Schweiz
International
Geschichte und Theorie
Debatte
Kampagnen
Home » Debatte, Geschichte und Theorie

Eine blutige Verschleppung des Bankrotts. Warum unsere Eliten den Krieg brauchen

Submitted by on 10. August 2026 – 11:07

Der folgende Text ist ein sehr seltenes Meisterstück journalistischer Arbeit. Darin verbindet der Autor die Alltagserfahrungen ukrainischer Callgirls mit dem Auf- und Abstieg der Akteure an der Londoner City, der britischen und polnischen Arbeiterklasse mit dem Zynismus der führenden Politiker, die Kriege in der Ukraine und in West Asien mit dem Kampf um Ressourcen, den Niedergang Deutschlands mit den innerimperialistischen Widersprüchen. Die Lösung heisst immer: «alle Kriege sind Kriege der Banker».

Patrik Baab. Pizzakartons. Das Erste, was ihm auffiel, waren diese zerrissenen, fettigen, halb geöffneten Pizzakartons auf dem abgenutzten Teppich im Flur im fünften Stock des Wohnhauses „Chelsea Cloisters“ an der Sloane Avenue, wohin ihn der Chauffeur des Seico Car Service in knapp einer Stunde von Heathrow gebracht hatte, wo er eincheckte und seinen Koffer auf das Bett warf, nur um gleich wieder ins Auto zu steigen, um noch am selben Nachmittag im Studio in der Great Chapel Street seinen ersten Film aus London schneiden zu können. Petra und die Kollegen in der Zentrale hatten ein paar amüsante Reiseartikel in einem Paket mit der Aufschrift „Großbritannien bittet um das Vergnügen“ zusammengestellt; beim Abschied wurde herzlich gelacht, alle freuten sich für den frischgebackenen Korrespondenten, und im Büro in Soho wurde er mit einem freundlichen Lächeln empfangen: „ Der hier ruft nicht einfach an“, sagte der Büroleiter unbekümmert, „er schreibt mir einen Brief. Das hat mir gefallen!“ Es war der 1. Juli 2003, die Stadt schwitzte unter einer heftigen Hitzewelle, Premierminister Tony Blair befand sich im Strudel seiner schwersten Krise – einer Krise um manipulierte Geheimdienstdossiers, mit denen Downing Street die Invasion des Irak gemeinsam mit den USA unter Verletzung des Völkerrechts gerechtfertigt hatte, und im Hamsterrad der täglichen Berichterstattung versank die Frage, wer die leergeräumten Pizzakartons gedankenlos in den Flur geworfen haben könnte, einfach spurlos.

Zunächst dachte auch er nicht weiter über die zahlreichen langbeinigen jungen Frauen in kurzen Röcken nach, die sich bei Einbruch der Dunkelheit im Foyer des Chelsea Cloisters versammelten, die nacheinander am Portier vorbei auf die Sloane Avenue schlüpften und in die Sportcoupés stiegen, um – wie er annahm – eine kurze Runde um den Block zu drehen. Ihr gebrochenes Englisch und die Brocken Russisch oder Ukrainisch wiesen sie als ukrainische Touristinnen aus, für die sich die Cloisters offenbar als Geheimtipp erwiesen hatten.

Tage später fiel ihm der Lamborghini-Händler an der U-Bahn-Station South Kensington auf, der stets nur die neuesten Modelle führte – in Gelb, Rot, Schwarz, als Cabrio oder Sportcoupé –, und langsam dämmerte es ihm, dass es rund um den Hyde Park Käufer für diese Luxusautos geben musste. In der Stadt war unglaublich viel Geld im Umlauf. Die Finanzindustrie schuf immer neue, verschachtelte Wertpapiere, so genannte Collateralised Debt Obligations, oft mit wertlosen Immobilien im Hintergrund, Credit Default Swaps, die eigentlich gegen einen Kreditausfall absichern sollten, in Wirklichkeit aber Wetten waren; Banker schufen Geld aus dem Nichts und freuten sich auf neue Gewinne. Bald nach dem von Washington und London provozierten Krieg gegen den Irak würde das Öl aus dem Wüstensand Geld in die Mühlen der Kredithaie im Bankenviertel spülen, denn neue Bodenschätze sind die Grundlage für das Geschäft mit gehebelten Derivaten und für neue Kredite, die neue Prämien und neue Zinserträge versprachen.

Wer aus den Glastürmen des Bankenviertels weniger als 50.000 Pfund Sterling pro Monat an Grundgehalt, Boni und Prämien mitnahm, galt als Sozialfall. Das Geld verschwand in Steueroasen, Luxusimmobilien, Luxusautos – und in die Taschen der Mädchen, die auf den Beifahrersitz kletterten.[1] Sie waren es, die, nachdem ihre Arbeit erledigt war, manchmal spätabends etwas beim Pizzaservice bestellten und die Pappschachtel erschöpft vor die Zimmertür warfen.

Das waren die Szenen, die er abends beobachten konnte, wenn er vor dem „Hour Glass“ in der Brompton Road saß und noch ein oder zwei Pints trank, um sich von der nervösen Hektik des täglichen Film- und Nachrichtengeschäfts zu erholen. Premierminister Tony Blair war das ständige Thema, die „zweifelhaften Dossiers“, mit denen er versucht hatte, mithilfe hinterhältiger Tricks und Lügen über angebliche Massenvernichtungswaffen im Irak das Land in einen Krieg hineinzuziehen, der – ganz offensichtlich – ein Krieg um das irakische Öl war, das wiederum zur Grundlage für neue Spekulationsgeschäfte und Rohstoff-Terminkontrakte, neuer Kredite und neuer Investitionen dienen sollte. Nicht nur der Regierungswissenschaftler David Kelly,[2] den die BBC als Quelle der Informationen über die Täuschungsmanöver der Regierung entlarvte, musste für die Profite der Finanzindustrie sterben, sondern auch die Menschen im Irak.[3] Doch die Banker holten ihre Cabrios aus der Tiefgarage, schnappten sich eine Begleitung oder verschwanden in dem Nachtclub auf der anderen Straßenseite.

Die Kreditblase wuchs immer weiter, bis der Irak in Bürgerkrieg und Chaos versank und die Blase schließlich 2008 platzte. Die Londoner City war – und ist – ein Staat im Staat. Seit Maggie Thatcher die Industrie abschaffte, um die Arbeiterklasse zu zerschlagen, wird im Königreich Geld vor allem in der Finanzindustrie verdient.[4] Wie sich die Finanzkrise aufbaute und wo ihre Ursachen lagen – darüber berichtete das Korrespondentenbüro so gut wie gar nichts; es beschäftigte sich vor allem mit dem Jahrhundert-Sommer,[5] dem „Lady-Diana-Fanclub“ aus Veitshöchheim in Unterfranken[6] und natürlich mit Tony Blairs Dauerkrise.[7] Wenn noch Zeit übrig war, wurde auf der Dachterrasse in der milden Abendluft gegrillt, wie bei der öffentlichen Übertragung der Fußball-WM im Sommer 2006, als das Bier in Strömen floss. Auf dem Heimweg von Soho konnte er die Piccadilly-Filiale des Diamantenhändlers De Beers bewundern, eine Erinnerung an das tatsächliche Kräfteverhältnis.

In den Buchhandlungen stapelte sich Monica Alis Roman „Brick Lane“: Nazneen ist 19 Jahre alt, als sie ihr kleines Dorf in Bangladesch verlässt, um in London einen ihr unbekannten und deutlich älteren Mann zu heiraten. Ungebildet, aber klug, begreift sie sehr schnell, dass sich die großen Träume dieses Mannes von Wohlstand und sozialem Aufstieg niemals erfüllen werden. Ihre eigenen kleinen Träume hingegen werden wahr: Sie lernt Englisch von ihren Töchtern, findet Arbeit in einer Bekleidungsfabrik und in Razia eine temperamentvolle Freundin. Als ihr Mann beschließt, nach Bangladesch zurückzukehren, und ihr Liebhaber Karim sie immer mehr an das Idealbild einer muslimischen Frau binden will, befreit sie sich von beiden und entscheidet sich für ein Leben in England.[8]

In diesem Roman fand London zu sich selbst: die Stadt als Verheißung. Wer aus dem Dschungel religiöser Einfachheit und kultureller Rückständigkeit hierherkam, konnte sich aus eigener Kraft einen Weg in die Freiheit bahnen. London als bunte, weltoffene und tolerante Hauptstadt – so sah sie sich selbst gerne. Schauplatz der Handlung: die Brick Lane, die Straße, in der viele arme Einwanderer aus Bangladesch lernten, was es bedeutet, Brite zu sein.

Zehn Jahre später traf er einen Staatssekretär aus Schleswig-Holstein, der genau zu dieser Zeit im Risikomanagement der Deutschen Bank in London gearbeitet hatte, über die Grünen nach Kiel gekommen war und dort von 2012 bis 2017 als politischer Beauftragter tätig war, zunächst im Finanzministerium, dann in der Staatskanzlei: „Ich habe in der Brick Lane gewohnt, ich weiß, was das bedeutet.“ Er antwortete: „Ich kenne die Brick Lane. Als ich 2003 dort war, habe ich hauptsächlich Yuppies gesehen!“ Die Stimmung gefror augenblicklich: „Stellen Sie bitte präzise Fragen!“ Ein bürgerliches Kind, das sich das Image eines Mannes geben wollte, der sich aus dem Nichts hochgearbeitet hatte. Im Jahr 2024 wechselte er zur Stiftung Klimaneutralität. Dort setzte er die von der Rockefeller-Stiftung vorangetriebene „Klimawandel“-Agenda fort, mit der diese neue Märkte für das Finanzkapital erschließt.[9]

Als Monica Ali „Brick Lane“ veröffentlichte , hatte sich die Straße längst zu einem Hotspot für Touristen und Besserverdienende entwickelt. An einem Freitagabend trank er vor Nelly Dean’s Pub in der Dean Street zwei Pints und machte sich auf den Weg nach Osten. An diesem Sommerabend konnte er sehen, wie die Brick Lane zum Alibi für ein Finanzviertel geworden war, das im Grunde seine eigenen Gesetze schrieb. In dieser extralegalen Zone sorgten Banker und Anwaltskanzleien dafür, dass ukrainische Oligarchen ihr Geld in Zweckgesellschaften und Steueroasen verschwinden lassen konnten, während die Bankster und ihr Gefolge abends ihre Boni in der Brick Lane ausgaben. Die Straßenschilder hingen noch immer auf Bengali, doch der Geruch von Curry verflüchtigte sich allmählich. Die Straße zwischen Bethnal Green im Norden und Whitechapel im Süden wurde allmählich vom Finanzviertel kolonisiert.

Eines Nachts im August raste er, leicht beschwipst, im Auto eines Freundes durch den Linksverkehr der leeren Stadt auf dem Rückweg von einer Party, und am Steuer erzählte M.: „Ich war einmal hier in London mit einer Russin zusammen, die einen Callgirl-Ring mit Frauen aus Russland und der Ukraine betrieb. Damit verdiente sie richtig viel Geld. Sie suchte einfach nur einen Mann – keinen, der sie aushalten würde; sie suchte einen, der sie in teure Restaurants ausführen und sie in die Oper begleiten würde. Einen, der mit ihr in das Flair eines kultivierten, bürgerlichen Lebens eintauchen würde. Sie hat mich buchstäblich aufgegabelt, und wir waren sehr glücklich zusammen. Wir planten einen Urlaub in Spanien. Am Abend vor unserer Abreise habe ich mich völlig betrunken; am nächsten Morgen riss mich der Wecker aus dem Schlaf, ich war in katastrophaler Verfassung, packte hastig ein paar Sachen zusammen, warf sie in den Koffer, und in Heathrow roch sie sofort, dass ich heftig getrunken hatte und bei weitem nicht nüchtern war. In der Schlange am Schalter wurde mir klar, dass ich Geld, Kreditkarten, einfach alles vergessen hatte. Sie bezahlte alles für vierzehn Tage, sagte kein Wort mehr zu mir, und nach dem Rückflug trennten wir uns ohne ein Wort des Abschieds. Das war meine Geschichte mit der russischen Chefin eines Callgirl-Rings.“ Er antwortete trocken, halb im Ernst, halb im Scherz: „Du Idiot!“

Der „Trafficking in Persons“-Bericht des US-Außenministeriums zählte für das Jahr 2011 weltweit bis zu 800.000 Opfer von Menschenhandel und stellt knapp fest, dass die Zahl der zur Prostitution gezwungenen ukrainischen Frauen im Jahr 2010 „weiter gestiegen“ sei, wobei der Handel organisiert und routinemäßig über Netzwerke ablaufe.[10] Im Jahr 2003 schätzte das Innenministerium die Zahl der Sexarbeiterinnen, die ins Land gekommen waren, auf etwa 4.000; im Jahr 2010 wurde ihre Zahl auf 2.600 beziffert. [11] Allein über Odessa werden Tausende von Frauen in das europaweite Sexgeschäft geschleust; manche werden dazu gezwungen, manche mit Versprechungen von Büro- oder Modeljobs angelockt, manche sehen keinen anderen Weg zum Überleben und versuchen verzweifelt, die Stadt zu verlassen. Etwa die Hälfte von ihnen stammt aus dem Oblast Odessa, wo Menschenhändler die Dörfer durchstreifen und Mädchen mit Geschichten von Karrieremöglichkeiten und Reichtum um den Finger wickeln. Von Odessa aus wird der Menschenhandel in einer straffen Hierarchie aus Zuhältern, Bordellbetreiberinnen und einer grenzüberschreitenden Mafia gesteuert, die von korrupten Polizeibeamten geschützt wird. Der Bericht erwähnt auch die Verwicklung von Regierungsmitgliedern – ein lukratives Geschäft.[12] Nach dem Beginn der russischen Invasion am 24. Februar 2022 wurden viele Frauen in die Flucht– und in das Sexgewerbe außerhalb der Ukraine – getrieben.[13]

Das massenhafte Auftauchen ukrainischer Teilzeitprostituierter mit Touristenvisa spiegelt die Verarmung ihres Heimatlandes wider, ein Prozess, der mit dessen zunehmender Integration in westliche Wirtschaftskreisläufe zusammenhängt, in denen Malta eine wichtige Rolle spielt. Denn genau dort gründeten ukrainische Oligarchen Zweckgesellschaften und Holdinggesellschaften, um die während der Privatisierung der Wirtschaft geplünderten Vermögen dem Zugriff ihrer eigenen Regierung in Kiew zu entziehen.

In London fand das wandernde Kapital der ukrainischen Oligarchen einen attraktiven Ankerplatz. Dies wurde durch die Verwaltungsstellung der City of London gewährleistet, die seit Jahrhunderten über eine eigene Verwaltung, die City of London Corporation, und einen eigenen Bürgermeister, den Lord Mayor of London, sowie eine eigene Polizei verfügt und sich damit dem Einfluss der Regierung in Westminster entzogen hat.[14] Der Lord Mayor ist daher „Oberhaupt der mächtigsten Finanzlobby der Welt“, und seine Verwaltung nutzt Reichtum und Status, um die Deregulierung der Finanzindustrie voranzutreiben, nicht nur in London, sondern weltweit. Hier landeten die Gewinne aus den Kolonien des Britischen Empire, hier wurden die Kriege der Könige finanziert, hier wurden die Umgehungswege erfunden, um staatliche Devisenkontrollen zu umgehen. Bereits in den 1950er Jahren nahmen britische Bankhäuser Einlagen in US-Dollar entgegen – der Handel mit Fremdwährungen war damals offiziell nicht erlaubt – und boten höhere Zinssätze an, als die US-Behörden zuließen. Dieser kaum regulierte sogenannte Eurodollar-Markt wuchs rasant; bis 1980 hatten die Einlagen ein Volumen von 500 Milliarden US-Dollar erreicht, und bis 1990 wurden fast 90 Prozent aller internationalen Kredite über diesen Markt vergeben. Gleichzeitig pflegten die Londoner Banken enge Verbindungen zu den Überresten des Empire: den Kaimaninseln, den Bahamas, den Turks- und Caicosinseln, den Britischen Jungferninseln, die Kanalinseln – und Malta. Malta wird so zum Umschlagplatz für die Londoner City: Ukrainische Vermögenswerte wandern in westliche Steueroasen ab, was wiederum die Kapitalflucht begünstigt. Hier liegt der Ursprung der Offshore-Strategie der City: Geld anziehen und es gleichzeitig vor dem Fiskus verschwinden lassen. Die „Square Mile“ der City ist bis heute ein Magnet für Steuerfluchtgelder aus aller Welt.[15] Hier geht es nicht um nachhaltige Investitionen, sondern um schnelle Gewinne.

Diese Casino-Ökonomie erhielt ihren Durchbruch durch Premierministerin Margaret Thatcher nach ihrer Wahl im Jahr 1979. Devisenkontrollen wurden aufgehoben, das Pfund stieg, Exporte verteuerten sich und ein Fünftel der Arbeitsplätze in der Industrie ging verloren, während der Finanzsektor explosionsartig wuchs. Im Jahr 2024 strömten an Werktagen 400.000 Banker, Börsenmakler und Versicherungsangestellte hierher und erwirtschafteten acht Prozent der britischen Wirtschaftsleistung. [16] Finanzgenies erfanden Kreditderivate, verbrieften Vermögenswerte und schlossen alle Arten von Termingeschäften ab, um aus Geld noch mehr Geld zu machen.

Die hohen Gehälter und Boni zogen andere Branchen in den Boom hinein – wie Immobilien, Gastronomie und Callgirl-Ringe –, vertieften aber gleichzeitig die Kluft zwischen Arm und Reich in der Stadt. Die City verfügt zudem über eine ganz besondere Form der Demokratie. Denn auch die dort ansässigen Banken dürfen mitstimmen, und zwar entsprechend ihrer Mitarbeiterzahl; viele Mitarbeiter bringen viele Stimmen mit, sodass die Konzerne stets die Mehrheit haben, die gewählten Vertreter zu Lobbyisten der Finanzindustrie werden und das große Geld eine glattpolierte Scheindemokratie erhält. [17]

Ein weiterer entscheidender Schritt folgte im Oktober 1986: Das britische Parlament verabschiedete ein Gesetz, das als „Big Bang“ bekannt wurde – ein befreiender Schlag für das große Geld, der weitere Kontrollen beseitigte und US-Banker in die City lockte. In den 1990er Jahren befreite der Zusammenbruch des Ostblocks die Kapitalisten im Westen von einer möglichen Alternative; die Privatisierungsbeute der Oligarchen brachte ehemals öffentliches Vermögen in private Hände und spülte frische Milliarden in die City. Die Gewinner der osteuropäischen Transformation machten das große Geschäft. Das Geld stammte aus ihren Raubzügen in ihren Herkunftsländern, wo die Bevölkerung verarmte und die Zeche zahlen musste.

Dies entsprach dem Geschäftsmodell der EU: korrupte Oligarchen und nationale Eliten, vor allem in der Ukraine und in Moldawien, einfach mit wirtschaftlicher Macht zu bestechen, um die Länder dann zu „umkrempeln“ und in die Finanzkreisläufe des westlichen Kapitalmarkts einzubinden, [18], wobei auch britische Banken eine Rolle beim Diebstahl von Milliarden an staatlichen Geldern spielten.[19] Die lasche britische Gesetzgebung macht es leicht, Milliarden an gestohlenem Geld zu waschen und in die EU zu leiten. Seitdem ist gewährleistet, dass ständig frisches Kapital für Investitionen hereinströmt und dass durch die Ressourcen der Zielländer – Öl, Gas, Seltene Erden, Schwarzerdeböden, Stahlwerke, Pipelines, Häfen – neue Sicherheiten für neue Kredite zur Verfügung stehen. Dies geht jedoch zu Lasten der Bevölkerung in den Nachbarstaaten der EU. Denn ihr öffentliches Vermögen wurde zu Spottpreisen privatisiert; statt investiert zu werden, wurde das Kapital dem Zugriff ihres eigenen Staates entzogen, die Unternehmen verfielen oder wurden ganz geschlossen, Löhne wurden oft nicht gezahlt, viele Arbeiter verloren ihre Arbeitsplätze. Sie erlebten den von Karl Marx beschriebenen Prozess der absoluten Verelendung – und anschließend musste das trostlose Ergebnis nur noch der kommunistischen Misswirtschaft angelastet werden.

Familien in der Ostukraine litten Hunger, und während im Londoner Finanzviertel zur Jahrtausendwende die Champagnerkorken knallten, wurden ganze Regionen deindustrialisiert und die Arbeiter verarmten. „Alle Kriege sind Kriege der Banker“, sagte der Finanzanalyst Alex Krainer.[20] Die Töchter dieser Arbeiter in der Ukraine waren es, die mit mir im „Chelsea Cloisters“ an der Sloane Avenue wohnten, die die Clubs und die schicken Bars bevölkerten und die bei Einbruch der Dunkelheit in die glänzenden Lamborghini-Cabriolets stiegen, die die Banker in der Tiefgarage parkten und nur abends herausholten, um ein paar Runden um den Block zu drehen und die eine oder andere Blondine abzuholen, die kaum Englisch verstand, ihren Job aber ziemlich gut machte.

Und so standen sie Abend für Abend in ihren kurzen Röcken in der Lobby des Chelsea Cloisters. Frauen, die mit einem einmonatigen Touristenvisum zusammen so viel verdienten, wie sie in der Ukraine brauchten, um ihren Liebhaber in Kiew über Wasser zu halten, ihre Eltern in Dniepro zu unterstützen und die Arztbesuche ihrer Großeltern zu bezahlen. Allesamt Menschen, die einst ihre Hoffnungen auf die EU gesetzt hatten und die sich nach dem Putsch auf dem Maidan im Jahr 2014 von galizischen Banderisten leicht davon überzeugen ließen, dass die Russen an allem schuld seien – die in Moskau oder die „Vatniki“, die Untermenschen in der Ostukraine, die man am besten erschießen oder vertreiben sollte.

Natürlich fielen die Touristenvisa für seine Mitbewohner in der Sloane Avenue nicht vom Himmel. Beim britischen Konsulat in Kiew wurden die Anträge einwandfrei und professionell eingereicht. Die Bearbeitung war straff organisiert. Man brauchte Leute, die gut Englisch sprachen, die das Antragsverfahren genau kannten, die vielleicht bereits mit den Konsularbeamten vertraut waren, Leute, die die Gebühr vorstrecken konnten. Die Mädchen mussten all das übernehmen, oder sie konnten es später abarbeiten – gegen einen Aufpreis natürlich.[21]

Die Idee von Gleichheit und Fairness landete vorerst auf dem Müllhaufen der Geschichte; die Banker galten als Zauberer, und die Regierung las der City jeden Wunsch aus den Augen.[22] Dies galt auch und vor allem für Tony Blair und New Labour; alle großen Parteien in Westminster erhielten Spenden von Finanzunternehmen und Privatpersonen aus der City, und von den 20 großzügigsten Tory-Spendern im Zeitraum von 2010 bis 2015 verdienten acht ihr Geld im Bankenviertel.[23] Mindestens ebenso wichtig war der „Drehtür-Effekt“ zwischen den Ministerien und den Finanzunternehmen; führende Politiker nahmen nach ihrem Ausscheiden aus der Politik hochbezahlte Posten bei Finanzunternehmen an. Nachdem Tony Blair als Premierminister zurückgetreten war, übernahm er eine Teilzeitstelle als Berater bei der Investmentbank J.P. Morgan, deren jährliche Vergütung auf 500.000 bis 2,5 Millionen Pfund geschätzt wurde.[24] In der City herrschte Partystimmung: Man sollte zugreifen, solange es noch etwas zu holen gibt.

In dem Jahrzehnt vor der Krise wuchs der Finanzsektor doppelt so schnell wie der Rest der britischen Wirtschaft, nämlich um durchschnittlich sechs Prozent pro Jahr. Mit der Ansammlung von Geschäftsbanken, Investmentfonds, Wertpapierhändlern, Versicherern und Rückversicherern in der City hatte London von der Wall Street seinen Ruf als weltweit führendes Finanzzentrum zurückerobert.[25] Niemand – nicht einmal die Regierung in Westminster – war bereit, sich den negativen Folgen eines überdimensionierten Finanzsektors zu stellen: Die Überbewertung des Pfunds kommt der City of London zugute, da sie darauf abzielt, wohlhabende Investoren aus Offshore-Gebieten anzuziehen, und diese würden ausbleiben, wenn das Pfund an Wert verliert. Doch der starke Wechselkurs zerstört die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie auf den internationalen Märkten, führt zu Insolvenzen und Arbeitsplatzverlusten sowie zu einem Handelsdefizit, weshalb Großbritannien Kapital anziehen muss, um die Leistungsbilanz auszugleichen.[26] Alle glaubten, dass die Fragmentierung und weltweite Streuung der Kreditrisiken das System sicherer machten – weil sie es glauben wollten.

Als er das Grab von Karl Marx auf dem Highgate Cemetery besuchte – das eigentliche Grab liegt weit entfernt vom Denkmal, im hinteren jüdischen Teil des Friedhofs –, wollte auch die rot-grüne Koalition in Berlin die „Deutschland AG“ auflösen und heizte damit den Finanzkapitalismus an. Die Steuerbefreiung von Kapitalerträgen im Jahr 2002 ermöglichte es den Banken, ihre Industriebeteiligungen steuerfrei zu verkaufen und die Erlöse in Börsenspekulationen zu investieren. Dies hatte zwei verhängnisvolle Folgen: Erstens gerieten deutsche Banken sehr schnell in den Strudel der Finanzkrise von 2008, von der sie ohne diese Umschichtung möglicherweise teilweise verschont geblieben wären. Zweitens konnte sich die internationale Finanzindustrie in deutsche Unternehmen einkaufen und dadurch Managemententscheidungen beeinflussen.

In London im Frühjahr 2009 fegte der Wind des Finanzcrashs menschliche Schicksale wie leere Bierdosen durch die regennassen Straßen. Die Banker hatten nicht mehr ganz so viel Geld locker in der Tasche. Die Aktien-Release-Partys wurden abgesagt. Bei Geschäftsessen verzichteten sie auf die Begleiterinnen, die alle einen Knopf zu viel an der Bluse offen hatten. Privat verzichteten sie auf die Zahlen; statt Exzessen war die Familie wieder in Mode, und die Callgirls wurden weggeschickt und konnten sehen, wo sie das hinführte. Die Oligarchen bekamen den Kapitalismus, die Fußballvereine ihren Roman Abramovich,[27] die Golfplätze, die Clubs und Salons; die Mädchen aus der Ukraine bekamen die Ausbeutung, die kollektive Schuld und die Straßenecke, wo sich immer mehr junge Frauen aus Südlondon zu ihnen gesellten. [28]

Er war selbst dabei, als polnische Bauarbeiter in der Jamaica Road in einen leerstehenden Wohnblock ohne Heizung und fließendes Wasser einbrachen. Bei Londoner Regen und eisiger März-Kälte brauchten sie ein Dach über dem Kopf und einen Platz zum Schlafen, denn sie waren von einem Tag auf den anderen entlassen worden; der Bankencrash trieb die Baufirmen in den Konkurs, auf den Baustellen standen die Kräne plötzlich still, ausstehende Löhne wurden nicht mehr gezahlt, und denen, die gehofft hatten, im East End in Arbeitskleidung mehr zu verdienen als zu Hause als Lehrer oder Professor, fehlte schlicht das Geld für den Rückflug nach Warschau.[29] In einem Pub in Brixton musste er eine Schlägerei schlichten, weil Polen und Briten, betrunken, im Begriff waren, aufeinander loszugehen, und bereits nach den Stühlen griffen: „Hört auf, Jungs, und beruhigt euch, ihr werdet kein besseres Leben bekommen, wenn ihr euch gegenseitig bekämpft; bei all dem Scheiß geht es um die Klasse, nicht um die Rasse. Anständige Menschen findet man in jedem Land!“

Die Bankenkrise wurde nach unten weitergegeben; sowohl polnische als auch britische Arbeiter steckten bis zum Hals im Schlamassel, und die Wut, die lange Zeit im täglichen Kampf ums Überleben eingeschlossen war – die Wut, die der Neoliberalismus, die Lohnkürzungen, die Arbeitsintensivierung, die Entlassungen, die Angst vor dem eigenen Versagen und die Erschöpfung hinterlassen hatten, die Resignation – brach aus, am heftigsten dort, wo das Beben den größten Schaden angerichtet hatte. Bei den Briten am Tisch war die unterdrückte Wut, die der Neoliberalismus hinterlassen hatte, längst erfolgreich in einen rassistischen Reflex umgelenkt worden.[30] Das Letzte, was diese vom Kapitalismus gebeutelten Menschen brauchten, waren Vorträge über Diversität oder Lektionen zum Klima; aber sie waren offen für Vernunft und Respekt, und vor allem wollte sich niemand vor Ausländern zum Narren machen, am allerwenigsten vor einem Deutschen: „Habt ihr diesen Herrn gehört? Freunde, ich glaube, er hat recht. Lasst uns Freunde bleiben und noch ein Pint trinken!“

Mit Steuergeldern retteten die Regierungen die Banken – mehr als eine Billion Pfund, also tausend Milliarden, gab der britische Staat ab 2007 für Bankenrettungen aus; doch die darauf folgende Rezession erwies sich als noch kostspieliger: Die Wirtschaft schrumpfte um zehn bis 15 Prozent, Arbeitsplätze gingen verloren, die Verschuldung stieg dramatisch an, und es folgten Sparmaßnahmen im Sozial- und Bildungsbereich. Wieder einmal hatte die Finanzindustrie gesiegt.[31]

Die Finanzkrise zog zwei entscheidende strukturelle Veränderungen im Finanzsystem nach sich: Erstens führte sie zu einer Verlagerung von notleidenden Krediten hin zu Staatsanleihen, und zweitens zu einer Verlagerung dieser Anleihen weg von den Banken hin zum Schattenbankensystem. Die Rettung der Banken mit Steuergeldern hat laut der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel zu einer Verringerung des Risikos im Bankensektor geführt, während gleichzeitig die Schuldenlast der Staaten so stark angestiegen ist wie nie zuvor in Friedenszeiten. Gleichzeitig sind Fondsvermögen aus den Bankbilanzen abgeflossen, während sie bei Hedgefonds, Investmentfonds, Pensionsfonds, Versicherern und Finanzinvestoren dramatisch angestiegen sind. Dies erhöht die Risiken, da im Schattenbankensystem Investitionen häufig mit Derivaten gehebelt werden, um Kursschwankungen optimal auszunutzen und gleichzeitig die Eigenkapitalbelastung zu verringern. Dies erhöht die Gefahr prozyklischer Notverkäufe und kann die Refinanzierungsbedingungen der Staaten erschüttern. [32] So ist auch Deutschlands Haushalt in die babylonische Gefangenschaft internationaler Finanzinvestoren im weitgehend unregulierten Schattenbankensystem geraten, die am Ukraine-Krieg Milliarden verdienen und jeden Staat unter Druck setzen können, der sich aus der Reihe der Kriegstreiber lösen will, indem sie dessen Anleihen verkaufen.

Die Haushaltslöcher, die sich nach dem Zusammenbruch des Finanzsystems aufgetan hatten, dienten als willkommener Vorwand, den Sozialstaat weiter abzubauen. Vor der Wahl, entweder den Finanzsektor oder den Sozialstaat zu retten, ließ die Regierung keinen Zweifel daran, dass die City Vorrang genießt, und signalisierte damit der ganzen Welt, dass ausländisches Geld hier in guten Händen ist. Die Finanzindustrie musste am Leben erhalten werden, selbst wenn der Rest der Welt in Chaos, Elend und Krieg versinken sollte. [33]

Seit mehr als drei Jahrhunderten finanziert die City of London Kriege und verkauft Versicherungen gegen die daraus resultierende Zerstörung; dabei nutzt das Finanzzentrum das entstehende Chaos als Waffe. Lloyd’s of London ist die Versicherungssäule im Netzwerk der Finanzkontrolle der City; es handelt sich dabei nicht um eine Versicherungsgesellschaft im eigentlichen Sinne, sondern um eine Körperschaft, die als Marktplatz fungiert, auf dem sich mehrere Finanziers, die sich zu Syndikaten zusammengeschlossen haben, treffen, um Risiken zu bündeln und zu streuen. Lloyd’s hat den Ruf, stets zu liefern, doch dies hat seinen Preis. Im Jahr 1898 formalisierte das Unternehmen eine seit langem bestehende Praxis durch die Einführung der Klausel „Free of Capture and Seizure“, mit der Kriegsrisiken aus den Versicherungspolicen gestrichen wurden und die Möglichkeit geschaffen wurde, bei Ausbruch eines Konflikts überhöhte Prämien zu verlangen. Diese Klausel wurde im Ersten und Zweiten Weltkrieg, zu Beginn des Bürgerkriegs im Donbass und beim Anschluss der Krim an Russland im Jahr 2014, nach der russischen Invasion in der Ukraine im Februar 2022 – sowie nach dem Angriff der USA und Israels angewandt.[34]

Im Jahr 1999 wurde fast die gesamte Welt für den unregulierten Derivatehandel geöffnet, sodass Staatsanleihen, Ölströme, Schifffahrtsrouten und Kriegsrisikoversicherungen in Credit Default Swaps, Hedges und andere Derivateprodukte zerlegt und damit zum Spielball der Spekulation gemacht werden konnten. Der entscheidende Hebel war das WTO-Abkommen über Finanzdienstleistungen von 1997 (das Fünfte Protokoll zum Allgemeinen Abkommen über den Handel mit Dienstleistungen), das 1999 in Kraft trat. Im Rahmen dieses Abkommens mussten alle 156 WTO-Mitgliedstaaten die Trennung zwischen kommerziellen Sparkassen und Investmentbanken, die mit Derivaten spekulieren, aufheben. Das WTO-Abkommen wurde zum Rammbock für die Öffnung der globalen Märkte für dieses Derivategeschäft. Der Derivatehandel explodierte daraufhin und entwickelte sich zu einem der am stärksten konzentrierten und profitabelsten Geschäftsbereiche der Welt, der von einigen wenigen Großbanken kontrolliert wird.[35]

In der Londoner City arbeiten die Maschinerie der Kriegsversicherung und die Maschinerie der Derivate Hand in Hand, denn erstere sorgt für die Erhebung von Chaosprämien, und letztere erntet diese durch Weiterverpfändung und rechtliche Pfändung. Die Absicherung von Kriegsrisiken ist eine Form der Versicherung, doch der Derivatemarkt ist eine weitaus größere Versicherungsfalle, denn Derivate werden als Schutz vor Marktrisiken verkauft, sind in Wirklichkeit jedoch ein spekulatives Glücksspiel, das Gewinne aus allen wichtigen Wirtschaftsströmen abschöpft.[36]

Im Juni 2025 wurde der Nominalwert der ausstehenden außerbörslichen Derivate auf 846 Billionen Dollar beziffert, 16 % mehr als im Vorjahr[37] – das ist fast eine Quadrillione, eine Eins mit 15 Nullen. Bereits 2016 überstieg das Transaktionsvolumen an den Finanzmärkten den Umsatz mit Waren und Dienstleistungen um mehr als das Hundertfache.[38] Wenn diese Blase platzt, wird sie eine Welle von Insolvenzen auslösen, die den Notverkauf liquider Vermögenswerte erzwingen wird. Der Börseninsider David Rogers Webb dokumentierte die rechtlichen Mechanismen, mit denen sich die Derivatehändler alles für sich beanspruchen.[39] Denn stille Änderungen am Uniform Commercial Code und an entsprechenden EU-Vorschriften haben gewöhnliche Anleger zu bloßen „Anspruchsinhaber“, die lediglich einen Rechtsanspruch gegenüber ihren Wertpapierhändlern haben, während Aktien, Anleihen und Einlagen im Insolvenzfall rechtlich als Sicherheiten für den Derivatekomplex dienen – Sicherheiten, die bereits mehrfach weiterverpfändet wurden. Wenn die Derivate-Sicherheiten versagen, bricht das darauf errichtete, mehrfach verpfändete Kartenhaus zusammen, Margin Calls folgen, die Rangfolge der Zugriffsrechte wird ausgelöst und der große Raubzug beginnt.[40] Es wäre der Zusammenbruch des Finanzsystems.

Um dies zu verhindern, müssen immer neue Sicherheiten in das System gepumpt werden – Öl- und Gasvorkommen, Seltene Erden, Kohle und Eisenerz, Mineralien aller Art –, die als Spekulationsobjekte für zukünftige Gewinne und damit als neue Grundlage für den Derivatehandel dienen können. Anfang 2013 schloss der damalige niederländische Ministerpräsident und spätere NATO-Generalsekretär Mark Rutte einen Vertrag mit Shell und der ukrainischen Regierung ab, der es dem Energiekonzern ermöglichte, auf einer Fläche von fast 8.000 Quadratkilometern in der Region zwischen Charkiw und Donezk Schiefergas zu fördern.[41] Die Energiekonzerne Chevron und Exxon hatten ebenfalls solche Förderverträge unterzeichnet. Insgesamt hatten die drei Unternehmen Investitionen in Höhe von 32 Milliarden US-Dollar zugesagt, was bereits Rückschlüsse auf die erwarteten Gewinne zulässt. Allein ein Konsortium aus Exxon, OMV Petrom und dem Staatsunternehmen Nadra Ukrainy wollte bis zu 12 Milliarden US-Dollar in die Erschließung des flächenmäßig größten Vorkommens, das Öl- und Gasfeld Skifska im Schwarzen Meer, zu investieren.[42] Friedrich Merz traf als Geschäftsführer von BlackRock in Deutschland offenbar ähnliche Vereinbarungen für den Finanzinvestor.[43]

Der Donbass ist reich an Bodenschätzen wie Steinkohle, Eisenerz, wichtigen Mineralien wie Lithium, Mangan, Titan, Kobalt, Seltenen Erden, Graphit und anderen Metallen, die für die Energiewende entscheidend sind. 95 % der Energieressourcen der Ukraine liegen im Donbass.[44] Diese Ressourcen sind ein wichtiger Anreiz für den Krieg.[45] Shell, Exxon, Halliburton und Chevron wollten diese Ressourcen mithilfe der Fracking-Technologie fördern und in die EU exportieren.[46]

Der US-Senator John McCain tauchte 2014 beim Putsch auf dem Maidan auf. Im Jahr 2008 hatten die großen Energiekonzerne seinen Wahlkampf mit insgesamt zwei Millionen Dollar unterstützt, und im Gegenzug stimmte McCain im Senat gegen die Förderung erneuerbarer Energien und gegen eine höhere Besteuerung der Ölkonzerne, was dem „Big Energy“-Komplex Steuerkosten in Höhe von rund 13 Milliarden US-Dollar ersparte. Im Mai 2014 berief das größte private Energieunternehmen der Ukraine, Burisma Holdings, den Sohn des US-Vizepräsidenten Joe Biden, Hunter Biden, in seinen Vorstand. Einige Wochen zuvor waren bereits der ehemalige polnische Ministerpräsident Aleksander Kwaśniewski und der Wahlkampfleiter des späteren US-Außenministers John Kerry, Devon Archer, in das Gremium eingetreten. Bereits Ende April 2014, vier Wochen bevor sein Sohn bei Burisma eintrat, hatte Joe Biden Kiew besucht und mit der Putschregierung über die Energieversorgung der Ukraine gesprochen, wobei er versprach, das Land bei der Umsetzung der 2013 abgeschlossenen Verträge zu unterstützen.[47]

Doch die Unternehmen hatten die Rechnung ohne ihren Gastgeber gemacht. Ausgerechnet die gasreichen Regionen Krim und Ostukraine widersetzten sich dem Putsch von 2014 auf dem Maidan. Im Donbass hatte der gestürzte Präsident Janukowitsch bei den Wahlen 2010 mehr als 90 % der Stimmen erhalten; die Bevölkerung war nicht bereit, den gewaltsamen Regimewechsel zu akzeptieren, und auf der Krim stimmten 96,77 % in einem Referendum für die Rückkehr zu Russland. [48] An allen Zugängen zum Gasfeld Jusiwska – in Slowjansk, Kramatorsk, Wolnowacha, Lysychansk und Rubischne – besetzten Bürger die Rathäuser und blockierten die Transportwege. Innerhalb weniger Wochen verwandelte sich das Fördergebiet in ein Bürgerkriegsgebiet. Der Aufstand im Donbass beraubte westliche Konzerne und Banken der Möglichkeit, die natürlichen Ressourcen in eigene Sicherheiten umzuwandeln.

Am 30. April 2014 genehmigte der Internationale Währungsfonds ein Hilfspaket in Höhe von 17 Milliarden US-Dollar.[49] Kiews westliche Geldgeber übten Druck auf die neue Regierung aus, gegen den Aufstand vorzugehen und die Kontrolle im Osten und Süden zurückzugewinnen.[50] Aus einem Bericht des US-Senders CNBC geht hervor, dass Kiews Vorgehen „politisch von den wichtigsten IWF-Anteilseignern gesteuert“ wurde, um die „Kamikaze“-Regierung unter Jazenjuk bei ihren Reformbemühungen zu unterstützen. Der Internationale Währungsfonds drohte: Sollte die Zentralregierung die Kontrolle über den Osten verlieren, müsse das Hilfsprogramm gekürzt werden.[51]

Am 13. März 2014 wurde neben der Armee die 60.000 Mann starke Nationalgarde unter dem neuen Sicherheitschef, dem militanten Rechtsextremisten Andriy Parubiy, mobilisiert.[52] CIA-Direktor John Brennan organisierte persönlich von Kiew aus den Einsatz von Dutzenden von CIA- und FBI-Spezialeinheiten, um eine Sicherheitsstruktur gegen die Aufständischen aufzubauen.[53] Mit militärischen Mitteln wollte die Putschregierung auch die Förderung von Fracking-Gas durchsetzen.[54]

Die US-Außenpolitik hatte die Offensive der Energiekonzerne in Osteuropa bereits seit 2010 mit der „Global Shale Gas Initiative“ vorbereitet: „Das ist ein diplomatischer Royal Flush“, sagte der Leiter und Koordinator für internationale Energieangelegenheiten, David Goldwyn, der empfahl, Washington solle den Zugang zu neuen Explorationsgebieten fördern, um Investitionen zu sichern.[55] Ziel war es, Energieressourcen in die westliche Hemisphäre zu integrieren, die Abhängigkeit von russischem Gas in der Ukraine und in Europa zu verringern und dadurch eine geopolitische Machtverschiebung zu erreichen.

Als zentrales Hindernis wurde dabei die Energiepartnerschaft zwischen Deutschland und Russland identifiziert. Ein vertrauliches Papier der RAND Corporation vom Januar 2022 – dessen Echtheit natürlich sofort bestritten wurde – stellt unumwunden fest, dass die US-Wirtschaft und insbesondere das Bankensystem ohne einen Zufluss finanzieller und materieller Ressourcen aus externen Quellen nicht funktionieren können. Um einen Transfer von Ressourcen von Europa in die USA sicherzustellen, müsste in Deutschland eine Wirtschaftskrise herbeigeführt werden. Zu diesem Zweck wäre es notwendig, die günstige Versorgung mit russischer Energie zu unterbrechen, und der einzig gangbare Weg bestand darin, Deutschland in einen Krieg in der Ukraine hineinzuziehen. [56]

Von Anfang an ging es bei dem Krieg in der Ukraine darum, den russischen Konkurrenten aus dem Energiemarkt zu verdrängen und neue Gewinne zu erwirtschaften.[57] Dies war dringend erforderlich, da die Unternehmen ihre Investitionen in neue Fördertechnologien durch hochverzinsliche Kredite finanziert hatten. Die Investmentbank JP Morgan schätzte die Finanzblase rund um die Fracking-Industrie auf etwa 550 Milliarden US-Dollar. Sollten diese risikoreichen Anleihen ausfallen, droht ein Szenario ähnlich dem Ausfall von Immobilienkrediten zu Beginn der Finanzkrise 2008.[58] Das bedeutet, dass dringend Gewinne aus Fracking-Exporten erwirtschaftet und neue Kreditsicherheiten beschafft werden mussten.[59] Genau darum geht es auch im Ukraine-Krieg; darum ging es beim völkerrechtswidrigen Krieg gegen den Irak im Jahr 2003, und darum wird es 2026 beim Angriff auf den Iran gehen: Ressourcen in Besitz zu nehmen, Märkte gewaltsam zu öffnen, Logistikwege zu kontrollieren, neue Sicherheiten für neue Kredite zu gewinnen und die Gewinne im Derivatehandel zu verwerten.

Eine der von CNBC erwähnten Hauptaktionärinnen war vermutlich Ariane de Rothschild, CEO der Edmond de Rothschild Group. Am 18. März 2014 schrieb sie an Jeffrey Epstein, dass sie einen langen Tag im Bankvorstand verbracht habe, dass die Zahlen zwar akzeptabel, für sie aber nicht zufriedenstellend seien, dass sie die Verantwortlichen unter Druck setze, bei der Umstrukturierung innovativer im Bereich der Vermögensverwaltungsfonds zu sein, dass sie bei einem Abendessen mit einem Kunden sei und die Nase voll habe, dass sie ihre Gespräche vermisse und hoffe, es gehe ihm gut, dass sie am folgenden Abend zu Hause sein werde – und dass sie über die Ukraine sprechen sollten. Epstein antwortete, dass die Unruhen in der Ukraine viele Chancen bieten würden, sehr viele.[60] Und tatsächlich: Angesichts der liquiden Sicherheiten, die auf 10 bis 12 Billionen US-Dollar geschätzt werden, kann man sicherlich von großen Chancen sprechen – und vom Zusammenbruch des Finanzsystems, sollten diese Sicherheiten ausbleiben.

Es begann mit der Gier nach neuen Gewinnen und dem Zangengriff der Spekulanten nach neuen Sicherheiten. Der Putsch von 2014 in Kiew und der Angriff der Junta auf die Bevölkerung im Osten und Süden der Ukraine sollten diese Sicherheiten liefern. Dadurch entstand der Konflikt, der zu einem umfassenden Krieg mit Russland führte und sich zu einem weiteren verheerenden Weltkrieg in Europa ausweiten könnte. Alle Kriege sind Kriege der Banker. Sie haben die Bodenschätze in der Ostukraine nicht in die Hände bekommen. Deshalb können sie nicht mehr zurück. Sie wollen den Krieg.

Es gibt keine Geschichte ohne den Tatort, an dem sie begangen wird.[61] London 2003 war der analytische Testfall, in dem sich Zeit und Raum dehnten. Er musste zugeben: Es wurde ihm erst wirklich bewusst, als die Finanzkrise von 2008 das Kartenhaus aus fadenscheinigen Spekulationen zum Einsturz brachte und als im Februar 2014 in der Ukraine das erste Blut floss.

Der Sommer neigte sich bereits dem Herbst zu. Ende August verabschiedete er sich vom Studio in der Great Chapel Street und von dem Gebäude hinter dem Zaun, das längst nicht mehr existiert, weil es U-Bahn-Bauarbeiten und Grundstücksspekulationen weichen musste. Die Nachrichtenmaschine hatte ihn wieder ausgespuckt und lief weiter mit anderen, immer geschmeidigeren jungen Talenten, die Filme und Live-Schaltungen wie am Fließband produzierten und auf die große Karriere hofften. Er machte einen letzten Spaziergang durch Covent Garden bis zur Brick Lane, bestellte dann in Chinatown Chinatown, trank in der Abenddämmerung im „Hour Glass“ etwas und las auf der Barunterlage die Werbung für Spitfire-Bier: „Schiri, pass auf die Deutschen auf. Die wollen immer ein paar Yards mehr abknöpfen!“[62] Die scherzhafte Warnung an den Schiedsrichter vor der deutschen Bedrohung im Fußball spielte auf das Langzeitgedächtnis der Luftschlacht um England und der Londoner Bombennächte an. Erinnerungen, die heute von einem Bundeskanzler wieder geweckt werden, der die Bundeswehr zur „konventionell stärksten Armee Europas“ machen will.[63]

London befand sich weiterhin im Fieber der Börsenspekulationen, in die auch das Vermögen ukrainischer Oligarchen investiert war, und die Beraubten folgten ihrem gestohlenen Geld, stiegen bei Einbruch der Dunkelheit in die Sportcoupés vor den Chelsea Cloisters und warfen nachts erschöpft die Pizzakartons in den Flur. Der große Betrug lief auf Hochtouren, der Casino-Kapitalismus saugte immer mehr Ressourcen immer schneller auf, ein Pyramidensystem, das alte notleidende Kredite und fadenscheinige Börsenspekulationen mit neuen Sicherheiten retten sollte. Krieg – eine gigantische Geldwäsche, die das gestohlene Geld der Bürger über Berge von Leichen hinweg in die Konten von Konzernen und Finanzinvestoren spült. Irak 2003, Libyen und Syrien 2008, Ukraine 2014, Iran 2025 und 2026 – die Händler des Todes müssen Krieg wollen, damit das Kartenhaus der Derivate nicht zusammenbricht: eine lange, blutige Verzögerung des Bankrotts, der Weg in die endgültige Katastrophe des Kapitalsystems.[64] London war das Tor zur Hölle, und er hatte es nicht einmal bemerkt.

Er nahm ein Taxi von der Sloane Avenue nach Heathrow und blickte nicht zurück. Es war ein wunderbarer Sommer.

Fußnoten

[1]„Er wollte erfolgreich sein und als erfolgreich gelten; und er wollte unbedingt seinen Bonus in Höhe von einer Million Pfund. Er wollte eine Million Pfund, weil er sie noch nie zuvor verdient hatte und er das Gefühl hatte, dass sie ihm zustehten und dass sie ein Beweis für seinen männlichen Wert waren. Aber er wollte sie auch, weil er das Geld brauchte. Die Summe von 1.000.000 Pfund war zunächst als vages, fast schon komisches Ziel begonnen und hatte sich zu einer tatsächlichen Notwendigkeit entwickelt, zu etwas, das er brauchte, um die Rechnungen zu bezahlen und seine Finanzen in Ordnung zu bringen. Sein Grundgehalt von 150.000 Pfund war nett als das, was Arabella ‚Kleidergeld‘ nannte, aber es reichte nicht einmal für seine beiden Hypotheken. Das Haus in der Pepys Road hatte zwei Fassaden und hatte 2.500.000 £ gekostet, was sich damals wie der Höchststand des Marktes angefühlt hatte, auch wenn die Preise seitdem erheblich gestiegen waren …“ Lanchester, John: Capital. London 2012, S. 19

[2]Baab, Patrik: Britischer Waffenexperte David Kelly vermisst. Nachtmagazin, 18.07.2003

Baab, Patrik: Nach dem Tod von David Kelly. Tagesthemen, 19.07.2003

Baab, Patrik: Kelly-Affäre: Blair kehrt von Asienreise zurück. Tagesthemen, 23.07.2003

Baab, Patrik: Kelly-Affäre: Die BBC unter Druck. Zapp, 27.07.2003

Baab, Patrik: Kelly-Affäre: Vor Tony Blairs Pressekonferenz. ARD-Morgenmagazin, 28.07.2003

Baab, Patrik: Kelly-Affäre: Pressekonferenz von Tony Blair. Tagesschau 14:00 Uhr, 30.07.2003

Baab, Patrik: Kelly-Affäre: Pressekonferenz von Tony Blair. ARD-Mittagsmagazin, 30.07.2003

Baab, Patrik: Kelly-Affäre: Blair wirkt selbstbewusst. Tagesschau 17:00 Uhr, 30.07.2003

[3]David Kelly soll durch Selbstmord ums Leben gekommen sein, doch laut Norman Baker ist dies unglaubwürdig. Die traditionelle gerichtliche Untersuchung wurde durch die Hutton-Kommission ersetzt, deren Bericht unbefriedigend ist. Klar ist hingegen, dass Kelly von Tony Blairs Spin-Doctor Alastair Campbell massiv unter Druck gesetzt wurde: „Ich bin ohne jeden vernünftigen Zweifel davon überzeugt, dass es sich nicht um Selbstmord handeln kann. Die medizinischen Beweise stützen dies nicht, und David Kellys Gemütszustand sowie seine Persönlichkeit sprechen dagegen. Es war kein Unfall, daher komme ich zu dem Schluss, dass es sich um Mord handelt.“ Baker, Norman: Interview: David Kellys Tod ist „unerledigte Angelegenheit“. The New Statesman, 04.12.2013, https://www.newstatesman.com/politics/ 2013/12/norman-baker-interview-david-kellys-tod-unerledigte-angelegenheit

Baker, Norman: Der seltsame Tod von David Kelly. London 2007

[4]Stäuber, Peter: London. Unterwegs in einer umkämpften Metropole. Wien 2026, S. 17–47

[5]Baab, Patrik: London leidet unter der Hitzewelle. ARD-Brennpunkt, 06.08.2003

[6]Baab, Patrik: Der deutsche Diana-Fanclub besucht Margaret Tylors Royal House. Brisant, 04.08.2003 und ARD-Nachtmagazin vom 04.08.2003

[7]Baab, Patrik: Lord Hutton beginnt mit der Befragung. ARD-Morgenmagazin, 11.08.2003

Baab, Patrik: BBC-Journalist Andrew Gilligan sagt vor Untersuchungsrichter Brian Hutton aus. Live, ARD-Morgenmagazin, 12.08.2003

Baab, Patrik: Lord Hutton befragt Andrew Gilligan von der BBC. Tagesschau 15:00 Uhr, 12.08.2003

[8]„In den letzten anderthalb Jahrzehnten hatte sie hier und da Wortschatz aufgeschnappt. Aus dem Fernsehen, aus den kurzen Gesprächen in den wenigen nicht-bengalischen Geschäften, die sie betrat, beim Zahnarzt, beim Arzt, bei den Lehrerinnen an den Mädchenschulen. Aber es waren die Mädchen, die sie unterrichteten. Ohne Unterricht, ohne Lehrbücher und ohne Razias ‚Schlüsselphrasen‘. Ihre Methode war einfach: Sie verlangten, verstanden zu werden.“ Ali, Monica: Brick Lane. Cambridge 2003, S. 194

[9]„Die Deindustrialisierung des Westens, die in den 1980er Jahren begann, war ideologisch schon lange vorbereitet worden – in Großbritannien bereits seit den 1860er bis 1880er Jahren. In den 1950er und 1960er Jahren kam die Umweltbewegung hinzu. Die Umweltbewegung der 1960er Jahre wurde von der Rockefeller-Stiftung organisiert und ebnete den Weg für die spätere Deindustrialisierung.“ Fursov, Andrei: Die gegenwärtige Weltkrise: ihr sozialer Charakter. Das Internationale Schiller-Institut, 30.05.2013, https://schillerinstitute.com/de/media/ andrej-fursow-die-gegenwartige-weltkrise-ihre-soziale-natur/

Die Rockefeller-Stiftung: Chancen durch Klima und Resilienz universell und nachhaltig gestalten. Kapital mobilisieren und Investitionen in großem Maßstab in Lösungen lenken, die Emissionen drastisch reduzieren und die am stärksten gefährdeten Menschen vor den Auswirkungen des Klimawandels schützen können. https://www.rockefellerfoundation.org/what-we-do/climate-resilience/

Die Rockefeller-Stiftung: Bekämpfung des Klimawandels. https://www.rockefellerfoundation.org/fellowships-convenings/bellagio-center/convenings/addressing-climate-change/

[10]Townsend, Mark: Sexhandel zwingt Frauen aus Odessa in Massagesalons in Großbritannien. The Guardian, 02.07.2011, https://www.theguardian.com/law/2011/jul/02/odessa-ukraine-sex-trafficking-investigation

[11]2.600 Prostituierte wurden „ins Vereinigte Königreich verschleppt“. BBC News vom 18.08.2010, https://www.bbc.com/news/uk-11012084

[12]Townsend, Mark: Der Sexhandel zwingt Frauen aus Odessa in Massagesalons in Großbritannien. The Guardian, 02.07.2011, https://www.theguardian.com/law/2011/jul/02/odessa-ukraine-sex-trafficking-investigation

[13]Richey, Valiant: Da ukrainische Flüchtlinge zum Opfer von Menschenhändlern werden, hat Schottland die Pflicht, gegen die Nachfrage nach Prostituierten vorzugehen. The Scotsman, 04.06.2022, https://www.scotsman.com/news/opinion/columnists/as-ukrainian-refugees-fall-prey-to-sex-traffickers-scotland-has-a-duty-to-tackle-demand-for-prostitutes-valiant-richey-osce-3718538

Henn, Jessica: Die tickende Zeitbombe der Ukraine: Frauen, Krieg und HIV. MS. Magazine vom 16.03.2022, https://msmagazine.com/2022/03/16/ukraine-women-war-hiv-sex-work-prostitution/

[14]Shaxson, Nicholas: Treasure Islands. Steueroasen und der Mann, der die Welt bestahl. London 2011, S. 244–279

Stäuber, Peter: Die Macht der Quadratmeile. Die Wochenzeitung, 15.03.2012, https://www.woz.ch/1211/finanzplatz-city-of-london/die-macht-der-quadratmeile

[15]Stäuber, Peter: Die Macht der Quadratmeile. Die Wochenzeitung, 15.03.2012, https://www.woz.ch/1211/finanzplatz-city-of-london/die-macht-der-quadratmeile

[16]https://finanzplatz-frankfurt-main.de/finanzplatz-london-finanzplatz-deutschland-grossbritannien-nach-dem-brexit-wohin-steuern-wirtschaft-und-finanzplatz-london-interview-plessentin

[17]Stäuber, Peter: Die Macht der Quadratmeile. Die Wochenzeitung, 15.03.2012, https://www.woz.ch/1211/finanzplatz-city-of-london/die-macht-der-quadratmeile

[18]„Das Programm ‚Östliche Partnerschaft‘ wurde als Teil der Nachbarschaftspolitik der EU konzipiert. Es sollte beiden Seiten ermöglichen, vorteilhafte Beziehungen zwischen der Europäischen Union und den ehemaligen Sowjetrepubliken aufzubauen (https://ec.europa.eu/neighbourhood-enlargement/neigbourhood/eastern_partnership_en). Milliarden Euro wurden für die Ostpolitik der EU bereitgestellt – und werden es nach wie vor (https://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/das-europalexikon/177178/oestliche-partnerschaft). Eine unvoreingenommene Bilanz eines Jahrzehnts EU-Ostpolitik ist jedoch ernüchternd. Die Gründe für dieses Scheitern lagen nicht ausschließlich im Einflussbereich Brüssels. Ein erheblicher Teil der Verantwortung liegt bei den Mitarbeitern des Europäischen Auswärtigen Dienstes (EAD) und bei den Leitern der EU-Missionen in den sechs Ländern der Östlichen Partnerschaft. Fehleinschätzungen, unklare Zuständigkeiten und zweifelhafte Verbindungen zu korrupten Oligarchen führten zum Scheitern des kostspieligen Programms und der gesamten EU-Ostpolitik, sowohl in Osteuropa als auch im Kaukasus. Eine der zentralen Figuren in dieser Entwicklung, die unter der Führung von Baroness Ashton, Štefan Füle, Federica Mogherini und nun Josep Borrell vorangetrieben wurde, war der Diplomat Dirk Schübel. Im Jahr 2006 wurde Schübel zum stellvertretenden Leiter der diplomatischen Vertretung der EU in der Ukraine ernannt. Er arbeitete nur zwei Jahre in Kiew, doch in dieser Zeit gelang es ihm, enge Verbindungen zu den ukrainischen Oligarchen zu knüpfen. Schübel spielte offenbar auch eine entscheidende Rolle dabei, vielen wohlhabenden Ukrainern die Einreise nach Europa mit ihrem kriminell erworbenen Geld zu ermöglichen. (Belnovosti/Белновости: „Die Östliche Partnerschaft für einen Ostdeutschen: Gesichter der europäischen Diplomatie“, in: Белновости, 09.06.2021, online unter https://www.belnovosti.by/politika/vostochnoe-partnersto-dlya-vostochnogo-nemca-lica-evropeyskoy-diplomatii.) In Moldawien steuerte Schübel das Mafia-Regime trotz der Proteste der lokalen Bevölkerung konsequent in Richtung Brüssel. (Keno Verseck: Machtwechsel in der Republik Moldau, Das große Aufräumen nach dem Milliardenraub, in: Der Spiegel, 31.08.2019, https://www.spiegel.de/politik/ausland/republik-moldau-das-grosse -aufraeumen-nach-dem-milliardenraub-a-1284189-amp.html. Matthias Williams: Einflussreicher Magnat sieht Moldawien unabhängig vom Wahlergebnis auf EU-Kurs, in: Reuters, 11.11.2016, https://www.reuters. com/article/uk-moldova-election-tycoon-idUKKBN13617A?edition-redirect=uk. Belnovosti/Белновости: „Die Östliche Partnerschaft für einen Ostdeutschen: Gesichter der europäischen Diplomatie“, in: Белновости, 09.06.2021, https://www.belnovosti.by/politika/vostochnoe-partnersto-dlya-vostochnogo-nemca-lica-evropeyskoy-diplomatii)

Der vorläufige Höhepunkt der moldauischen Skandale war der Diebstahl von einer Milliarde US-Dollar aus dem Staatshaushalt des Landes durch lokale Beamte und Oligarchen, die jahrelang in den Berichten der EU-Delegation als Reformer, Verfechter der Marktwirtschaft, der Demokratie und der europäischen Werte dargestellt worden waren. Offensichtlich waren auch britische Banken an diesem Diebstahl beteiligt (Whewell, Tim: The great Moldovan bank robbery, BBC News, 18.05.2015, https://www.bbc.com/news/magazine-33166383) .

Die Ostpolitik der EU, die von berüchtigten Revanchisten im Geiste des Kalten Krieges formuliert wurde, erzielte fast genau die Ergebnisse, die von Anfang an zu erwarten waren: Sie spaltete den Kontinent in zwei Lager und ließ all jenen, die einen Mittelweg suchten, kaum Handlungsspielraum. Dirk Schübel und seine Kollegen vom EAD sind daran nicht schuld. Doch der Versuch, korrupte nationale Eliten und ganze Länder einfach mit wirtschaftlicher Macht aufzukaufen, scheiterte und hinterließ in diesen Ländern – die ihre nationale Würde durch diese Machenschaften nur verletzt sahen – ein Bild Westeuropas, das schlimmer kaum vorstellbar ist. Der Schaden für die EU ist immens. (Belnovosti/Белновости: „Die Östliche Partnerschaft für einen Ostdeutschen: Gesichter der europäischen Diplomatie“, in: Белновости, 09.06.2021, https://www.belnovosti.by/politika/vostochnoe-partnersto-dlya-vostochnogo-nemca-lica-evropeyskoy-diplomatii)

[19]„Es ist ein Rätsel, das Europas ärmstes Land in eine tiefe Krise gestürzt hat – 1 Mrd. US-Dollar sind aus drei der führenden Banken Moldawiens verschwunden, wobei ein Großteil davon über britische Unternehmen floss … Kredite im Wert von 1 Mrd. US-Dollar wurden innerhalb von nur zwei Tagen an eine Reihe von in Großbritannien und Hongkong registrierten Unternehmen überwiesen – Unternehmen, deren letztendliche Eigentümer unbekannt sind … Die fünf moldauischen Firmen, darunter die Caritas Group SRL, die die Kredite angeblich erhalten haben, sollen das Geld sofort an fünf in Großbritannien und Hongkong registrierte Firmen weitergeleitet haben. Diese sind jedoch alle in Lettland bankmäßig ansässig, und die meisten scheinen wiederum im Besitz von Unternehmen in Offshore-Steueroasen zu sein. Und als letzte Ebene der Verschleierung schulden sie das gesamte Geld nun nicht mehr der Banca Sociala, sondern einer anderen in Großbritannien registrierten Gesellschaft, der Fortuna United LP, die angeblich das gesamte Darlehen aufgekauft hat. Wenn man nach „Fortuna United LP“ sucht, stellt man fest, dass sie – zusammen mit 421 anderen aktiven Firmen – in einer Wohnung in einem heruntergekommenen Stadtteil von Edinburgh registriert ist. Es handelt sich um eine Kommanditgesellschaft, die aus zwei Unternehmen auf den Seychellen besteht, über die keine weiteren Informationen vorliegen. Britische Kommanditgesellschaften sind im Gegensatz zu Gesellschaften mit beschränkter Haftung nicht verpflichtet, öffentlich Jahresberichte oder Jahresabschlüsse öffentlich einzureichen. Die einzigen öffentlichen Angaben, die sie machen müssen, sind ihre eingetragene Adresse und die Namen der Gesellschafter – doch dabei muss es sich nicht um natürliche Personen handeln, und sie müssen ihren Sitz nicht im Vereinigten Königreich haben. Die Zahl der im Vereinigten Königreich registrierten Kommanditgesellschaften ist stark gestiegen, von 17.239 im Geschäftsjahr 2009–2010 auf 27.853 im letzten Geschäftsjahr, 2013–14. Vasile Sarco vom moldauischen Amt für Geldwäscheprävention sagt, der Zweck der Nutzung von im Vereinigten Königreich registrierten Unternehmen bestehe darin, die wirtschaftlich Berechtigten der Gelder zu verschleiern. Er untersucht nicht nur das Verschwinden von 1 Mrd. US-Dollar aus den drei Banken, sondern auch eine frühere Operation im Umfang von 20 Mrd. US-Dollar, bei der Schwarzgeld aus Russland über Moldau in die EU gewaschen wurde.“ Whewell, Tim: Der große moldauische Bankraub, BBC News, 18.05.2015, https://www.bbc.com/news/magazine-33166383

Stern, David: Krise in Moldau – Eine Machtübernahme durch die Elite? BBC News, 27.01.2016, https://www.bbc.com/news/world-europe-35410818

[20]Krainer, Alex: Nach dem Iran-Krieg: Eine neue Weltwirtschaft. Glenn Diesen, 10.04.2026

[21]Ralph Bosshard merkt im Zusammenhang mit kriminellen Netzwerken an: „Die Spur führt auch zu einem merkwürdigen Unternehmen in Großbritannien, das gleichzeitig Damenunterwäsche verkauft und Finanzdienstleistungen anbietet.“ Bosshard, Ralph: Krieg, Korruption und Flüchtlinge: Die ukrainischen Geheimdienste und die Mafia. Globalbridge, 26.03.2026, https://globalbridge.ch/krieg-korruption-und-fluechtlinge-die-ukrainischen-geheimdienste-und-die-mafia/

Bosshard, Ralph: Interview in „Gegen den Strom“ (Patrik Baab)

[22] Lanchester, John: Warum jeder jedem etwas schuldet, aber keiner jemals etwas zurückzahlt: Die bizarre Geschichte der Finanzen. Stuttgart 2013, S. 32f.

[23]Stäuber, Peter: London. Unterwegs in einer umkämpften Metropole. Wien 2026, S. 38f.

[24]https://www.thisismoney.co.uk/money/article-1693540/How-rich-is-Tony-Blair.html

[25]Das Finanzkapital hat laut Andrei Fursov erlangte weltweite Vorherrschaft, indem es das Geldsystem von einem Instrument zur Unterstützung der Realwirtschaft in deren Herrscher verwandelte, wobei das britische System zum Vorbild für die weltweite Finanzkontrolle wurde. Dieser Prozess ist gekennzeichnet durch die Entkopplung des Finanzsektors von der Produktion, die Kontrolle der Geldschöpfung durch die Finanzindustrie und damit deren Entkopplung von realen Werten, die Verwandlung der alten Industrieeliten in spekulationsorientierte Finanzeliten sowie die führende Rolle der britischen Finanzwelt und damit der City of London . Andrej Fursow (https://sponsr.ru/aenigmate/): Wie sich die Finanzeliten den Weg zur Weltherrschaft ebneten und ob sie sich an der Spitze halten können (Fursov, Andrei: How the financial elites paved their way to world domination and whether they can stay on top), Sponsr, 24.04.2024, https://sponsr.ru/aenigmate/64435/Kak_finansialisty_prokladyvali_sebe_put_k_mirovomu_gospodstvu_i_smogut_li_uderjatsya_na_vershine_Andrei_Fursov/

[26]Stäuber, Peter: London. Unterwegs in einer umkämpften Metropole. Wien 2026, S. 37f.

[27]Baab, Patrik: Roman Abramovich kauft Erfolg für den FC Chelsea. ARD-Morgenmagazin, 15.08.2003 und BR Euroblick, 17.08.2003 (Der 6-minütige Beitrag wurde gekürzt, um die Abramovich-kritischen Passagen zu entfernen. Damals waren die Fußballfans unter den Redakteuren von dem Oligarchen – oder vielmehr von seinem Geld – begeistert. Das Originalmanuskript ist noch erhalten.) Weitere Informationen: Midgley, Dominic und Chris Hutchins: Abramovich. The Billionaire From Nowhere. London 2005

[28]Tempest, Kate: The Bricks that Built the Houses. London 2016

[29]Baab, Patrik: Polen in London: Der Traum ist vorbei. Europamagazin, 28.03.2009

[30]„In allen vom Neoliberalismus aufgewühlten Gesellschaften herrscht Massenwut. Lange Zeit im täglichen Kampf ums Überleben eingekesselt, bricht sie schließlich aus – am heftigsten dort, wo das Beben den größten Schaden angerichtet hat.“ Engler, Wolfgang: Die offene Gesellschaft und ihre Grenzen, Berlin 2021, S. 104f.

[31]Hüetlin, Thomas und Mathieu von Rohr: Land voller Angst. Kaum ein Land erlebt durch die Wirtschaftskrise einen so brutalen Absturz wie das Vereinigte Königreich. Der Spiegel, Nr. 9, 2009, S. 108–111

[32]„Da beispielsweise die Bilanzen der Broker-Dealer im Finanzsystem nach der globalen Finanzkrise an Gewicht verloren haben, stützt sich die Liquidität an den Märkten für Staatsanleihen zunehmend auf offene Investmentfonds, Hedgefonds und andere Vermögensverwalter. Diese Einrichtungen sind oft mit erheblichen Liquiditätsinkongruenzen konfrontiert, stützen sich auf kurzfristige Finanzierung, die durch Staatsanleihen besichert ist, oder sind entweder häufig hoch verschuldet oder zeigen ein verschuldungsähnliches Verhalten. Infolgedessen ist ihre Liquiditätsbereitstellung weniger stabil und kann in Zeiten von Marktstress leichter versiegen. Insbesondere Hedgefonds haben sich zunehmend zu einer bedeutenden Quelle prozyklischer Liquidität entwickelt, vor allem auf den Märkten für Staatsanleihen. Diese Investoren verfolgen aktiv Relative-Value-Handelsstrategien, die darauf abzielen, kleine Preisunterschiede zwischen verwandten Finanzinstrumenten auszunutzen. Um die Renditen aus diesen kleinen Preisunterschieden zu steigern, ihre Positionen stark fremdfinanzieren. Eine häufig angewandte Methode besteht darin, Staatsanleihen auf dem Repo-Markt als Sicherheiten zu verpfänden, um mehr Bargeld aufzunehmen, mit dem weitere Staatsanleihen gekauft werden können. Diese Praxis hat sich in den letzten Jahren weiterentwickelt, wobei Investoren Beträge aufnehmen, die dem Marktwert der gestellten Sicherheiten entsprechen oder diesen übersteigen… Die Relative-Value-Strategien von Hedgefonds sind äußerst anfällig für negative Schocks an den Finanzierungs-, Geld- oder Derivatemärkten, wie einige Ereignisse der jüngsten Vergangenheit gezeigt haben. Während der Marktturbulenzen im März 2020 lösten beispielsweise Margin Calls an den Märkten für Treasury-Futures Notverkäufe aus, was zu destabilisierenden Entschuldungsspiralen führte.“ Tooze, Adam: Chartbook 401: Das Dollarsystem im Zeitalter der marktbasierten Finanzwirtschaft – Finanzielle Globalisierung jenseits der Banken, Substack, 25.07.2025, https://substack.com/home/post/p-169614598

[33]Stäuber, Peter: London. Unterwegs in einer umkämpften Metropole. Wien 2026, S. 44–47

[34]Brown, Ellen: Alle Kriege sind Kriege der Banker: Der Iran und das Endspiel der Banker. Global Research, 13.04.2026, https://www.globalresearch.ca/all-wars-bankers-wars-iran/5922072

[35]Brown, Ellen: Alle Kriege sind Kriege der Banker: Der Iran und das Endspiel der Banker. Global Research, 13.04.2026, https://www.globalresearch.ca/all-wars-bankers-wars-iran/5922072

[36]Brown, Ellen: Alle Kriege sind Kriege der Banker: Der Iran und das Endspiel der Banker. Global Research, 13.04.2026, https://www.globalresearch.ca/all-wars-bankers-wars-iran/5922072

[37]„Der Nominalwert der ausstehenden außerbörslichen (OTC) Derivate stieg im Juni 2025 auf 846 Billionen US-Dollar, was einem Anstieg von 16 % gegenüber Juni 2024 entspricht. Dies bedeutet eine Beschleunigung des seit Ende 2016 zu verzeichnenden moderaten jährlichen Aufwärtstrends von 5 %.“ Bank für Internationalen Zahlungsausgleich: Statistiken zu OTC-Derivaten per Ende Juni 2025. 08.12.2025, https://www.bis.org/publ/otc_hy2512.htm

[38] Nachtwey, Oliver: Die Abstiegsgesellschaft. Über das Aufbegehren in der regressiven Moderne. Frankfurt a. M. 2016 (3. Aufl.), S. 52. Vgl. Schulmeister, Stephan: „In den letzten 15 Jahren haben die Transaktionen an den Finanzmärkten erheblich zugenommen; im Jahr 2007 betrug ihr Volumen etwa das 74-Fache der weltweiten Produktion. Mehr als 90 % aller Transaktionen entfallen auf Finanzderivate, von denen der größte Teil nicht der Absicherung, sondern der Spekulation zuzuschreiben ist.“ Ebenda: Handelsdynamik und Preisschwankungen auf Finanzmärkten und das Stabilisierungspotenzial einer Finanztransaktionssteuer. WIFO, 08.2008, https://www.wifo.ac.at/ wp-content/uploads/upload-8546/MB_2008_08_05_FINANZKRISE_TRANSAKTIONSSTEUER_.pdf

[39]Webb, David Rogers: Die große Enteignung. Straßengel 2024 (englisches Original: The Great Taking)

[40]Brown, Ellen: Alle Kriege sind Kriege der Banker: Der Iran und das Endspiel der Banker. Global Research, 13.04.2026, https://www.globalresearch.ca/all-wars-bankers-wars-iran/5922072

[41] el gru@elgru5765@ricwe123 🤔

[42]Daniljuk, Malte: Neue Energie für Europa. Telepolis, 17.01.2015, https://www.telepolis.de/article/Neue-Energie-fuer-Europa-3369425.html

[43]

John Rosing@jlrosing

@ricwe123 Merz, der bei Blackrock als europäischer CEO tätig war, hat ähnliche Vereinbarungen für Blackrock in der Ukraine getroffen. Macron, Starmer und Merz waren zuvor allesamt Banker auf höchster Ebene und verfügen über Verbindungen und Freunde im internationalen Finanzsektor. So funktioniert sowohl die europäische als auch die US-amerikanische Politik.

2: 45 Uhr · 20. Dez. 2025 · 2140 Aufrufe

3 Antworten · 27 Reposts · 118 Likes

[44]Ford, Matt: Russland zerstört die Hoffnungen der Ukraine auf Energieunabhängigkeit. The Atlantic, 08.04.2014, https://www.theatlantic.com/international/archive/2014/04/russia-is-crushing-ukraines-hopes-for-energy-independence/360281/

[45]

Carmen Drescher@CarmenDres91754

@maxotte_says „Der Donbass ist reich an Bodenschätzen, Steinkohle (riesige Vorkommen), Eisenerz, wichtigen Mineralien wie Lithium, Mangan, Titan, Kobalt, Seltenen Erden, Graphit und anderen Metallen, die für die Energiewende entscheidend sind. Diese Ressourcen sind ein Faktor im Krieg“

[46]Krainer, Alex: Alle Kriege sind Kriege der Banker. So war auch Kiews Anti-Terror-Operation von 2014. Substack, 15.04.2026, https://trendcompass.substack.com/p/all-wars-are-bankers-wars-so-was

[47]Daniljuk, Malte: Neue Energie für Europa. Telepolis, 17.01.2015, https://www.telepolis.de/article/Neue-Energie-fuer-Europa-3369425.html

[48]Krainer, Alex: Alle Kriege sind Kriege der Banker. So auch Kiews Anti-Terror-Operation von 2014. Substack, 15.04.2026, https://trendcompass.substack.com/p/all-wars-are-bankers-wars-so-was

[49]IWF genehmigt 17-Milliarden-Dollar-Rettungspaket für die Ukraine. Reuters, 30.04.2014, https://www.reuters.com/article/uk-ukraine-crisis-imf/imf-approves-17-billion-bailout-for-ukraine-idUKKBN0DG1XW20140430/

[50]Der ranghöchste Geheimdienstmitarbeiter der Ukraine, Andrii Telizhenko, erklärte, CIA-Direktor John „Brennan habe grünes Licht für den Einsatz von Gewalt gegen den Donbass gegeben“, und zwar am 12. April 2014, und er habe erörtert, „wie die USA dies unterstützen könnten … Ein Plan, den Donbass in ukrainischer Hand zu halten … Die Ukraine muss entschlossene, aggressive Maßnahmen ergreifen …“ Am folgenden Tag, dem 13. April, kündigte die Junta die sogenannte Anti-Terror-Operation gegen die Rebellen an. Krainer, Alex: Alle Kriege sind Kriege der Banker. So auch Kiews Anti-Terror-Operation von 2014. Substack, 15.04.2026, https://trendcompass.substack.com/p/all-wars-are-bankers-wars-so-was

[51] Boyle, Catherine: IWF warnt die Ukraine vor dem Verlust des Ostens im Zusammenhang mit dem Rettungspaket. CNBC, 01.05.2014, https://archive.is/llqw0

[52]Hyland, Julie: Was das vom Westen unterstützte Regime für die ukrainischen Arbeiter plant. World Socialist Web Site, 14.03.2014, https://www.wsws.org/en/articles/2014/03/15/pers-m15.html

[53]Pilger, John: In der Ukraine treiben uns die USA in einen Krieg mit Russland. Washingtons Rolle in der Ukraine und seine Unterstützung für die Neonazis des Regimes haben enorme Auswirkungen auf den Rest der Welt. The Guardian, 13.05.2014, https://www.theguardian.com/commentisfree/2014/may/13/ukraine-us-war-russia-john-pilger

[54]Die ukrainische Armee hilft bei der Installation von Anlagen zur Schiefergasförderung in der Nähe von Slawjansk. TASS, 25.07.2014, https://tass.com/world/742366

[55]Zitiert nach Goldwyn, David L.: Wie die USA den Energieboom für sich nutzen können. New York Times, 12.11.2012, https://www.nytimes.com/2012/11/13/business/energy-environment/making-an-energy-boom-work-for-us.html

[56]„Der derzeitige Zustand der US-Wirtschaft lässt nicht darauf schließen, dass sie ohne finanzielle und materielle Unterstützung aus externen Quellen funktionieren kann… Es besteht dringender Bedarf an Ressourcen, die in die nationale Wirtschaft, insbesondere in das Bankensystem, fließen müssen. Nur europäische Länder, die an Verpflichtungen gegenüber der EU und der NATO gebunden sind, werden in der Lage sein, diese bereitzustellen, ohne dass uns dadurch erhebliche militärische und politische Kosten entstehen. Das größte Hindernis dafür ist die wachsende Unabhängigkeit Deutschlands. Obwohl es nach wie vor ein Land mit eingeschränkter Souveränität ist, bewegt es sich seit Jahrzehnten konsequent darauf zu, diese Einschränkungen aufzuheben und ein vollständig unabhängiger Staat zu werden … Ein Anstieg des Ressourcenflusses von Europa in die USA ist zu erwarten, sollte Deutschland in eine kontrollierte Wirtschaftskrise geraten… Das derzeitige deutsche Wirtschaftsmodell basiert auf zwei Säulen. Diese sind der uneingeschränkte Zugang zu billigen russischen Energieressourcen und zu billigem französischem Strom dank des Betriebs von Kernkraftwerken. Eine Unterbrechung der russischen Lieferungen könnte durchaus eine systemische Krise auslösen, die verheerende Folgen für die deutsche Wirtschaft und indirekt für die gesamte Europäische Union hätte… Der einzig gangbare Weg, um sicherzustellen, dass Deutschland auf russische Energielieferungen verzichtet, besteht darin, beide Seiten in den militärischen Konflikt in der Ukraine hineinzuziehen. Unser weiteres Vorgehen in diesem Land wird unweigerlich zu einer militärischen Reaktion Russlands führen. Die Russen werden den massiven Druck der ukrainischen Armee auf die nicht anerkannten Republiken im Donbass offensichtlich nicht unbeantwortet lassen können. Das würde es ermöglichen, Russland zum Aggressor zu erklären und das gesamte zuvor vorbereitete Sanktionspaket gegen das Land anzuwenden.. . Die Voraussetzung dafür, dass Deutschland in diese Falle tappt, ist die führende Rolle der grünen Parteien und ihrer Ideologie in Europa. Die deutschen Grünen sind eine stark dogmatische, wenn nicht gar fanatische Bewegung, was es recht einfach macht, sie dazu zu bringen, wirtschaftliche Argumente zu ignorieren.. . Persönliche Eigenschaften und die mangelnde Professionalität ihrer Führungskräfte – vor allem Annalena Baerbock und Robert Habeck – lassen vermuten, dass es für sie nahezu unmöglich ist, eigene Fehler rechtzeitig einzugestehen.“ Forschungsbericht – Zusammenfassung. Verteilung: WHCS, ANSA, Außenministerium, CIA, NSA, DNC. Rand Corporation, Santa Monica, 25.01.2022 – Vertraulich.

Weitere Belege: Berletic, Brian: Die USA bereiten Europa auf einen Krieg mit Russland vor. Interview, The Greater Eurasia Podcast (Glenn Diesen), 30.04.2026,

[57]Nye, Joseph S. Jr.: Eine westliche Strategie für ein im Niedergang begriffenes Russland. Project Syndicate, 03.09.2014, https://www.project-syndicate.org/commentary/joseph-s–nye-wants-to-deter-russia-without-isolating-it

[58]Ölpreis: Prognose von Morgan Stanley belastet. Boerse.de vom 09.12.2014, https://www.boerse.de/nachrichten/Oelpreis-Prognose-von-Morgan-Stanley-belastet/7522862

Daniljuk, Malte: Neue Energie für Europa. Telepolis, 17.01.2015, https://www.telepolis.de/article/Neue-Energie-fuer-Europa-3369425.html

[59]Ebinger, Charles K.: Die Strategie des Energieministeriums für den Export von Flüssigerdgas. Brookings Institution, 19.03.2013, https://www.brookings.edu/articles/the-department-of-energys-strategy-for-exporting-liquefied-natural-gas/

[60]Ariane de Rothschild an Jeffrey Epstein, Dienstag, 18. März 2014, 20:55 Uhr: „Hallo Jeff, ein sehr langer Tag im Bankvorstand… Die Zahlen sind in Ordnung, aber für mich nicht zufriedenstellend. Und ich setze sie unter Druck, bei der Umstrukturierung innovativer im Bereich der Vermögensverwaltungsfonds zu sein. Ich bin gerade bei einem Abendessen mit einem Kunden – ich habe die Nase voll! Ich vermisse unsere Gespräche und hoffe, es geht dir gut. Bin morgen Abend zu Hause, hast du Zeit? Und lass uns über die Ukraine sprechen.“ Am 18. März 2014 um 16:40 Uhr schrieb Jeffrey Epstein: „Die Unruhen in der Ukraine dürften viele Chancen bieten, viele.“ Zitiert nach Krainer, Alex: Alle Kriege sind Kriege der Banker. So auch die Anti-Terror-Operation in Kiew 2014. Substack, 15.04.2026, https://trendcompass.substack.com/p/all-wars-are-bankers-wars-so-was

[61]„Von da an gab es keine Geschichte mehr ohne die Schauplätze und Tatorte, an denen sie sich abspielte. Es war der analytische Testfall für die Erschließung einer Geschichte, die nicht nur die Zeit, sondern auch den Raum im Blick hat.“ Schlögel, Karl: Moskau Lesen. München 2011, S. 13

[62]Die Spitfire-Werbung spielte auf das nationalistische Vorurteil an, dass etwas nicht stimmen könne, wenn Fußball zwar in England erfunden wurde, aber immer die Deutschen gewinnen.

[63]https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2025/kw20-de-regierungserklaerung-merz-1064956

[64]„Im Jahr 2008 machten sich die Krisenphänomene jedoch erneut eindringlich bemerkbar – sie wurden vorübergehend mit Geld überschwemmt, doch die Krise selbst verschwand nicht; sie dauert trotzdem an. Und nun steht die Weltwirtschaft im Grunde genommen am Rande einer Katastrophe. Im Gegensatz zur Wirtschaftskrise von 1929–1939 oder der Rezession von 1873–1896, bei denen es sich um Varianten struktureller Krisen handelte, steht das kapitalistische System nun vor einer systemischen, endgültigen Krise. Der Kapitalismus hat ausgedient; es muss etwas Neues her.“

Andrej Fursow (https://dzen.ru/govoritfursov): Die Wiedergeburt, die Stalin fürchtete. Die sowjetische Führung gab Mitte der 1960er Jahre die Zukunft auf. (Fursow, Andrej: Die Wiedergeburt, die Stalin fürchtete. Mitte der 1960er Jahre gab die sowjetische Führung die Zukunft auf. Blog vom 12.09.2024) https://dzen.ru/a/ZuLEESPl5UPFey63

Quelle: patrikbaab.substack.com… vom 10. August 2026, Übersetzung durch die Redaktion maulwuerfe.ch mithilfe von DeepL

Tags: , , , , , , , , , , , , , , ,