{"id":9732,"date":"2021-06-02T10:22:14","date_gmt":"2021-06-02T08:22:14","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=9732"},"modified":"2021-06-02T10:22:16","modified_gmt":"2021-06-02T08:22:16","slug":"kolumbien-die-hartnaeckige-rebellion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=9732","title":{"rendered":"Kolumbien: Die hartn\u00e4ckige Rebellion"},"content":{"rendered":"<p><em>Miguel Lamas.<\/em> <strong>Am 28. Mai, einen Monat nach Beginn des Streiks mit Mobilisierungen und Blockaden, kam es wiederum zu sehr starken Mobilisierungen. Die Regierung Duque antwortete mit brutaler milit\u00e4rischer und polizeilicher Repression durch die ESMAD (Anti-Aufruhr-Polizei) und bewaffnete paramilit\u00e4rische Zivilisten, die allein in Cali 14 Tote und 98 Verletzte forderte (UN-Bericht). Zudem<\/strong><!--more--> <strong>verh\u00e4ngte er den Kriegszustand \u00fcber 8 Provinzen. Aber die Blockaden und<\/strong> <strong>Mobilisierungen gehen trotzdem weiter.<\/strong><\/p>\n<p>Trotz der harten Repression, die seit einem Monat bereits mehr als 60 Menschen get\u00f6tet und Hunderte verwundet hat, hat der massive Volksaufstand von Jugendlichen, Indigenen und Arbeitern nicht aufgeh\u00f6rt und ist in seine f\u00fcnfte Woche getreten. Die Front der st\u00e4dtischen Jugend hat mit der indigenen, afroamerikanischen und b\u00e4uerlichen Garde eine Organisation entwickelt, die sich gegen die gewaltsame Unterdr\u00fcckung durch Polizei, Milit\u00e4r und Paramilit\u00e4rs wehrt. Sie verf\u00fcgen \u00fcber \u00c4rzte und logistische Unterst\u00fctzung mit Blockaden, Schilden, Helmen&#8230; und umfassen auch Volksversammlungen, die sich in den Stadtvierteln und an vielen Blockadepunkten gebildet haben.<\/p>\n<p>Eines der Beispiele f\u00fcr diese Ausweitung und Bildung neuer Organisationsformen des Kampfes ist die Entstehung von \u00abM\u00fcttern an der Front\u00bb, die sich mit schwarzen Schilden und blauen Helmen uniformieren. Sie skandieren: \u00abWenn unsere Kinder demonstrieren und in den Kampf ziehen, werden wir M\u00fctter sie unterst\u00fctzen und mit ihnen k\u00e4mpfen. Sie marschieren in der ersten Reihe, direkt im Visier der gef\u00fcrchteten ESMAD-Spezialeinheit.<\/p>\n<p><strong>Endlose Verhandlungen&#8230; W\u00e4hrend der Streik und die Repression weitergehen<\/strong><\/p>\n<p>Die Regierung Duque verhandelt seit drei Wochen mit den F\u00fchrern des Nationalen Streikkomitees (CNP), das sich aus den Gewerkschaften CUT, CTC, CGT und der Lehrergewerkschaft FECODE zusammensetzt. Die einzige Forderung der CNP zur Fortsetzung der Verhandlungen lautet, dass die Repression aufh\u00f6rt und friedlicher Protest erlaubt wird.<\/p>\n<p>Die Regierung Duque musste angesichts der gigantischen Volksmobilisierung bereits einen R\u00fcckzieher machen und die Steuer- und Gesundheitsreform (die die Gesundheitsversorgung privatisierte) zur\u00fccknehmen.\u00a0 Er sagt, er wolle verhandeln, l\u00e4dt die CNP zu Verhandlungen ein, setzt aber die brutale Repression fort und sagt, er werde die Blockaden nicht akzeptieren. Und die CNP, die sagt, dass sie nicht verhandeln wird, solange die Repression weitergeht, verhandelt weiter mit Duque. Letzte Woche forderte sie den R\u00fccktritt von Verteidigungsminister Diego Molano (der gerade vom Senat best\u00e4tigt wurde) und der direkt f\u00fcr die m\u00f6rderische Repression verantwortlich ist.<\/p>\n<p><strong>Welchen Ausweg?<\/strong><\/p>\n<p>Die Opposition, die verschiedenen Mitte-Links-Gruppen, die im Parlament vertreten sind (Gustavo Petros Colombia Humana, Coalici\u00f3n de la Esperanza, ex-FARC), sowie die CNP und die zentralen Gewerkschaften wollen vor allem verhandeln und die Wahlen von 2022 abwarten.<\/p>\n<p>Gustavo Petro berichtete nach einem Treffen mit Gesch\u00e4ftsleuten an vergangenem Wochenende, dass er eine Gruppe gebildet habe, die das \u00abwirtschaftspolitische Team der n\u00e4chsten Regierung\u00bb bilden werde, zuversichtlich, dass er bei den Wahlen 2022 gewinnen werde. Bei diesem Treffen mit Gesch\u00e4ftsleuten sagte Petro \u00f6ffentlich: \u00abDenken Sie nicht, dass wir Barrikaden bauen, wir bauen das demokratische Land, das ganz Kolumbien angesichts der gegenw\u00e4rtigen Unf\u00e4higkeit verdient&#8230; die L\u00f6sungen, nach denen das bereits arbeitende Wirtschaftsteam sucht, sind die gleichen, die das Volk auf der Strasse fordert\u00bb, schrieb Petro. Obwohl er auf diese angesprochenen L\u00f6sungen mit keinem Wort einging, von denen er aber sagte, dass das Volk sie fordere, ist klar, dass ein Programm, das mit den Gesch\u00e4ftsleuten vereinbart wurde, die Verteidigung der Profite der Gesch\u00e4ftsleute anstrebt und nicht die Forderungen des Volkes.<\/p>\n<p>Am Rande sagte er auch, dass er \u00abdie Barrikaden\u00bb, also die Kampfformen der riesigen Volksbewegung des nationalen Streiks, nicht unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich muss eine wirtschaftliche und politische L\u00f6sung diskutiert werden, die den Menschen zugutekommt. Die grundlegende L\u00f6sung besteht darin, nach dem Sturz von Duque und dem Uribismus eine Regierung der Arbeiter, der Jugend, der Indigenen und des kolumbianischen Volkes durchzusetzen, die das ultra-repressive Regime Kolumbiens beendet und mit einem Wirtschaftsplan voranschreitet, der das kapitalistische Desaster beendet, unter anderem mit Notmassnahmen wie der Nichtbezahlung der Schulden, und der die Vorherrschaft der Banken, der multinationalen Konzerne und des Imperialismus bricht.<\/p>\n<p><strong>Es lebe die Volksrebellion!<\/strong><\/p>\n<p>Trotz der Repression und der heiklen Verhandlungen geht der Volksaufstand, um Duque loszuwerden, weiter. Der Block f\u00fcr den unbefristeten Streik, der von verschiedenen Str\u00f6mungen gebildet wird, darunter unsere Schwesterorganisation Colectivos Unidos, fordert, dass die CNP in allen Gewerkschaften Versammlungen abh\u00e4lt, um \u00fcber einen unbefristeten Streik in der Produktion abzustimmen, und sich den von der Jugend und den Gemeinden organisierten Blockaden anschliesst und die Ausweitung der Volksversammlungen im ganzen Land f\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Verschiedene Sektoren des Kampfes rufen zu einer Nationalen Volksversammlung f\u00fcr den 6., 7. und 8. Juni in Bogot\u00e1 auf, um dem unbefristeten Streik Kraft und Organisation zu geben, die Repression zu besiegen und den Kampf f\u00fcr dringende Forderungen wie Gesundheit und Massenimpfungen voranzutreiben, Bildung zum Nulltarif, Besch\u00e4ftigung und Zahlung eines Mindesteinkommens, Schutz der b\u00e4uerlichen Produktion und ein Ende des Masseneinsatzes von Glyphosat, Verteidigung der indigenen Territorien, Aufl\u00f6sung der ESMAD, Gerechtigkeit zur Bestrafung derjenigen, die das Volk unterdr\u00fccken, die Freilassung der Verhafteten und den Abgang von Iv\u00e1n Duque.<\/p>\n<p>[\u2026]<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/uit-ci.org\/index.php\/2021\/06\/01\/colombia-la-rebelion-que-no-cesa\/\"><em>uit-ci.org&#8230;<\/em><\/a><em> vom 2. Juni 2021; \u00dcbersetzung Redaktion maulwuerfe.ch mit einer kleinen K\u00fcrzung<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Miguel Lamas. Am 28. 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