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Neokoloniale Offensive: US-Militär fliegt Manöver über Caracas

Submitted by on 26. Mai 2026 – 18:17

Milton D’León. Die USA haben im Rahmen des kapitulatorischen Abkommens von Delcy Rodríguez beschlossen, dass US-Militärflugzeuge am Samstag, dem 23. Mai, über Caracas fliegen und Bodenoperationen durchführen werden. Ein Akt äußerster nationaler Demütigung. Die Militärflugzeuge der Gringos werden in unserem Luftraum und auf unserem Staatsgebiet tun, was ihnen gerade in den Sinn kommt.

Wir stehen vor einem weiteren Schritt in der Festigung des neokolonialen Protektorats, das uns der US-Imperialismus nach den Militärangriffen vom 3. Januar und seiner direkten Einmischung in das politische Leben des Landes auferlegt hat.

Die Szene ist demütigend und brutal: US-Flugzeuge, die mit Zustimmung der Regierung selbst über die Hauptstadt fliegen; koordinierte Landungen auf nationalem Territorium; Beteiligung venezolanischer Behörden an Operationen, die von der imperialistischen Botschaft organisiert werden; all dies wird als Teil der Vorsorge gegen „katastrophale Notfälle“ dargestellt. Es ist die Militarisierung des Protektorats, in dem die USA bereits als Schutzmacht über Venezuela agieren, während die Regierung von Delcy Rodríguez diese Unterordnung verwaltet und aktiv unterstützt.

Unter dem zynischen Deckmantel einer „Evakuierungsübung“ für den Fall angeblicher Katastrophen werden Hubschrauber und Flugzeuge der größten Militärmacht der Welt Überflüge über die Hauptstadt durchführen und direkt auf dem Gelände der US-Botschaft landen. Dieser Einsatz ist der anschauliche und unverhohlene Beweis für den Zustand kolonialer Unterordnung, in den das Land hineingezogen wurde. Die Manöver an diesem Samstag sind das direkte Ergebnis der Straffreiheit, mit der sich der Imperialismus seit Januar auf dem Staatsgebiet bewegt.

Sie finden zu einem Zeitpunkt statt, an dem die USA mit ihrer Ölblockade und Wirtschaftssanktionen eine brutale Belagerung Kubas vorantreiben, während das Südkommando der US-Armee bekannt gab, dass es einen Flugzeugträger in der Karibik stationiert hat. Es handelt sich um die USS Nimitz, die vorher im Krieg gegen den Iran eingesetzt wurde. Die Trump-Regierung erhöht den Druck auf Kuba weiter, bis hin zur Androhung einer militärischen Intervention.

Die US-Militärintervention vom 3. Januar, die in der Neuordnung des politischen Regimes gipfelte, leitete eine neue Phase ein, in der Washington die Wirtschaftspolitik bestimmt, Ölverhandlungen überwacht und nun Luftoperationen über Caracas durchführt. Der regierende Chavismus, der sich jahrzehntelang als Bastion der Souveränität gegenüber den USA präsentierte, wird schließlich zum untergeordneten Verwalter einer imperialistischen Rekolonialisierung.

Die offizielle Mitteilung des Außenministeriums selbst offenbart das Ausmaß der Demütigung. Die venezolanische Regierung teilte mit, dass die Manöver „auf Antrag der US-Botschaft“ genehmigt worden seien. Seit wann lässt ein Land, das sich als souverän bezeichnet, militärische Operationen der größten imperialistischen Macht der Welt in seiner eigenen Hauptstadt zu?

Die USA nutzen seit Jahrzehnten solche Mechanismen, um eine militärische Präsenz aufzubauen, operative Kapazitäten zu messen, strategische Gebiete zu erkunden und Szenarien für eine umfassendere Intervention vorzubereiten. Die Tatsache, dass koordinierte militärische Überflüge in Caracas mit Landungen auf US-Einrichtungen stattfinden, bedeutet, dass der Imperialismus logistische und operative Fähigkeiten auf venezolanischem Territorium testet.

Wir sind der Ansicht, dass jeder militärische Einsatz der USA auf unserem Territorium darauf abzielt, ihre Streitkräfte im Land zu stationieren. Dies gilt umso mehr, als bereits Gerüchte über die potenzielle Nutzung venezolanischer Einrichtungen als US-Militärstützpunkte in der Karibik kursieren, darunter strategische Flughäfen in Küstenregionen wie Punto Fijo.

Die aktuelle Tragödie in Venezuela hat eine zutiefst demütigende Komponente für die arbeitenden Massen und das Volk. Millionen Venezolaner:innen leiden unter Hungerlöhnen, der Zerstörung öffentlicher Dienstleistungen, dem Zusammenbruch des Gesundheitswesens und einer brutalen Prekarisierung des Alltags. Unterdessen öffnet die Regierung den nationalen Luftraum für US-Militäroperationen und fungiert als Vermittler für die imperialistische Militärpräsenz.

Das Bild von US-Flugzeugen, die in Caracas landen, fasst die gesamte politische Entartung der Regierung von Delcy Rodríguez zusammen. Teile der traditionellen Rechten, wie María Corina Machado, feiern offen die Unterordnung unter den Imperialismus, als handele es sich um eine „Modernisierung“ des Landes.

Das Vordringen der USA in Venezuela ist Teil einer umfassenderen regionalen Strategie. Donald Trump hat die „Monroe-Doktrin“ für Lateinamerika aggressiv wiederbelebt. Der US-Imperialismus strebt danach, seine geopolitische Kontrolle über strategische Ressourcen, Energiekorridore, kritische Mineralien und militärische Stellungen inmitten des wachsenden globalen Konflikts mit China und anderen Mächten zu festigen. Venezuela nimmt aus offensichtlichen Gründen einen zentralen Platz in dieser Strategie ein: Öl, Gas und geografische Lage.

Vom Cono Sur bis zur Karibik müssen die Völker begreifen, dass die Stationierung von US-Militärstützpunkten und -Truppen in Venezuela eine direkte Bedrohung für die Freiheit und die Souveränität der gesamten Region darstellt. Wenn der Imperialismus sein Protektorat in Caracas festigt, wird damit ein verhängnisvoller Präzedenzfall geschaffen, um die Rechte der Völker des gesamten Kontinents zu untergraben.

Wir müssen sowohl die imperialistische Aggression als auch die kapitulatorische Politik der venezolanischen Regierung kategorisch ablehnen. Der einzige progressive Ausweg für die arbeitenden Massen führt über eine unabhängige Position. Gegen den US-Imperialismus, gegen das neokoloniale Protektorat, gegen die herrschende Kaste, die diese Unterordnung verwaltet, und gegen die rechte Opposition, die Trumps Politik begrüßt.

Angesichts dieser Militärmanöver vom 23. Mai ist es unerlässlich, mit der Mobilisierung von unten zu antworten. Wir rufen die Arbeiter:innenklasse, die Jugend, die gewerkschaftlichen und sozialen Organisationen Venezuelas und ganz Lateinamerikas dazu auf, diese US-Militäroperationen zu verurteilen. Wir rufen insbesondere diejenigen, die sich heute in den USA gegen Trumps rassistische Politik erheben, dazu auf, die antiimperialistische Fahne aufzunehmen und gegen den eigenen Imperialismus zu kämpfen.

Es ist von grundlegender Bedeutung, internationale Kampagnen zu entwickeln, die das Voranschreiten des imperialistischen Protektorats über Venezuela anprangern. Lateinamerika braucht keine neuen neokolonialen Protektorate, sondern eine echte soziale und nationale Emanzipation, angeführt von der Arbeiter:innenbewegung.

#Titelbild : Public Domain, U.S. Air Force photo by 1st Lt. Joshua Thompso

Quelle : klassegegenklasse.org… vom 26. Mai 2026   

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