{"id":9968,"date":"2021-08-16T15:00:23","date_gmt":"2021-08-16T13:00:23","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=9968"},"modified":"2021-08-16T15:00:24","modified_gmt":"2021-08-16T13:00:24","slug":"der-fall-von-kabul-ein-historisches-debakel-fuer-den-imperialismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=9968","title":{"rendered":"Der Fall von Kabul \u2013 ein historisches Debakel f\u00fcr den Imperialismus"},"content":{"rendered":"<p><em>Bill Van Auken &amp;\u00a0Johannes Stern. <\/em>Washington und seine imperialistischen Verb\u00fcndeten erleben ein gewaltiges historisches Debakel, das seit dem Fall von Saigon 1975, als die letzten Amerikaner in Vietnam in Hubschrauber auf dem Dach der US-Botschaft kletterten, ohne Beispiel ist.<!--more--><\/p>\n<p>Nachdem die Taliban eine Reihe von St\u00e4dten \u00fcberrannt hatten, befanden sich am Freitag 20 von 34 Provinzhauptst\u00e4dten unter ihrer Kontrolle. Am Wochenende folgten die restlichen und am Sonntag fiel auch die Hauptstadt. Die Bilder von Taliban-K\u00e4mpfern im Pr\u00e4sidentenpalast von Kabul gingen um die Welt.<\/p>\n<p>Die imperialistischen Regierungen in Washington, London, Paris und Berlin sind fieberhaft damit besch\u00e4ftigt, Evakuierungskr\u00e4fte zu entsenden, die ihr im Land verbliebenes Personal vor den Aufst\u00e4ndischen retten.<\/p>\n<p>Am Freitag trafen die ersten von rund 3.000 US-Soldaten und Marines, die von der Biden-Regierung zur\u00fcck nach Afghanistan geschickt wurden, auf dem internationalen Flughafen von Kabul ein. Berichten zufolge haben sie mittlerweile die Kontrolle \u00fcber den Flughafen verloren.<\/p>\n<p>Weitere 4.000 US-Soldaten werden nach Kuwait geschickt, um m\u00f6glicherweise sehr bald nach Afghanistan verlegt zu werden. In der Zwischenzeit entsandte auch Gro\u00dfbritannien 600 eigene Soldaten.<\/p>\n<p>Auch Deutschland hat mit einer Evakuierungsmission begonnen. Die ersten Angeh\u00f6rigen w\u00fcrden noch \u201eim Laufe des Tages ausgeflogen\u201c, erkl\u00e4rte Au\u00dfenminister Heiko Maas (SPD) am Sonntag. Zudem sollten noch in der Nacht Transportflugzeuge der Bundeswehr aufbrechen, \u201eum bei den notwendigen Evakuierungsarbeiten zu unterst\u00fctzen und diese dann auch in den kommenden Tagen durchzuf\u00fchren\u201c.<\/p>\n<p>Vorgeblicher Zweck dieser Operationen ist die Evakuierung von US-amerikanischem und britischem Personal aus Afghanistan, was das Pentagon als \u201eOperation zur Evakuierung nicht-milit\u00e4rischen Personals\u201c (\u201eNoncombatant Evacuation Operation\u201c, NOE) bezeichnet. Wie lange die Truppen in dem vom Krieg zerr\u00fctteten Land bleiben werden, oder ob sie m\u00f6glichereise einen weiteren Auftrag haben, wurde nicht bekannt gegeben.<\/p>\n<p>Eine Warnung ist in jedem Fall angebracht. Mit dem R\u00fccken zur Wand sind die gleichen imperialistischen M\u00e4chte, die das Land in den letzten Jahrzehnten \u00fcberfallen, besetzt und weitgehend zerst\u00f6rt haben, zu noch gr\u00f6\u00dferen Verbrechen f\u00e4hig.<\/p>\n<p>In einem bedrohlichen Ton nannte der ehemalige CIA-Direktor und pensionierte Armeegeneral David Petraeus in einem Interview mit WABC Radio am Freitag die sich verschlechternde Sicherheitslage in Afghanistan \u201ekatastrophal\u201c &#8211; nicht nur f\u00fcr die USA, sondern f\u00fcr die ganze Welt. \u201eDies ist ein enormer R\u00fcckschlag f\u00fcr die nationale Sicherheit, und sie droht noch viel schlimmer zu werden, wenn wir uns nicht entschlie\u00dfen, wirklich bedeutende Ma\u00dfnahmen zu ergreifen\u201c.<\/p>\n<p>In Deutschland warnte der Vorsitzende des Ausw\u00e4rtigen Ausschusses, Norbert R\u00f6ttgen (CDU), der sich bereits zuvor f\u00fcr einen erneuten Kriegseinsatz ausgesprochen hatte, vor den weitreichenden Konsequenzen der Niederlage in Afghanistan: \u201eDas wird eine langfristige Wirkung haben, weil es die Glaubw\u00fcrdigkeit, die Verl\u00e4sslichkeit des Westens insgesamt erheblich beeintr\u00e4chtigt. Ein Versagen mit weitreichenden Folgen.\u201c Jetzt gehe es \u201edarum, dass wir schnellstm\u00f6glich unserer Verantwortung gerecht werden, diejenigen zu retten, die im Land sind.\u201c<\/p>\n<p>Die Rettung von zivilem Personal vor vermeintlichen Bedrohungen wurde schon fr\u00fcher \u2013 etwa in Granada und Panama in den 1980er Jahren \u2013 als Vorwand f\u00fcr Kriege und Regimewechsel-Operationen angef\u00fchrt. Der Einsatz von Truppen am Boden folgt auf Luftangriffe, bei denen die USA den Vormarsch der Taliban mit strategischen B-52-Bombern, Drohnen, schwer bewaffneten Kampfflugzeugen des Typs AC-130 und auf Flugzeugtr\u00e4gern stationierten Kampfjets bombardiert haben und die sowohl unter den K\u00e4mpfern als auch unter der Zivilbev\u00f6lkerung schwere Opfer gefordert haben.<\/p>\n<p>Unterdessen warnen Vertreter der US-Regierung die Taliban wiederholt, dass jede \u201emit Gewalt durchgesetzte Regierung\u201c als \u201ePariastaat\u201c betrachtet werden wird. Was f\u00fcr eine Heuchelei! Als ob das Marionettenregime in Kabul nicht mit exzessiver Gewalt durch das US-Milit\u00e4r durchgesetzt worden w\u00e4re.<\/p>\n<p>Welche Taktik der Milit\u00e4r- und Geheimdienstapparat der USA in Koordination mit ihren europ\u00e4ischen Verb\u00fcndeten auch verfolgen wird: die R\u00fcckeroberung Afghanistans durch den Imperialismus w\u00fcrde weit mehr als einige tausend Soldaten erfordern und ein Blutbad nach sich ziehen, das das Massensterben der letzten 20 Jahre in den Schatten stellen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Innerhalb der herrschenden Kreise wird der Vergleich mit Vietnam immer h\u00e4ufiger offen ausgesprochen. Der F\u00fchrer der Republikaner im US-Senat, Mitch McConnell, erkl\u00e4rte am Donnerstag: \u201eBidens Entscheidungen haben dazu gef\u00fchrt, dass wir auf eine noch schlimmere Version des dem\u00fctigenden Falls von Saigon im Jahr 1975 zusteuern.\u201c<\/p>\n<p>Auch in den Medien wird zunehmend f\u00fcr eine Verl\u00e4ngerung der US-Intervention getrommelt. Die\u00a0<em>Washington Post<\/em>\u00a0schrieb am Freitag, dass \u201eBidens \u00fcberst\u00fcrzter R\u00fcckzug sowie seine Weigerung, der afghanischen Regierung sinnvollere Hilfe anzubieten, eine Katastrophe riskieren\u201c.<\/p>\n<p>Auch in Deutschland befinden sich Politik und Medien im Kriegsmodus. Sie beklagen den Sieg der Aufst\u00e4ndischen und r\u00fchren die Propagandatrommel f\u00fcr einen m\u00f6glichen neuen Einsatz.<\/p>\n<p>\u201eMan darf nicht dabei zuschauen, wie Menschen, die uns lange verbunden waren, von den Taliban abgeschlachtet werden, wie M\u00e4dchen und Frauen alle hart erk\u00e4mpften Rechte wieder verlieren\u201c, ereiferte sich R\u00f6ttgen gegen\u00fcber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.<\/p>\n<p>Vertreter von Linkspartei und Gr\u00fcnen \u00e4u\u00dferten sich \u00e4hnlich.\u00a0\u201eEs ist unsere Pflicht, die Menschen vor den Taliban zu retten, die ihr Leben riskiert haben, um unseren Soldatinnen und Soldaten zu helfen\u201c, sagte der Gr\u00fcnen-Co-Vorsitzende Robert Habeck der\u00a0<em>S\u00fcddeutschen Zeitung<\/em>. Der Fraktionsvorsitzende und Spitzenkandidat der Linkspartei f\u00fcr die Bundestagswahl Dietmar Bartsch bedauerte den Fall von Kabul in einem Tweet mit den Worten: \u201eWas f\u00fcr ein Desaster. Bitter, sehr bitter\u201c.<\/p>\n<p>Dabei schaffen es die b\u00fcrgerlichen Medien und Politiker in Deutschland sogar, den US-Imperialismus von rechts anzugreifen. Es sei ein Fehler Washingtons gewesen, das Land Hals \u00fcber Kopf zuverlassen und das Vorgehen nicht einmal mit den eigenen Verb\u00fcndeten abzustimmen lautet das Mantra.<\/p>\n<p>Die gesamte Menschenrechtspropaganda und die zynischen Versuche, eine Kampagne unter der \u00dcberschrift \u201eWer hat Schuld an der Niederlage in Afghanistan?\u201c zu starten, k\u00f6nnen nicht \u00fcber das Ausma\u00df der dem\u00fctigenden Niederlage des US-Imperialismus und seiner Verb\u00fcndeten hinwegt\u00e4uschen.<\/p>\n<p>Die imperialistischen M\u00e4chte haben in den Aufbau, die Ausbildung und Bewaffnung der Sicherheitskr\u00e4fte des afghanischen Regimes 20 Jahre mehr als 100 Milliarden Dollar investiert. Sie sollten den jahrzehntelangen Krieg gegen die Aufst\u00e4ndischen nach dem Abzug der USA, der am 31. August formell abgeschlossen sein soll, fortsetzen. In den letzten Wochen sind diese Sicherheitskr\u00e4fte v\u00f6llig zusammengebrochen.<\/p>\n<p>Sie haben eine Stadt nach der anderen kampflos aufgegeben. Die afghanischen Truppen haben sich entweder ergeben, ihre Uniformen ausgezogen und sich unter die Zivilbev\u00f6lkerung gemischt oder sich in einigen F\u00e4llen den Aufst\u00e4ndischen angeschlossen.<\/p>\n<p>US-Regierungsvertreter bezeichnen das Problem als mangelnden \u201eWillen\u201c der afghanischen Sicherheitskr\u00e4fte und ihrer F\u00fchrung. \u201eSie m\u00fcssen f\u00fcr sich selbst und f\u00fcr ihr Land k\u00e4mpfen\u201c, erkl\u00e4rte Biden Anfang letzter Woche.<\/p>\n<p>Es ist \u00fcberdeutlich geworden, dass die Masse der afghanischen Bev\u00f6lkerung zu dem Schluss gekommen ist, dass das Afghanistan, das ihnen von der Besatzung hinterlassen wurde, nicht \u201eihr Land\u201c ist. Dazu geh\u00f6ren auch die Soldaten und Polizisten, die unbezahlt, ohne Essen und ohne Versorgung blieben, weil Politiker und ihre Befehlshaber ihre Geh\u00e4lter und Vorr\u00e4te stahlen.<\/p>\n<p>Nach 20 Jahre Besatzung und trotz der Aufwendung von weit \u00fcber einer Billion Dollar ist Afghanistan verarmt, unterentwickelt und von extremer sozialer Ungleichheit zerrissen. Mindestens 70 Prozent der Bev\u00f6lkerung leben von einem Dollar oder weniger pro Tag, w\u00e4hrend einige hundert Familien, die mit der Regierung in Verbindung stehen, durch veruntreute Hilfsgelder und lukrative Milit\u00e4rauftr\u00e4ge unermesslich reich geworden sind. Drei Viertel der Bev\u00f6lkerung leben auf dem Land und k\u00f6nnen von der Landwirtschaft, die gr\u00f6\u00dftenteils der Eigenversorgung dient, kaum leben. Der Hass dieser enteigneten Massen auf die Verbrechen der US-gef\u00fchrten Besatzung und auf die Million\u00e4re und westlichen Marionetten in Kabul verschaffte den Taliban eine nicht versiegende Quelle junger Rekruten \u2013 ganz gleich, wie viele von ihnen vom US-Milit\u00e4r und seinen Verb\u00fcndeten get\u00f6tet wurden.<\/p>\n<p>Das gest\u00fcrzte Regime in Kabul wurde von korrupten Exilpolitikern gef\u00fchrt, die mehr als einen Pass in der Tasche tragen und von denen einige weder Paschtu noch Dari, die beiden Hauptsprachen des Landes, sprechen k\u00f6nnen. Pr\u00e4sident Aschraf Ghani, der mittlerweile au\u00dfer Landes geflohen ist und sich Medienberichten zufolge in der usbekischen Hauptstadt Taschkent aufh\u00e4lt, verdankte seine Position gef\u00e4lschten Wahlen, an denen nur ein Bruchteil der Bev\u00f6lkerung teilnahm, sowie der Unterst\u00fctzung aus Washington.<\/p>\n<p>Wie zuvor bereits Vietnam hat Afghanistan bewiesen, dass der US-Imperialismus nicht in der Lage ist, sich zum Sieg zu bomben. Bisher hat der Krieg mindestens eine Viertelmillion Opfer gefordert. Die US-Intervention, die nach den Anschl\u00e4gen vom 11. September 2001 in New York City und Washington unter dem Vorwand des \u201eKriegs gegen den Terror\u201c begonnen wurde, wandelte sich innerhalb weniger Monate von einer Jagd auf Al-Qaida \u2013 einem in den 1980er Jahren mit Hilfe der CIA geschaffenen Frankenstein-Monster \u2013 zu einem Krieg gegen die Bev\u00f6lkerung, in dem jeder, der als Bedrohung f\u00fcr die US-Besatzung angesehen wurde, als \u201eTerrorist\u201c behandelt, inhaftiert, gefoltert oder kurzerhand hingerichtet wurde.<\/p>\n<p>Das Debakel in Afghanistan zeigt nicht nur, dass der l\u00e4ngste Krieg Washingtons gescheitert ist, sondern die ganze Weltpolitik, die der US-Imperialismus seit mehr als drei Jahrzehnten verfolgt.<\/p>\n<p>Nach der Aufl\u00f6sung der Sowjetunion durch die stalinistische B\u00fcrokratie in Moskau im Jahr 1991 kam die herrschende Elite der USA zu dem Schluss, dass dem Einsatz der \u00fcberw\u00e4ltigenden milit\u00e4rischen \u00dcberlegenheit der USA bei der Durchsetzung ihrer Vorherrschaft \u00fcber strategische Regionen des Globus nichts mehr im Wege steht: zun\u00e4chst Afghanistan, im Zentrum des eurasischen Kontinents und an der Schwelle zum Kaspischen Beckens mit seinen gewaltigen Energiereserven, und dann der Irak mit den f\u00fcnftgr\u00f6\u00dften \u00d6lreserven der Welt.<\/p>\n<p>Dahinter stand die Vorstellung, dass der amerikanische Kapitalismus durch eine Politik des Pr\u00e4ventivkriegs und des ungez\u00fcgelten Militarismus den langfristigen Niedergang seiner globalen wirtschaftlichen Vorherrschaft umkehren k\u00f6nnte. Die ersten milit\u00e4rischen Siege in Afghanistan und im Irak haben sich bestenfalls als Pyrrhussiege erwiesen. Durch die Ausgabe von Billionen von Dollar, die Opferung der Leben von mehr als 7.000 US-Soldaten und das Abschlachten von \u00fcber einer Million Afghanen und Irakern ist es Washington in keinem der beiden L\u00e4nder gelungen, ein Regime durchzusetzen, das seine Interessen sichern k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Als die sowjetischen Streitkr\u00e4fte 1989 nach einem zehnj\u00e4hrigen Krieg, der 15.000 Rotarmisten das Leben kostete, Afghanistan verlie\u00dfen, wertete Washington dies als Sieg und feierte es sp\u00e4ter als Beitrag zum Zusammenbruch der Sowjetunion.<\/p>\n<p>Zbigniew Brzezinski, der nationale Sicherheitsberater von Pr\u00e4sident Jimmy Carter und fanatische Antikommunist, hatte 1978 die Politik initiiert, einen islamistischen Aufstand gegen das von der Sowjetunion unterst\u00fctzte Regime in Kabul zu sch\u00fcren, um Moskau \u2013 in Brzezinskis Worten \u2013 sein \u201eeigenes Vietnam\u201c zuzuf\u00fcgen.<\/p>\n<p>Nach dem B\u00fcrgerkrieg in Afghanistan, der bis zu 2 Millionen Menschen das Leben kostete, sagte Brzezinski in einem Interview im Jahr 1998, er bereue nichts: \u201eWas ist wichtiger f\u00fcr die Weltgeschichte? Die Taliban oder der Zusammenbruch des Sowjetimperiums? Ein paar aufgewiegelte Muslime oder die Befreiung Mitteleuropas und das Ende des Kalten Krieges?\u201c<\/p>\n<p>Washington feierte die Niederlage der Roten Armee in Afghanistan \u2013 bekannt als \u201eFriedhof der Imperien\u201c \u2013 als einen Beitrag zum Untergang der Sowjetunion. Die amerikanischen Medien haben indessen nicht versucht, das Debakel, das der US-Imperialismus im selben Land erlitten hat, unter einem \u00e4hnlichen Gesichtspunkt zu analysieren.<\/p>\n<p>Dieses Debakel hat nicht nur den Bankrott des Regimes in Kabul, sondern auch den der Regimes in den imperialistischen Zentren in Washington und Europa offengelegt.<\/p>\n<p>Zwei Jahrzehnte nach dem Einmarsch in Afghanistan sind die westlichen Gesellschaften durch ein ersch\u00fctterndes Ausma\u00df an sozialer Ungleichheit, den fortgeschrittenen Verfall demokratischer Herrschaftsformen, der im Putschversuch vom 6. Januar in den USA seinen gewaltsamen Ausdruck fand, und eine m\u00f6rderische Politik der herrschenden Eliten als Reaktion auf die COVID-19-Pandemie gezeichnet, der allein in Europa und den USA mehr als 1,7 Millionen Menschen zum Opfer gefallen sind. Der jahrzehntelange, ununterbrochene Krieg und die unter dem Vorwand des \u201eKriegs gegen den Terror\u201c verh\u00e4ngten, antidemokratischen Ma\u00dfnahmen haben den Rahmen f\u00fcr eine Polizeistaatsdiktatur geschaffen.<\/p>\n<p>Die Geschichte hat gezeigt, dass die Niederlage einer imperialistischen Macht in einem Krieg die Tore f\u00fcr eine soziale Revolution \u00f6ffnet. Die Reaktion des US-Imperialismus auf die Ereignisse in Afghanistan wird darin bestehen, seine Vorbereitungen f\u00fcr weitaus gef\u00e4hrlichere Kriege, auch gegen das atomar bewaffnete China und Russland, zu intensivieren. Auch die europ\u00e4ischen M\u00e4chte und allen voran Deutschland, r\u00fcsten sich f\u00fcr Krieg.<\/p>\n<p>Doch das afghanische Debakel und der Umstand, dass die Politik aller etablierten Parteien dadurch v\u00f6llig diskreditiert wird, wird die wachsende Bewegung der Arbeiterklasse nur st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Die entscheidende Aufgabe besteht darin, eine neue revolution\u00e4re F\u00fchrung aufzubauen, die die Arbeiterklasse in den USA, Europa und international zu einem revolution\u00e4ren Kampf gegen den Krieg und dessen Ursache, das kapitalistische System, mobilisieren kann.<\/p>\n<p><em>#Bild: Taliban-K\u00e4mpfer im Pr\u00e4sidentenpalast in Kabul (AP Photo\/Zabi Karimi)<\/em><\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2021\/08\/16\/pers-a16.html\"><em>wsws.org&#8230;<\/em><\/a><em> vom 16. August 2021<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bill Van Auken &amp;\u00a0Johannes Stern. 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