{"id":9776,"date":"2021-06-12T08:51:32","date_gmt":"2021-06-12T06:51:32","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=9776"},"modified":"2021-06-12T08:51:33","modified_gmt":"2021-06-12T06:51:33","slug":"beispielhafte-solidarische-streikbewegung-in-den-usa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=9776","title":{"rendered":"Beispielhafte solidarische Streikbewegung in den USA"},"content":{"rendered":"<p>\u201c<em>Am Samstag traten 2.900 Arbeiter des Volvo-Trucks-Werks in Dublin (Virginia) in der Region New River Valley in einen Streik f\u00fcr h\u00f6here L\u00f6hne, bessere Gesundheits- und Sicherheitsma\u00dfnahmen und K\u00fcndigungsschutz. Der Ausstand begann vor dem Hintergrund eines neuerlichen Anwachsens von Streiks und anderen Formen des Klassenkampfs in den USA und anderen L\u00e4ndern. Im Februar hatten 96,8 Prozent der Arbeiter bei Volvo Trucks<\/em><!--more--> <em>f\u00fcr den Streik gestimmt, doch die Gewerkschaft United Auto Workers ignorierte dieses Streikmandat monatelang und verl\u00e4ngerte den derzeitigen Tarifvertrag um 30 Tage. Damit hatte das Unternehmen genug Zeit, um Ma\u00dfnahmen f\u00fcr einen Streikbruch vorzubereiten. as fast 15 Quadratkilometer gro\u00dfe Volvo-Werk im New River Valley ist der weltweit gr\u00f6\u00dfte Hersteller von Sattelzugmaschinen. Obwohl der Umsatz des schwedischen Volvo-Konzerns von 2019 bis 2020 wegen der Pandemie zur\u00fcckging, verzeichnet das Unternehmen noch immer hohe Profite (\u2026) Genau wie in der gesamten Autoindustrie und anderen Branchen mussten auch die Arbeiter bei Volvo Trucks w\u00e4hrend der Corona-Pandemie unter unsicheren Bedingungen arbeiten, zahlreiche Infektionen waren die Folge. (\u2026) Doch statt ihre Mitglieder in einem gemeinsamen Kampf zu vereinen, versucht die UAW immer verzweifelter, \u201edie Feuer zu l\u00f6schen\u201c, d.h. Streiks und andere K\u00e4mpfe zu isolieren<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2021\/04\/20\/volv-a20.html\">Beitrag von Marcus Day vom 20. April 2021 bei wsws.org<\/a>\u00a0(mit einem \u00dcberblick \u00fcber weitere Streiks), weitere Infos:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Volvo-Arbeiter bereiten Kampf vor, Konzern streicht Krankenversicherung und setzt Streikbrecher ein \u2013 \u201eKeine Gesundheitsversorgung? Keine Verhandlungen!\u201c\u00a0<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>\u201c<em>Am Dienstag \u2013 ein Tag, nachdem fast 3.000 Arbeiter von Volvo Trucks zum zweiten Mal in diesem Jahr die Arbeit niedergelegt hatten \u2013 hat Volvo den Arbeitern und ihren Familien die Krankenversicherung entzogen. Der multinationale Autokonzern hat au\u00dferdem Streikbrecher im Werk New River Valley (NRV) in Dublin, Virginia, eingesetzt und den streikenden Arbeitern erste Briefe mit K\u00fcndigungsdrohungen geschickt. In einer kurzen Nachricht, die auf der Facebook-Seite der lokalen Gewerkschaftsgruppe UAW Local 2069 gepostet wurde, hei\u00dft es: \u201eDas Unternehmen hat gestern um Mitternacht unsere Versicherung gek\u00fcndigt.\u201c Ein streikender Volvo-Arbeiter sagte der World Socialist Web Site, dass Volvo w\u00e4hrend des zweiw\u00f6chigen Streiks im April, bevor die Gewerkschaft United Auto Workers (UAW) die Arbeitsniederlegung abrupt beendete, keine Leistungen gestrichen habe. (\u2026) Die Funktion\u00e4re der Ortsgruppe UAW Local 2069 gaben lediglich die Information bekannt, ohne auch nur verbal dagegen zu protestieren, dass den Streikenden und ihren Familien mitten in einer Pandemie die Gesundheitsversorgung gestrichen wird. Auch die UAW International schwieg. In einer kurzen Mitteilung informierten Vertreter der Local 2069 die Arbeiter: \u201eIhr seid jetzt \u00fcber die UAW bei Cobra angemeldet. Wenn ihr euch beim letzten Mal registriert habt, m\u00fcsst ihr das nicht erneut machen.\u201c COBRA steht f\u00fcr den Consolidated Omnibus Budget Reconciliation Act von 1985, ein US-Gesetz, das es Arbeitern erm\u00f6glicht, ihre vom Arbeitgeber bereitgestellte Krankenversicherung nach deren Beendigung zu verl\u00e4ngern. Die UAW gibt auf ihrer Website zwar an, dass die Streikkasse die Versicherungspr\u00e4mien unter COBRA \u00fcbernimmt, aber nur f\u00fcr \u201ebestimmte Leistungen wie medizinische und verschreibungspflichtige Medikamente. Zu den nicht abgedeckten Leistungen geh\u00f6ren: Zahn-, Seh- und H\u00f6rhilfen sowie Kranken- und Unfallversicherung.\u201c (\u2026) Die Arbeiter haben auch berichtet, dass Volvo am Dienstagmorgen damit begonnen hat, Managementpersonal und nicht gewerkschaftlich organisierte Arbeiter einzusetzen, um die Arbeiten an den gelagerten Lkws abzuschlie\u00dfen. \u201eDas Unternehmen hofft jetzt, dass Streikbrecher durch die Streikposten kommen, um den Bestand von 2.000 Lkws abzuarbeiten, die \u00fcberall im Bezirk unverschlossen und ungesch\u00fctzt herumstehen\u201c, sagte der junge Arbeiter. \u201eWir haben ein Druckmittel, und es w\u00e4re grenzenlose Dummheit, es nicht in vollem Umfang zu nutzen.\u201c In einem Beitrag auf der Facebook-Seite von Local 2069 am Dienstag teilten UAW-Funktion\u00e4re den Arbeitern mit, dass sie nichts weiter tun k\u00f6nnen, als zuzusehen, wie die Streikbrecher ihre Posten \u00fcberqueren. Sie schrieben: \u201eDie Polizei hat uns informiert, dass wir die Eing\u00e4nge des Werks nicht blockieren sollen. Wir wollen nicht, dass jemand in Schwierigkeiten ger\u00e4t, und wir wollen, dass die Strafverfolgungsbeh\u00f6rden in dieser Sache neutral bleiben.\u201c (\u2026) Das Aktionskomitee der Volvo-Arbeiter, das den Widerstand gegen den Ausverkauf der UAW angef\u00fchrt hat, ver\u00f6ffentlichte am Dienstag eine Erkl\u00e4rung mit dem Titel \u201eKeine Gesundheitsversorgung? Keine Verhandlungen!\u201c. In der Erkl\u00e4rung, die Volvos Provokation anprangert, hei\u00dft es: \u201eLiebe Kolleginnen und Kollegen, dieser Angriff auf die Gesundheitsversorgung bedroht direkt uns alle und unsere Familien. In einer t\u00f6dlichen Pandemie richtet sich dieser Dolchsto\u00df gegen die gesamte arbeitende Bev\u00f6lkerung.\u201c (\u2026) Zu den Forderungen geh\u00f6ren: R\u00fcckzug des UAW-Verhandlungsausschusses und Kontrolle der Verhandlungen durch die Arbeiter an der Basis, volles Einkommen f\u00fcr streikende Arbeiter aus dem Streikfonds der UAW und Massenstreikposten, um Streikbrecher zu stoppen. Gleichzeitig k\u00f6nnen die Arbeiter im New River Valley diesen Kampf nicht alleine f\u00fchren. Die Volvo-Arbeiter im gesamten Unternehmensimperium m\u00fcssen mobilisiert werden \u2013 von den Arbeitern bei Mack Trucks in Pennsylvania, Maryland und Virginia bis zu den Werken in Schweden, Frankreich, Belgien, Russland, Brasilien, Indien und Thailand<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2021\/06\/10\/volvo-j10.html\">Artikel von Jerry White vom 9.6.2021 bei wsws.org<\/a>\u00a0\u00a0\u2013 siehe auch:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>\u201cVolvo Workers in Virginia Vote Down Bad Contract by 90 Percent\u2014Again\u201d<\/strong>.\u00a0<a href=\"https:\/\/labornotes.org\/2021\/06\/volvo-workers-vote-down-bad-contract-90-percent-again\">Artikel von Jane Slaughter am 7.6.21 bei labornotes<\/a>. Darin hei\u00dft es u.a. zur Abstimmung: Um eine faire Abstimmung zu gew\u00e4hrleisten, ermutigten sich die Arbeiter gegenseitig, einen schwarzen Stift mitzubringen, um ihre Stimmzettel zu markieren. (Als sie das Verhandlungsteam gew\u00e4hlt hatten, forderten die Gewerkschaftsfunktion\u00e4re sie auf, einen Bleistift zu benutzen, und viele Arbeiter glauben, dass diese Wahl gef\u00e4lscht war.) Sie machten Fotos von ihren \u201cNein\u201d-Stimmzetteln neben ihren Firmenschildern; Sisk \u2013 der das 90-prozentige Nein schon lange vorher vorausgesagt hatte \u2013 sagte, dass Hunderte solcher Bilder auf Facebook gepostet wurden\u2026 Und: Als einige Arbeiter unter Berufung auf die Gewerkschaftssatzung eine Petition zur Abberufung des diskreditierten Verhandlungsteams starteten, drohten die Funktion\u00e4re, dass ihr Schritt illegal sei, beschuldigten sie der Gewerkschaftszerschlagung und nannten sie Kommunisten\u2026<\/li>\n<li><strong>\u201eEuer Kampf hat internationale Bedeutung\u201c. Arbeiter in Deutschland solidarisieren sich mit den streikenden Volvo-Arbeitern in den USA <\/strong>\u201c\u2026\u00a0<em>Wir publizieren hier im Folgenden die ersten Gru\u00dfbotschaften, die wir von Arbeitern in Deutschland zur Unterst\u00fctzung der streikenden Volvo-Arbeiter bekommen haben. Wir rufen Arbeiter und WSWS-Leser auf, weitere Solidarit\u00e4tsschreiben zu schicken und diesen wichtigen Arbeitskampf unter Kollegen und Freunden bekannt zu machen und Unterst\u00fctzung zu mobilisieren<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2021\/06\/09\/volv-j09.html\">Beitrag vom 9.6.2021 bei wsws.org<\/a><\/li>\n<li><strong>Die Arbeiter von Volvo Trucks in Virginia kehren auf Streikposten zur\u00fcck: Ein Wendepunkt im US-amerikanischen und globalen Klassenkampf<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Die 3000 Arbeiter des Werks \u201eNew River Valley\u201c von Volvo Trucks in Dublin (Virginia) sind auf ihre Streikposten zur\u00fcckgekehrt. Sie haben auch die zweite Tarifeinigung, die die Gewerkschaft United Auto Workers (UAW) im Interesse des Unternehmens ausgehandelt hat, mit \u00fcberw\u00e4ltigender Mehrheit abgelehnt. Da \u00fcber den Kampf der Volvo-Arbeiter in den \u00fcberregionalen Medien kaum berichtet und er in den Publikationen der kleinb\u00fcrgerlichen pseudolinken Organisationen fast v\u00f6llig ignoriert wird, ist ein kurzer R\u00fcckblick auf die Ereignisse n\u00f6tig, die der Urabstimmung am Sonntag vorausgingen<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2021\/06\/09\/pers-j09.html\">Artikel von David North vom 9.6.2021 bei wsws.org<\/a><\/li>\n<li><strong>Volvo-Truck-Arbeiter in Virginia lehnen zweiten UAW-unterst\u00fctzten Tarifvertrag mit \u00fcberw\u00e4ltigender Mehrheit ab<br \/>\n<\/strong><em>\u201cAm Sonntag haben die Arbeiter des Volvo Truck-Werkes in Dublin (Virginia) im New River Valley entschieden gegen einen auf sechs Jahre angelegten Tarifvertrag gestimmt, den die Gewerkschaft United Auto Workers vorgelegt hatte. Das Ergebnis war \u00fcberw\u00e4ltigend \u2013 90 Prozent der Arbeiter und 91 Prozent der Angestellten wiesen den unternehmensfreundlichen Deal zur\u00fcck. Laut den Arbeitern war die Beteiligung in der fast 3.000-k\u00f6pfigen Belegschaft sogar noch gr\u00f6\u00dfer als bei der ersten Abstimmung am 16. Mai, bei der 91 Prozent der Arbeiter und 83 Prozent der Angestellten mit \u201eNein\u201c gestimmt hatten. In den Tagen vor der Abstimmung am Sonntag wurde die Erkl\u00e4rung des Aktionskomitees der Volvo-Arbeiter, die zur Abstimmung mit \u201eNein\u201c aufrief, gro\u00dffl\u00e4chig im Werk verteilt. Bei den letzten drei Tarifvertr\u00e4gen, die die UAW ausgehandelt hatte, mussten die Arbeiter jedes Mal umfangreiche Zugest\u00e4ndnisse akzeptieren. Diesmal sind sie jedoch entschlossen, das Stufensystem bei L\u00f6hnen und Zusatzleistungen abzuschaffen, betr\u00e4chtliche Verbesserungen bei ihren L\u00f6hnen durchzusetzen und sich gegen die Versuche zu wehren, ihnen h\u00f6here Gesundheitskosten und Zehn-Stunden-Schichten aufzuzwingen sowie die Leistungen f\u00fcr Rentner zu k\u00fcrzen. (\u2026) Der Mutterkonzern von Volvo Trucks, die schwedische Volvo Group, fordert weitere Zugest\u00e4ndnisse von den Arbeitern. Gleichzeitig plant das Unternehmen die Verteilung der 2,3 Milliarden Dollar, die es aus dem Verkauf ihrer japanischen Tochtergesellschaft UD Trucks erzielt hat, an seine Aktion\u00e4re. Zuvor hatte es Anfang des Jahres bereits mit zirka 3,68 Milliarden Dollar die h\u00f6chsten Dividenden seiner Geschichte gezahlt. Volvo-Arbeiter erkl\u00e4rten gegen\u00fcber der World Socialist Web Site, die Stimmung f\u00fcr einen Kampf sei \u00fcberw\u00e4ltigend: \u201eDie Leute sind extrem w\u00fctend und ungeduldig, sie wollen, dass das jetzt erledigt wird\u2026 Die Gewerkschaftsbosse sind ins Werk gekommen, um Reden zu schwingen und alle davon abzubringen, aber das ist nach hinten losgegangen\u2026\u201d<\/em><a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2021\/06\/08\/volv-j08.html\">Beitrag von Jerry White vom 8. Juni 2021 bei wsws.org<\/a><\/li>\n<li><strong>Offener Brief der Arbeiter bei Volvo Truck in Dublin, Virginia, an die UAW: F\u00fcr ein Verhandlungsergebnis, das die Arbeiter akzeptieren w\u00fcrden<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Am Sonntag, den 16. Mai, haben wir, die Arbeiter bei Volvo Truck in Dublin, Virginia, das von Ihnen mit der Bitte um Zustimmung vorgelegte vorl\u00e4ufige Verhandlungsergebnis abgelehnt. Das Abstimmungsergebnis war nicht einmal knapp. Wir haben im vollgepackten Gewerkschaftssaal mit 91 Prozent gegen das Toilettenpapier gestimmt, das Sie als Vertrag bezeichnet haben. Trotz Ihrer hochn\u00e4sigen Vorhersagen, dass der Vertrag \u201evon 60 Prozent\u201c akzeptiert w\u00fcrde, war die Meinung der Stammbelegschaft klar und deutlich. Wir alle, Stamm- und Zeitarbeiter, Facharbeiter, Montagearbeiter und Angestellte, sagten mit schallender Stimme: \u201eNein!\u201c Ihre Tarifeinigung ist das Ergebnis einer Reihe von faulen Man\u00f6vern. Bevor Sie Ihre \u201eVerhandlungen\u201c mit dem Unternehmen aufgenommen haben, f\u00fchrten Sie eine Umfrage durch \u2013 angeblich um herauszufinden, was die Arbeiter wollten. Das Ergebnis haben Sie einfach ignoriert. Dann haben Sie uns zum Streik aufgerufen, ohne irgendwelche Forderungen vorzuschlagen, f\u00fcr die wir k\u00e4mpften.<br \/>\nAm 30. April erkl\u00e4rten Sie abrupt, dass der Streik beendet und eine vorl\u00e4ufige Vereinbarung erzielt worden sei. Sie schickten uns nach zwei Wochen aufopferungsvollen Streiks zur\u00fcck an die Arbeit, ohne dass wir die Chance hatten, uns die Vereinbarung anzusehen, geschweige denn dar\u00fcber abzustimmen. (\u2026) Wir werden keinen Vertrag akzeptieren, der hinter verschlossenen T\u00fcren verhandelt wird. Alle Verhandlungen m\u00fcssen von einem Vertreter der Stammbelegschaft \u00fcberwacht werden. Wir werden keinen weiteren Vertragsvorschlag akzeptieren, der hinter unserem R\u00fccken ausgeheckt wurde, aus dem einfachen Grund, dass dies nur zu einem weiteren Ausverkauf f\u00fchren w\u00fcrde.<br \/>\nZweitens: Wir f\u00fchren hier die Mindestbasis f\u00fcr ein Verhandlungsergebnis auf, das die Arbeiter akzeptieren w\u00fcrden: Eine 25-prozentige generelle Lohnerh\u00f6hung, um die Einkommensverluste der letzten drei Vertr\u00e4ge auszugleichen. Beibehaltung der aktuellen Krankenversicherungstarife und -leistungen. Vollst\u00e4ndig abgedeckte Krankenversicherungsleistungen f\u00fcr Rentner, ohne Zuzahlungen oder Beitr\u00e4ge. Beendigung des mehrstufigen Lohnsystems und \u00dcberf\u00fchrung aller Arbeiter in die oberste Lohn- und Leistungsstufe. Abschaffung des verdichteten Schichtsystems [Alternative Work Schedule, AWS] und Beibehaltung der aktuellen \u00a0\u00dcberstundenregelungen. Einf\u00fchrung eines Inflationsausgleichs, um den steigenden Preisen f\u00fcr Konsumg\u00fcter gerecht zu werden. F\u00fcnf zus\u00e4tzliche freie Tage f\u00fcr alle Arbeiter, nicht nur f\u00fcr die Angestellten. Ein Bonus von 3.500 Dollar f\u00fcr die Vertragsbest\u00e4tigung. (\u2026) Drittens: Die Wiederaufnahme von Streiks darf nicht dazu benutzt werden, uns bis zur Unterwerfung auszuhungern, um uns dazu zu dr\u00e4ngen, demselben Abschluss zuzustimmen, den wir bereits abgelehnt haben. Die Streikenden m\u00fcssen f\u00fcr die Dauer und von Anbeginn eines jeden Streiks ein volles Einkommen erhalten, das aus dem 700 Millionen Dollar schweren Streikfonds der UAW bezahlt wird, der mit unseren Beitragsgeldern aufgebaut wurde. Viertens: Wir werden keinen weiteren Versuch akzeptieren, einen Vertrag mit L\u00fcgen und Drohungen durchzusetzen. Jeder neue Vertragsentwurf muss allen Arbeitern in vollem Umfang f\u00fcr einen Zeitraum von zwei Wochen zur Verf\u00fcgung gestellt werden, damit wir ihn vor einer Abstimmung pr\u00fcfen und diskutieren k\u00f6nnen<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2021\/05\/22\/vrfc-m22.html\">Offener Brief des Aktionskomitees der Volvo-Arbeiter in Dublin, Virginia, am 21.5.21 bei wsws.org<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>an den Internationalen Pr\u00e4sidenten der UAW, Rory Gamble, den Schatzmeister der UAW, Ray Curry, und den Pr\u00e4sidenten der UAW Local 2069, Matt Blondino. Siehe zum Hintergrund:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Arbeiter lehnen nach Streik den Vertrag im Volvo-Lkw-Werk in Virginia mit gro\u00dfer Mehrheit ab<br \/>\n<\/strong>\u201cDie Arbeiter eines Volvo-Lkw-Werks in S\u00fcdwest-Virginia stimmten am Sonntag mit 91 Prozent gegen einen mit Zugest\u00e4ndnissen gespickten Vertrag, der von lokalen und UAW-Vertretern ausgehandelt worden war. Update: Am 20. Mai brachten Gewerkschaftsvertreter wieder eine zweite vorl\u00e4ufige Vereinbarung. Die Arbeiter wollen erneut mit Nein\u00a0 stimmen und eine Petition zur Abberufung der Spitzenfunktion\u00e4re einreichen. Die 2.900 Mitglieder der UAW Local 2069 hatten mit 98 Prozent f\u00fcr einen Streik gestimmt; am 17. April traten sie in den Ausstand. Obwohl sich die Gewerkschaftsfunktion\u00e4re \u00fcber die Verhandlungsziele bedeckt hielten, wollten die Mitglieder das zweistufige Lohnsystem abschaffen, unter dem sie jahrelang gearbeitet hatten. Der Streik war solide und legte die gr\u00f6\u00dfte Volvo-Lkw-Fertigungsanlage der Welt lahm. Aber 13 Tage sp\u00e4ter schickte ihre Gewerkschaft die Arbeiter zur\u00fcck an die Arbeit und sagte, sie w\u00fcrden sp\u00e4ter erfahren, was ausgehandelt worden war\u2026\u201d So die zusammenfassende \u00dcbersetzung des\u00a0<a href=\"https:\/\/www.labornotes.org\/2021\/05\/after-strike-workers-resoundingly-reject-contract-volvos-virginia-truck-plant\">Artikels von Jane Slaughter am 17. Mai 2021 auf Labornotes<\/a>\u201cAfter Strike, Workers Resoundingly Reject Contract at Volvo\u2019s Virginia Truck Plant\u201d<\/li>\n<li><strong>Arbeiter des Volvo-Truck-Werks in New River wehren sich gegen den Versuch der UAW, ihren Streik zu beenden<br \/>\n<\/strong><em>\u201cDie Arbeiter des Volvo-Truck-Werks in New River (Virginia) reagierten mit gro\u00dfer Emp\u00f6rung auf den Versuch der United Auto Workers, ihren m\u00e4chtigen Streik zu beenden, mit dem die Arbeiter fr\u00fchere Zugest\u00e4ndnisse r\u00fcckg\u00e4ngig machen wollten. Am Freitag k\u00fcndigte die Gewerkschaft an, sie habe eine vorl\u00e4ufige Vereinbarung mit einer Laufzeit von f\u00fcnf Jahren ausgehandelt und wies die 3.000 Arbeiter an, ihre Streikposten aufzul\u00f6sen und am Sonntag wieder an die Arbeit zur\u00fcckzukehren. Sie ver\u00f6ffentlichte keinerlei Details \u00fcber die Vereinbarung. Die Einigung bei Volvo wurde am gleichen Tag bekanntgegeben, an dem auch die studentischen Hilfskr\u00e4fte an der Columbia University in New York City gegen einen Ausverkauf stimmten, den die UAW-nahe Studentengewerkschaft ihnen aufzwingen wollte. Die Volvo-Arbeiter sind entschlossen, die Zugest\u00e4ndnisse bei L\u00f6hnen und Zusatzleistungen r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen, die die UAW in den letzten drei Tarifvertr\u00e4gen vereinbart hatte. Die Profite des Unternehmens boomen, alleine im ersten Quartal des Jahres 2021 lagen sie bei einer Milliarde Dollar. Ein emp\u00f6rter Arbeiter schrieb auf der Facebook-Seite der UAW-Niederlassung 2069: \u201eFast 3.000 Mitglieder verlangen Antworten. Das ist euer Job. Daf\u00fcr werdet ihr bezahlt. Wir sollten nicht mit einem Tarifabkommen an die Arbeit zur\u00fcckkehren, dem wir nicht zustimmen. Wir haben nicht grundlos f\u00fcr den Streik gestimmt. Nicht damit die Firma und die UAW es leicht haben. Wir haben OPFER gebracht. WIR STANDEN IN REGEN UND EISESK\u00c4LTE. WIR, DIE MITGLIEDER, VERDIENEN SOFORTIGE INFORMATIONEN.\u201c (\u2026) Der Kampf der Volvo-Arbeiter in Virginia und der New Yorker Studenten findet vor dem Hintergrund einer ganzen Serie von wichtigen Arbeitsk\u00e4mpfen in den USA statt\u2026\u201d<\/em><a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2021\/05\/03\/lead-m03.html\">Beitrag von Shannon Jones vom 3. Mai 2021 bei wsws.org<\/a>:\u00a0\u201cArbeiter in den USA wehren sich gegen Angriffe der Gewerkschaften\u201d<\/li>\n<li><strong>3000 im Streik in der weltgr\u00f6\u00dften Mack- und Volvo-LKW-Fertigung in Dublin\/Virginia<br \/>\n<\/strong>Die Mack und Volvo Fertigung in Dublin\/Virginia produziert Nah- und Fernverkehrs-LKW f\u00fcr das ganze Land. Hier sind die fast 3000 Arbeiter seit dem 17. April im Streik und gibt keine Anzeichen f\u00fcr ein Ende. Seit Streikbeginn bilden fast 3000 Mitglieder der United Auto Workers (UAW) Streikposten rund um die Niederlassung. Gefordert werden h\u00f6here L\u00f6hne, erweiterte Gesundheitsbeitr\u00e4ge f\u00fcr Ruhest\u00e4ndler, sicherere Arbeitsbedingungen und ein Ende des mehrstufigen Tarifsystems, das nur halb so hohe L\u00f6hne bei Neubesch\u00e4ftigungen wie bei \u00e4lteren Arbeitern erlaubt.<br \/>\nIm Februar, kurz vor Auslaufen des letzten Vertrages, stimmten 98,6 Prozent der Mitglieder f\u00fcr den Streik, der jedoch nach Ansicht vieler einfacher Mitglieder von der Gewerkschaftsf\u00fchrung verz\u00f6gert wurde und durch eine einmonatliche Verl\u00e4ngerung der Verhandlungen dem Unternehmen Zeit gab, sich auf den massiven Halbleitermangel im Land vorzubereiten und Chips auf andere Werke zu verlagern.<br \/>\nW\u00e4hrend selbst langj\u00e4hrige Mitarbeiter nur 16 US-Dollar Stundenlohn bekamen machte das Unternehmen 2020 in der Pandemie \u00fcber 3 Milliarden US-Dollar Gewinn. 2021 sind die LKW-Bestellungen um mehr als 242 Prozent gestiegen so dass ein massiver Gewinnzuwachs zu erwarten ist. Die Streikenden fordern entschlossen davon ihren Anteil: \u201cEgal, wie lange es dauert, wir werden es bekommen oder sie m\u00fcssen 3000 neue Leute anstellen, w\u00e4hrend sie letztens Probleme hatten auch nur 1000 zu finden\u201d<br \/>\nStreikgelder werden derzeit aus dem nationalen Streikfonds der UAW gezahlt. Fraglich ist, ob Volvo die Krankenversicherung nach dem Ablauf des Tarifvertrages weiterhin bedient: Eine K\u00fcrzung der Krankenversicherung wurde erst bei Chryslerstreik 2019 genutzt um die Entschlossenheit der Streikenden zu brechen.<br \/>\nBesonders wichtig bei den Forderungen ist das Thema des mehrstufigen Lohnsystems, oft auch von Gewerkschaften wie der UAW unterst\u00fctzt, das es den Unternehmen erm\u00f6glicht, duch Billigl\u00f6hne die hart erk\u00e4mpften Lohzuw\u00e4chse abzubauen und somit zus\u00e4tzliche Gewinne zu erzielen und die Belegschaften zu spalten.<br \/>\nDar\u00fcber hinaus wird gefordert, dass die Krankenversicherung f\u00fcr Rentner von den Unternehmen\u00a0 finanziert wird. Rentner m\u00fcssen diese zur Zeit selber zahlen wodurch viele den Ruhestand auf unbestimmte Zeit verschieben.<br \/>\nDieser Streik geht einher mit einem Anstieg von Streiks im ganzen Land: Bergleute in Alabama, Krankenschwestern in Masschusetts bis zu Absolventen aus Columbia \u2013 2021 verspricht, wie 2019, ein Jahr der Arbeitsk\u00e4mpfe zu werden. Arbeiter, die unter der Pandemie leiden mussten, sind mehr und mehr bereit zu handeln, auch gegen den Willen der Gewerkschaften.<br \/>\nTats\u00e4chllich wird der Streik bei Volvo angetrieben vom Zorn der Streikenden selbst, die die B\u00fcrokratie vor sich hertreiben. Wenn die Kampfbereitschaft der Arbeiter bestehen bleibt, gibt es ein gro\u00dfe Chance, dass viele ihrer Forderungen erf\u00fcllt werden. (Zusammenfassung der\u00a0<a href=\"https:\/\/www.leftvoice.org\/3000-workers-are-on-strike-at-the-largest-volvo-truck-manufacturing-plant-in-the-world\">Meldung auf leftvoice.org vom 23. April 2021<\/a>)<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/internationales\/usa\/gewerkschaften-usa\/2-900-volvo-trucks-arbeiter-in-virginia-legen-die-arbeit-nieder-und-schliessen-sich-streiks-der-bergarbeiter-stahlarbeiter-und-pflegekraefte-an\/\"><em>labournet.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 11. Juni 2021<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201cAm Samstag traten 2.900 Arbeiter des Volvo-Trucks-Werks in Dublin (Virginia) in der Region New River Valley in einen Streik f\u00fcr h\u00f6here L\u00f6hne, bessere Gesundheits- und Sicherheitsma\u00dfnahmen und K\u00fcndigungsschutz. Der Ausstand begann vor dem Hintergrund eines &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":9777,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7,5],"tags":[8,25,29,87,44,26,45,73,4,46,17],"class_list":["post-9776","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-international","category-kampagnen","tag-altersvorsorge","tag-arbeiterbewegung","tag-arbeitskaempfe","tag-arbeitswelt","tag-gesundheitswesen","tag-gewerkschaften","tag-neoliberalismus","tag-steuerpolitik","tag-strategie","tag-usa","tag-widerstand"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9776","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9776"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9776\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9778,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9776\/revisions\/9778"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/9777"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9776"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9776"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9776"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}