{"id":9952,"date":"2021-08-04T15:12:00","date_gmt":"2021-08-04T13:12:00","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=9952"},"modified":"2021-08-04T15:12:01","modified_gmt":"2021-08-04T13:12:01","slug":"schweizer-finanzplatz-co2-giganten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=9952","title":{"rendered":"Schweizer Finanzplatz: CO2-Giganten"},"content":{"rendered":"<p>dab.\u00a0<strong>Der Finanzplatz Schweiz verursacht zwanzig Mal mehr Treibhausgasemissionen als die \u00fcbrige Schweiz. Darauf macht die Aktionswoche von Rise Up for Change vom 30.Juli bis am 6.August in Z\u00fcrich und Bern aufmerksam.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Ein beliebtes Argument von Gegner*innen konkreter Klimamassnahmen ist, die Schweiz sei zu klein, um etwas bewirken zu k\u00f6nnen. W\u00fcrde die Schweiz aber alles von ihr ausgestossene CO2 erfassen und die Verursachenden mit Massnahmen belegen, w\u00e4re die Wirkung sicher gr\u00f6sser. Der Finanzplatz Schweiz ist einer der gr\u00f6ssten der Welt, \u00fcber den j\u00e4hrlich Billionen von Franken in die globale Wirtschaft fliessen. Die mit diesem Geld finanzierten wirtschaftlichen Aktivit\u00e4ten machen \u00fcber zwei Prozent der weltweiten Emissionen aus. Sie verursachen rund zwanzig Mal mehr Treibhausgase als das gesamte Inland.<\/p>\n<p>Banken, Pensionskassen, Versicherungen und Aktienfonds investieren aber weiterhin lieber in fossile Brennstoffe und andere CO2-intensive Wirtschaftszweige als in die Vermeidung des CO2-Ausstosses. \u00abDadurch zerst\u00f6ren sie unsere Zukunft, statt erneuerbare Energien und andere nachhaltige Projekte zu unterst\u00fctzen\u00bb, schreibt die schweizerische NGO Rise Up for Change. \u00abCS und UBS zum Beispiel investierten zusammen zwischen 2016 und 2019 rund 83,3\u00a0Milliarden Dollar in die Finanzierung von fossilen Brennstoffen. Es reicht!\u00bb.<\/p>\n<p><strong>Zur Verantwortung ziehen<\/strong><\/p>\n<p>Rise Up for Change ist ein Projekt, das von verschiedenen Gruppen und Einzelpersonen der Schweizer Klimabewegung unterst\u00fctzt wird, zum Beispiel Klimastreik Schweiz, Extinction Rebellion, Collective Climate Justice und Collectif BreakFree. Im September 2020 besetzten die Klimaaktivitst*innen den Bundesplatz, um auf dir Dringlichkeit der Klimakrise aufmerksam zu machen. Unter dem Motto \u00abFossil Finance: Too big to stay\u00bb steht die aktuelle Klimakampagne. Die Finanzgiganten, die mit ihrer Gewinnmaximierung ein weltweiter Treiber f\u00fcr r\u00fccksichtsloses Wachstum und Ausbeutung sind, sind verantwortlich f\u00fcr katastrophale Klimaauswirkungen und Menschenrechtsverletzungen: \u00abSie sollen durch politischen Druck zur Verantwortung gezogen werden.\u00bb<\/p>\n<p>Der Klimastreik fordert deshalb von den Schweizer Finanzinstituten \u00abtransparente Finanzfl\u00fcsse, eine Reduktion der direkten und indirekten Treibhausgasemissionen der Finanzfl\u00fcsse auf Netto Null bis 2030, klar definierte Massnahmen und Absenkpfade, sowie den sofortigen Ausschluss von Finanzfl\u00fcssen von und in fossile Energien. Bundesrat und Parlament sollen die entsprechenden Rechtsgrundlagen dazu erarbeiten.\u00bb Rise Up for Change fordert \u00abTransparenz der Finanzfl\u00fcsse: Sofortige Offenlegung, wie viel Geld in welche Projekte, Industrien und Firmen fliesst und wie gross der damit verbundene \u00f6kologische Fussabdruck ist\u00bb und \u00abKein Geld f\u00fcr fossile Energien: Sofortiger Stopp von neuen Investitionen, Krediten und Versicherungsdienstleistungen f\u00fcr Projekte und Unternehmen, die in fossilen Energien (Kohle, Erd\u00f6l, Erdgas) aktiv sind, \u00d6kosysteme zerst\u00f6ren sowie Menschen- und Indigenenrechte verletzen. Bestehende fossile Finanzfl\u00fcsse m\u00fcssen schnellstens gestoppt werden.\u00bb<\/p>\n<p><strong>Finanzplatz ins Rampenlicht!<\/strong><\/p>\n<p>Nicht nur Privatbanken und Finanzinstitute wie Cr\u00e9dit Suisse und UBS investieren grosse Summen in klimasch\u00e4dliche Projekte wie den Abbau fossiler Brennstoffe, auch die Schweizer Nationalbank tut dies. Aus diesem Grund planen mehrere Gruppierungen aus der Schweizer Klimagerechtigkeitsbewegung vom 30.Juli bis am 6.August 2021 gemeinsame Trainings und Aktionen in Z\u00fcrich und Bern. W\u00e4hrend der gesamten Aktionswoche findet im Raum Z\u00fcrich ein Klimacamp statt. Dort soll es eine K\u00fcche geben, \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeiten und Aktionstrainings von Banner malen bis zur Rechtsberatung. Der erste Teil der Z\u00fcrcher Aktionswoche nimmt die Privatbanken aufs Korn. Geplant ist eine \u00abgrosse, bunte Massenaktion zivilen Ungehorsams\u00bb. Rise Up for Change mobilisiert speziell f\u00fcr das letzte Aktionsplenum vom Sonntag, 1.August, 17 Uhr auf dem Klimacamp, das der grosse Auftakt zur Aktionswoche bildet und die beteiligten Aktivist*innen einstimmen und vorbereiten soll. \u00abEs gibt verschiedene Aktionslevels, darunter auch viele mit tieferen rechtlichen Risiken\u00bb, schreibt die NGO. \u00abWir werden versuchen, geschickt zu agieren und mit der Aktion nicht einfach zu provozieren oder unn\u00f6tige Repression zu verursachen: Unser Ziel ist es, nicht den zivilen Ungehorsam als Mittel, sondern vielmehr den Schweizer Finanzplatz zur\u00fcck ins Rampenlicht zu bringen und die \u00d6ffentlichkeit zu sensibilisieren.\u00bb<\/p>\n<p>Der zweite Teil der Aktionswoche wird mit der Abschlussdemonstration in Bern den Fokus auf \u00abdie systemischen Probleme und die Kritik am Schweizer Finanzplatz\u00bb legen. Die Demo vom Freitag, 6.August wird von der Schweizer Nationalbank fordern, dass sie ihre Verantwortung f\u00fcr eine klimagerechte Zukunft wahrnimmt. Vor Ort ist dies wirkungsvoller als anderswo, erst recht an einem Freitag, wo das Geb\u00e4ude auf dem Bundesplatz noch nicht still und leer im Wochenendbetrieb vor sich hin d\u00e4mmert.<\/p>\n<p><strong>Ziviler Ungehorsam<\/strong><\/p>\n<p>Bereits am 14.Juli hat ein Aktionstraining in Basel stattgefunden, an dem sich angemeldete und spontane Teilnehmende vorbereiten konnten. \u00abMenschen, die nicht mehr Mitte Zwanzig sind\u00bb, wurden besonders angesprochen. Gemeinsam \u00abwurde der Raum ge\u00f6ffnet, um \u00fcber Bedenken, Fragen und (besondere) Bed\u00fcrfnisse im Rahmen von Aktionen zivilen Ungehorsams zu sprechen.\u00bb Es wurden verschiedene Fragestellungen angegangen: Wie verhalte ich mich in stressigen Situationen, wie behalte ich einen \u00dcberblick und was ist eine Bezugsgruppe? Welche M\u00f6glichkeiten gibt es auch in einer un\u00fcbersichtlichen Situation gemeinsam zu entscheiden und was muss ich unbedingt wissen, bevor ich an einer Aktion zivilen Ungehorsams teilnehme?<\/p>\n<p><em>Mehr Infos: <\/em><a href=\"http:\/\/www.riseupforchange.ch\"><em>www.riseupforchange.ch<\/em><\/a><\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.vorwaerts.ch\/inland\/co2-giganten\/\"><em>vorwaerts.ch&#8230;<\/em><\/a><em> vom 4. August 2021<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>dab.\u00a0Der Finanzplatz Schweiz verursacht zwanzig Mal mehr Treibhausgasemissionen als die \u00fcbrige Schweiz. 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