionen erhalten hat. Nach den vom Duke Global Health Innovation Centre zusammengestellten Daten ben\u00f6tigt das Land mindestens 86 Millionen Dosen. Die Economist Intelligence Unit (Forschungs- und Analyseunternehmen der Zeitschrift The Economist) sagt in ihrem Bericht, dass Pakistan erst Anfang 2023 eine fl\u00e4chendeckende Impfung, also 60\u201370 Prozent der erwachsenen Bev\u00f6lkerung, erreichen wird.<\/p>\n<p><strong>Halbkoloniale L\u00e4nder und Pandemie<\/strong><\/p>\n<p>Die Situation in halbkolonialen L\u00e4ndern wie Indien und Pakistan stellt eine Gefahr nicht nur f\u00fcr die beiden L\u00e4nder, sondern f\u00fcr die ganze Welt dar. Die Wahrscheinlichkeit, dass in einem Land neue Varianten entstehen, steigt mit wachsender Zahl der Covid-F\u00e4lle. Jede einzelne Infektion gibt dem Virus die Chance, sich weiterzuentwickeln. Eine gro\u00dfe Sorge ist, dass Mutationen entstehen k\u00f6nnten, die Impfstoffe unwirksam machen. In diesem Szenario sind die Abriegelung nicht lebensnotwendiger Industrien, soziale Distanzierung und Impfungen der einzige Weg.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend L\u00e4nder wie Indien und Pakistan keine Chance haben, eine effektive Impfung ihrer riesigen Bev\u00f6lkerung aus eigener Kraft zu gew\u00e4hrleisten, sind ihre Regierungen auch nicht an einer Schlie\u00dfung der nicht lebensnotwendigen Industrie interessiert. Der indische \u00c4rztInnenverband sagte Anfang des Monats, dass eine \u201evollst\u00e4ndige, gut geplante und im Voraus angek\u00fcndigter nationaler Lockdown\u201c f\u00fcr 10 bis 15 Tage dem \u00fcberlasteten Gesundheitssystem des Landes Zeit geben w\u00fcrde, \u201esich zu erholen und sowohl das Material als auch die Arbeitskr\u00e4fte wieder zu erg\u00e4nzen\u201c, die es braucht.<\/p>\n<p>In \u00e4hnlicher Weise haben auch GesundheitsexpertInnen in Pakistan die Bedeutung eines Shutdowns betont. Beide Regierungen bestehen darauf, dass eine solcher die letzte Option w\u00e4re. Premierminister Imran Khan w\u00fcrde gerne warten, bis die Umst\u00e4nde \u201edie gleichen wie in Indien\u201c werden. Angesichts von mehr als 280.000 toten InderInnen fragt man sich, wann die Zeit f\u00fcr die von der Bharatiya Janata Party (BJP) gef\u00fchrte Regierung reif w\u00e4re, die sogenannte letzte Option umzusetzen.<\/p>\n<p><strong>Zynismus, \u00dcberausbeutung und Repression<\/strong><\/p>\n<p>Beide Premierminister, Khan und Modi, benutzen zynisch das Leiden der einfachen werkt\u00e4tigen Massen als Vorwand, um Aussperrungen zu verhindern. Es ist sicherlich wahr, dass die ArbeiterInnenklasse, insbesondere ihre schw\u00e4chsten Schichten, schwer leidet, da sie keine Mittel hat, um sich mit Lebensmitteln zu versorgen oder f\u00fcr Miete und andere Ausgaben aufzukommen. Aber beide Staaten \u00fcbernehmen keinerlei Verantwortung, wenn es darum geht, in solch schwierigen Zeiten f\u00fcr die Bed\u00fcrfnisse der Massen zu sorgen. Sie wenden alles auf, um der KapitalistInnenklasse Hilfspakete zu geben, aber sie haben nichts f\u00fcr die Massen \u00fcbrig.<\/p>\n<p>Der Grund f\u00fcr den Widerstand gegen den Shutdown der nicht lebensnotwendigen Industrie ist einfach die Wahrung der Interessen des Kapitals. W\u00e4hrend Ereignisse wie die Kumbh Mela (gr\u00f6\u00dftes hinduistisches Fest) sicherlich zu dem enormen Anstieg der Fallzahlen beigetragen haben, werden jeden Tag ArbeiterInnen in beengte AusbeuterInnenbetriebe gezwungen, um Profit f\u00fcr die KapitalistInnenklasse zu machen. Wir finden kaum JournalistInnen, der \u00fcber diese t\u00e4glichen Superinfektion sprechen.<\/p>\n<p>In Indien und Pakistan ist ein massives Durchgreifen gegen demokratische Freiheiten im Namen von Ma\u00dfnahmen gegen das Virus im Gange. Beide Staaten haben ihre milit\u00e4rischen Kr\u00e4fte noch weiter erm\u00e4chtigt, um Einschr\u00e4nkungen durchzusetzen. Dies geschieht nicht aus tats\u00e4chlicher Sorge um das Leben der Menschen, sondern um im Falle eines Aufstandes, der aufgrund der kriminellen Nachl\u00e4ssigkeit der Regierungen ausbricht, diesen im Keim zu ersticken. Die BJP-gef\u00fchrte Regierung hat im vergangenen Jahr bereits zwei Generalstreiks gegen ihre neoliberale, arbeiterInnen- und b\u00e4uerInnenfeindliche Politik erlebt.<\/p>\n<p>Unterdessen l\u00e4uft die chauvinistische Rhetorik gegen Pakistan seitens der BJP weiter. Der pakistanische Premierminister bot Indien am 25. April angesichts der Covidkrise Unterst\u00fctzung an. Edhi, eine bekannte Wohlt\u00e4tigkeitsorganisation in Pakistan, erkl\u00e4rte sich ebenfalls bereit, angesichts der steigenden Covid-19-F\u00e4lle im Land medizinische Hilfe zu schicken. Modis hindunationalistische BJP-Regierung lehnte diese Angebote mit der Begr\u00fcndung ab, dass sie keine Hilfe von der \u201efeindlichen Nation\u201c annehmen werde.<\/p>\n<p>H\u00f6chstwahrscheinlich hat die pakistanische Regierung mit einer solchen Reaktion gerechnet und deshalb das Angebot gemacht. Realistisch betrachtet verf\u00fcgt Pakistan nicht \u00fcber die Mittel, sich um die Gesundheitsversorgung der eigenen Bev\u00f6lkerung zu k\u00fcmmern, geschweige denn einer so gro\u00dfen Population wie der Indiens zu helfen. Dennoch sind solche Man\u00f6ver f\u00fcr die indische und pakistanische herrschende Klasse n\u00fctzlich, da sie helfen, den nationalistischen Hass und Chauvinismus auf beiden Seiten am Leben zu erhalten.<\/p>\n<p><strong>Kerala<\/strong><\/p>\n<p>Schlie\u00dflich hat das Beispiel des indischen Bundesstaats Kerala veranschaulicht, was auch unter dem Kapitalismus getan werden k\u00f6nnte, um die Auswirkungen der Pandemie zu mildern. Dort hat die reformistische Regierung der Linken Demokratischen Front, einer von der Communist Party of India \u2013 Marxist (CPI-M) dominierten Koalition, einen kommunalen Gesundheitsdienst eingerichtet und Regierungsbefugnisse genutzt, um die Reaktion auf die Pandemie zu unterst\u00fctzen. Das Ergebnis: W\u00e4hrend der gr\u00f6\u00dfte Teil Indiens in Notstand geriet, herrschte in dem Bundesstaat kein Mangel an Sauerstoff, weil im Oktober letzten Jahres entsprechende Ma\u00dfnahmen ergriffen wurden.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem beschaffte sie rechtzeitig ausreichende Vorr\u00e4te an Remdesivir und Tocilizumab und anderen Medikamenten. Diese k\u00f6nnen die Infektion zwar nicht verhindern, aber die Sterblichkeitsrate durch das Virus drastisch senken. Als die Pandemie fortschritt, wurden diese Arzneimittel sp\u00e4ter zu exorbitanten Preisen auf dem Schwarzmarkt in der Hauptstadt und anderen St\u00e4dten verkauft. Letzte Woche gab Kerala 100.000 unbenutzte Fl\u00e4schchen mit Remdesivir an das Verteilerzentrum zur\u00fcck, um sie an andere bed\u00fcrftige Bundesstaaten auszuliefern.<\/p>\n<p>Obwohl Kerala sicher kein kommunistisch regierter Staat ist, hat seine Strategie einen bedeutenden Einfluss auf die Eind\u00e4mmung der Ausbreitung des Virus gehabt. Sie steht nicht nur in scharfem Kontrast zur Politik der Zentralregierung, sondern ist auch ein Hinweis darauf, was n\u00f6tig ist, um mit einer so gro\u00dfen Krise umzugehen. Es m\u00fcssen alle Ressourcen der Gesellschaft mobilisiert werden, unabh\u00e4ngig von Patenten, Profiten oder Eigentumsrechten. Wir brauchen eine Regierung, die wirklich die Interessen der Massen vertritt, ihnen gegen\u00fcber direkt rechenschaftspflichtig ist und die effiziente Verteilung der Ressourcen planen kann.<\/p>\n<p>Wir brauchen zwar eine Koordination auf Landes- und Provinzebene, aber es bedarf einer zentralen Planung nicht nur f\u00fcr einzelne L\u00e4nder, sondern auch zwischen ihnen. Die Notlage der Massen in der halbkolonialen Welt, wenn es um Impfstoffe geht, in Verbindung mit dem Horten und \u00dcberangebot von Impfstoffen in den imperialistischen L\u00e4ndern, unterstreicht die Notwendigkeit einer demokratischen Planung auf globaler Ebene.<\/p>\n<p><strong>Forderungen<\/strong><\/p>\n<p>Einige Forderungen, die wir in diesem Szenario vorbringen sollten, sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Die imperialistischen L\u00e4nder m\u00fcssen von den ArbeiterInnenbewegungen gezwungen werden, die Verantwortung f\u00fcr die Bezahlung von Massenimpfungen und Behandlungen in halbkolonialen L\u00e4ndern wie Indien und Pakistan zu \u00fcbernehmen! Gro\u00dfbritannien und Australien haben sich beide dreimal mehr Impfstoffe gesichert, als ihre gesamte Bev\u00f6lkerung ben\u00f6tigt. Das Horten von Impfstoffen muss sofort aufh\u00f6ren.<\/li>\n<li>Streichung aller Schulden der halbkolonialen L\u00e4nder! Die Regierungen Pakistans und Indiens m\u00fcssen sich weigern, Schulden an alle imperialistischen L\u00e4nder, an lokale und internationale Unternehmen und Banken sowie an internationale Finanzinstitutionen zur\u00fcckzuzahlen. Die in den Haushalten eingestellten Mittel f\u00fcr den Schuldendienst m\u00fcssen f\u00fcr die sofortige und kostenlose Versorgung mit Impfstoffen, Medikamenten, Sauerstoff und Betten sowie Schutzausr\u00fcstung f\u00fcr das Gesundheitspersonal verwendet werden.<\/li>\n<li>Die ArbeiterInnenorganisationen und -bewegungen in den imperialistischen L\u00e4ndern m\u00fcssen Proteste rund um das Thema Schuldenerlass organisieren und es politisieren! Mit Verschuldung sind fast alle Halbkolonien konfrontiert, also m\u00fcssen wir transnationale Bewegungen aufbauen, um die Schulden zu streichen. Internationale Solidarit\u00e4t ist der Weg nach vorn.<\/li>\n<li>Gro\u00dfe Hotels, Privatschulen und Luxusanlagen m\u00fcssen in kostenlose und \u00f6ffentliche Quarant\u00e4neeinrichtungen umgewandelt werden! Einrichtungen, die sich weigern, m\u00fcssen unter ArbeiterInnenkontrolle verstaatlicht werden.<\/li>\n<li>Schlie\u00dfung von nicht lebensnotwendigen Industrien ! Alle Unternehmen m\u00fcssen die ArbeiterInnen bei vollem Lohn nach Hause schicken. Unternehmen, die sich weigern, m\u00fcssen unter ArbeiterInnenkontrolle verstaatlicht werden.<\/li>\n<li>Bereitstellung von kostenloser Schutzausr\u00fcstung, h\u00e4ufigen Tests und Rotationspl\u00e4ne f\u00fcr alle ArbeiterInnen in notwendigen Bereichen!<\/li>\n<li>\u00d6ffnung der Gesch\u00e4ftsunterlagen aller Unternehmen, um ihre tats\u00e4chliche Bilanz einzusehen! Es muss eine progressive Besteuerung der Reichen eingef\u00fchrt werden, um das Leben der einfachen Massen zu retten, indem nicht nur eine kostenlose Gesundheitsversorgung, sondern auch kostenlose Lebensmittel bereitgestellt werden.<\/li>\n<li>Kostenlose Versorgung mit Strom, Gas und Wasser f\u00fcr alle!<\/li>\n<li>Verweigerung der Mietzahlung, bis die Pandemie vorbei ist! Wir m\u00fcssen MieterInnengewerkschaften aufbauen, was in Verbindung mit dem Mietboykott zur Notwendigkeit der Verstaatlichung des Wohnungssektors f\u00fchren sollte. Wir fordern vom Staat die Einf\u00fchrung einer Gesetzgebung, die die Zwangsr\u00e4umung von Menschen, die ihre Mieten w\u00e4hrend der Pandemie nicht zahlen k\u00f6nnen, unter Strafe stellt.<\/li>\n<li>Alle Bildungseinrichtungen sind sofort zu schlie\u00dfen! Das Lehrpersonal soll mit einer angemessenen Ausbildung ausgestattet werden, um kostenlos Online-Unterricht zu erteilen! Allen Sch\u00fclerInnen und LehrerInnen sind kostenloses Internet und kostenlose Ger\u00e4te zum Online-Lernen durch \u00f6ffentliche Mittel zur Verf\u00fcgung zu stellen!<\/li>\n<li>Erh\u00f6hung der Haushalte f\u00fcr Gesundheit und Bildung auf jeweils 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts durch K\u00fcrzung des Milit\u00e4rbudgets!<\/li>\n<li>Recht auf Versammlung f\u00fcr Proteste und Demos! Die ArbeiterInnenklasse muss sich durch Sicherheitsma\u00dfnahmen sch\u00fctzen. Wir k\u00f6nnen nur f\u00fcr unsere Zukunft k\u00e4mpfen, wenn wir leben. Deshalb sind soziale Distanzierung, Masken und H\u00e4ndewaschen notwendige Ma\u00dfnahmen.<\/li>\n<li>Der Staat muss allen Bed\u00fcrftigen ein Mindestma\u00df an Lebensmittelrationen (oder Geld daf\u00fcr) zur Verf\u00fcgung stellen!<\/li>\n<li>\u00d6ffentliche Kontrolle und Transparenz \u00fcber alle auf Covid-bezogenen Wohlt\u00e4tigkeitsorganisationen und Spendenaktionen!<\/li>\n<li>Patentrechte f\u00fcr Impfstoffe und Arneimittel m\u00fcssen sofort abgeschafft werden!<\/li>\n<li>Entsch\u00e4digungslose Enteignung aller gro\u00dfe Pharmafirmen wie des Seruminstituts Indiens. Es darf ihnen nicht mehr erlaubt werden, vom Elend der Menschheit zu profitieren. Macht die Technologie und das Know-how f\u00fcr die Impfstoffproduktion zug\u00e4nglich, um die Produktion weltweit zu maximieren! Die gro\u00dfe Pharmaindustrie muss unter ArbeiterInnenkontrolle zwangsweise verstaatlicht werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/arbeiterinnenmacht.de\/2021\/05\/24\/indien-und-pakistan-beweisen-ein-globaler-plan-gegen-covid-19-ist-notwendig\/\"><em>arbeiterinnenmacht.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 25. Mai 2021 <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Minerwa Tahir. W\u00e4hrend sich die zweite Welle der Virusausbreitung von CoVid-19 f\u00fcr Indien in gro\u00dfem Ausma\u00df als t\u00f6dlich erweist, scheint sich die Situation in Pakistan, wenn auch in kleinerem Ausma\u00df, zu verschlimmern. 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