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Feministische Aktionswoche an den Zürcher Kantonsschulen

Eingereicht on 5. März 2019 – 9:06

Im Vorfeld des internationalen Frauenkampftages am 8. März organisieren Frauenkollektive sowohl an den Zürcher Hochschulen, als auch an den Kantonsschulen eine feministische Aktionswoche. Die Gymi-Schülerinnen haben für ihre Veranstaltungsreihe ein Manifest verfasst, indem sie eine «Bildung ohne Sexismus» fordern. Wir veröffentlichen das Manifest sowie den aussergewöhnlichen Veranstaltungskalender. (Red. Sozialismus.ch)

Manifest «Bildung ohne Sexismus»

Wir, die Schüler*innen der Kantonsschulen der Stadt Zürich erheben Anspruch auf eine emanzipatorische Bildung, die soziale Gleichheit fördert, anstatt sexistische und diskriminierende Stereotypen und Strukturen zu reproduzieren. Denn entgegen Behauptungen ist unsere Kantonsschule nicht frei von Diskriminierungsformen. Wir fordern eine Auseinandersetzung mit folgenden, von Schüler*innen gesammelten, Punkten. Diese sollen einen Denkanstoss zur Lernkultur und Umgangsform unserer Gymnasien bieten:

  1. Eine überwiegende Mehrheit der behandelten Texte und Bücher sind ausschliesslich von weissen, privilegierten Cis-Männern verfasst.
  2. Der Aufklärungsunterricht weist tiefgreifende Mängel auf: Auslassung der zahlreichen Nebenwirkungen der Pille/anderer hormoneller Verhütungsmittel und unzureichende Informationen über nicht-hormonelle Verhütungsmethoden.
  3. Unsere Bildungsinhalte tabuisieren verschiedene sexuelle Ausrichtungen und alternativen Beziehungsformen.
  4. Die Differenzierung von biologischem und sozialem Geschlecht (‘Sex’ und ‘Gender’) wird nicht vermittelt.
  5. Der Sportunterricht sowie der halbjährliche Sporttag weisen eine stereotype Unterteilung der Schüler*innen aufgrund ihres Geschlechts auf.
  6. Sprachpolitik wird auch im Sprachunterricht gänzlich vernachlässigt: Gegenderte Sprache ist Norm, die sich dahinter verbergende Diskriminierung wird unhinterfragt weitergegeben.
  7. Fächerübergreifend werden die konstruierten gesellschaftlichen Rollenbilder bereits durch die Zuschreibung unterschiedlicher Fähigkeiten (in beispielsweise sprachlichen vs. naturwissenschaftlichen Bildungs-Bereichen) aufrechterhalten.

Anstatt uns eine kritische Hinterfragung von klischierten Rollenbildern zu vermitteln, unterstützt unser Schulalltag die Sozialisierung der Zweigeschlechtlichkeit. Dies zeigt sich in zahlreichen Details. Wir fordern alle Kantonsschulen zu einem Umstrukturieren auf, was die obig genannten Punkte betrifft. Wir brauchen deine Unterstützung bei der Fertigstellung dieses Manifests und sind auf deine Inputs und dein Interesse angewiesen. Melde dich also ungeniert mit neuen Argumenten und Denkanstössen.

Wir sind zu erreichen über bildungohnesexismus@immerda.ch

Quelle: sozialismus.ch… vom 5.März 2019

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